28. August 2021

Heute geht hier und da ein kräftiger Schauer über uns nieder. Doch überwiegend sind wir trockenen Fußes in der zweitgrößten Stadt des Ruhrgebiets unterwegs.

Die ehemalige Industriehochburg Essen hat eine Menge zu bieten. Doch uns steht der Sinn nach einem Klassiker. Auf zum UNESCO Welterbe Zollverein! Die Tram bringt uns am späten Vormittag bis vor die Werkstore.

Einst war die Essener Zeche die größte und modernste Steinkohleförderanlage der Welt. Heute ist das Industriedenkmal ein vielfältiges Kunst- und Kulturzentrum – und DER Publikumsmagnet der Region. Wir waren bereits vor einigen Jahren hier und haben uns ausführlich mit ihren Innereien beschäftigt. Deshalb belassen wir es heute dabei, uns an ihrem Äußeren zu erfreuen. Die architektonischen Einflüsse des Bauhaus-Stils sind unübersehbar!

Verzollt
Flankiert
Quertreiber
Gerädert
Im Verbund

Angeleint

Rechtzeitig vor der nächsten Himmelsdusche erreichen wir unser nächstes Objekt der Begierde, das sich ebenfalls auf dem Zechengelände befindet. Das Red Dot Design Museum residiert in einer genialen Location und zeigt nicht minder beeindruckende Exponate. Mit großem Vergnügen begeben wir uns auf die Reise durch die Welt des Produktdesigns.

Lichtgestalt

Schau!
Rot-Weiß-Blau

Wiederum per Tram machen wir uns anschließend auf den Weg in eine völlig andere Ecke der Stadt. Ein Unternehmen, dessen Name untrennbar mit Essen verbunden ist, hat nordwestlich der Innenstadt sein Hauptquartier aufgeschlagen. Ihr ahnt es sicher schon: ich rede von ThyssenKrupp.

Architektonisch und landschaftsplanerisch ist dem Industriekonzern mit Schwerpunkt auf Stahlverarbeitung ein echter Coup gelungen. Das lassen wir uns natürlich nicht durch die Lappen gehen. Und so laufen wir an diesem Samstagnachmittag mutterseelenallein und erfreulicherweise unbehelligt vom Sicherheitsdienst über das campusartig angelegte Gelände.

Luftig-leicht
Zum Niederknien
Gekreuzt

Unsere grummelnden Mägen erinnern uns daran, dass ihre Befüllung längst überfällig ist. Sie zwingen uns zu einem Boxenstopp beim Mexikaner in der Innenstadt. Danach sind wir bereit, unsere Tour fortzusetzen.

Die nächste Tram bringt uns in die Nähe des Museums Folkwang. Wir hatten im Vorfeld natürlich darüber nachgedacht, diesem renommierten Heiligen Gral der Kunst zum wiederholten Mal einen Besuch abzustatten. Doch keine der aktuellen Ausstellungen traf unseren Geschmack. Erfreuen wir uns eben an seinem Äußeren und der hübschen Brücke, von der aus wir einen guten Blick auf den Bau haben.

Durchblick
Überbrückt

Von hier aus ist es nur ein kurzer Fußweg zum Aalto Theater. A was? Ihr kennt den berühmten finnischen Architekten Alvar Aalto nicht? Halb so wild. Schaut bei Interesse einfach hier nach. Ihn in einem Atemzug mit Le Corbusier, Mies van der Rohe und Frank Lloyd Wright zu nennen, gehört mehr als nur zum guten Ton.

Meisterhaft

Auf dem Rückweg zum Hotel fällt uns schräg hinter dem Theater noch dieses formschöne Ensenble ins Auge.

Vergittert

Und dann ist für heute Schicht im Schacht! Im Hotel legen wir gemütlich die Füße hoch und verdauen gedanklich unsere heute goutierten Essensreste 😁.

17 Gedanken zu “Essen(s) – Reste

  1. heute gab es einen guten Kommentar auf Facebook: „besser als jeder Baedeker“ – kann ich nur bestätigen. Ich freue mich immer sehr über diese Berichte. Das Bild zum „Niederknien“ musste ich mehrmals betrachten, bis ich den Titel verstanden habe: Stefan liegt auf den Knien!

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    1. Danke, Andrea! Darüber freue ich mich sehr. So sehr ich jeden Kommentar schätze und begrüße: Schade, dass manche Leser partout nicht hier im Blog kommentieren wollen, sondern nur unter dem Link in Facebook. Aber dank dir ist das Kompliment ja dann doch noch hier an der richtigen Stelle gelandet. @Knie: ja, da muss man sich wohl erst ein wenig orientieren innerhalb des Fotos 😁.

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  2. Hi Elke,
    dass meine letzte Wirkungsstätte, als ich noch zu der arbeitenden Klientel der Bevölkerung gehörte, auch mal besucht würde – wer hätte sich das träumen lassen.
    Ja, das thyssenkrupp Hauptquartier – kurz Quartier genannt ist schon schick – aber es ist auch nicht ohne Problemchen für die dort tätigen Kruppianer. Die „Wasserachse“ und die beweglichen Lamellen sollen an heißen Tagen die Räume kühlen – das funktioniert aber eher so semi.. Je nachdem wo man sein Büro hat kommt man im Sommer doch sehr ins schwitzen – glücklicherweise sind Getränkespender auf jedem Flur – dazu kostenlos.
    Das Q4 – das Gebäude am Anfang in Form einer Windrose – passt irgendwie nicht zum Rest. Ein Backsteinbau, dazu völlig anders gestylt wie die futuristischen Glaskuben aus Beton, Stahl und Glas der anderen Bereiche?
    Man hat die Cubes seinerzeit durchnummeriert – einen Kubus mit der Nummer Q3 gibt es aber nicht. Es war geplant – wurde aber nicht gebaut. Aus meinem Fenster konnte ich einen Blick auf das – mittlerweile wieder mit Gras überwucherte Loch für das bereits teilweise ausgehobene Fundament erhaschen. Ich glaube dort sollte eine Akademie für thyssenkrupp Mitarbeiter entstehen. Der Plan wurde aber wohl wieder verworfen..
    Bleib gesund bei deiner Reise durch den Pott!
    CU
    P.

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    1. Na das ist doch mal eine interessante Bereicherung für den Bericht. Danke für die Infos aus Insider-Hand! Ja, Wunsch und Wirklichkeit, Optik und praktischer Nutzen – nicht immer passt das zusammen.

      @gesund bleiben: danke und dito! Die Reise durch den Pott hat allerdings schon im August letzten Jahres stattgefunden. Hänge wie so oft ein wenig (hüstel) hinterher mit der Berichterstattung. Aber ich gebe mir auch hier in Berlin alle Mühe, gesund zu bleiben 👍.

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  3. Schöne Bilder! Freut doch den Industrie-kulturell interessierten Saarländer 😁
    Tja, wer würde das alles der oft so grauen Stadt Essen zutrauen? Erinnert mich an meinen Einstieg ins Berufsleben vor 30 Jahren (😳), als ich bei einem der großen alten Ruhr-Konzerne an einem wunderschön sonnigen Maitag im grünen Süden Essens zum Vertragsgespräch geladen war.
    Und was sagten wir früher in Saarbrigge immer? „Was Krupp in Essen, sind wir im Trinken“.
    🤦‍♂️😅😉

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