Wir schreiben Dienstag, den 11. Februar 2020. Mein Flug steht zu einer sozialverträglichen Zeit am späten Vormittag an. An meinem Gate im Terminal B in Tegel – es ist eines mit eigener Sicherheitskontrolle – geht es nur zäh voran. Wieder einmal werde ich daran erinnert, dass dieser Flughafen, erbaut in den 1970er Jahren für den seinerzeit überschaubaren Bedarf einer eingemauerten Halbstadt, mit dem heutigen Aufkommen im Flugverkehr schlichtweg nicht klarkommen kann.

Ich denke in solchen Situationen immer sehnsüchtig an moderne Airports wie z.B. in Muscat, Dubai oder Abu Dhabi, in denen auch das mitunter lästige Procedere, das mit Flügen verbunden ist, schnell und komfortabel über die Bühne geht. Und fühle mich dann in meiner Berliner Wahlheimat wie in einem Entwicklungsland. Doch ich will optimistisch sein und hoffe darauf, dass der BER Ende Oktober endlich … ach, lassen wir das 😅.

Aber der bis auf den letzten Platz besetzte Flieger hebt pünktlich ab. Dank der stürmischen „Sabine“ erreichen wir Rekordgeschwindigkeiten von zeitweise mehr als 1.000 Stundenkilometern. Und so lande ich in der Rekordflugzeit von dreieinhalb statt vier Stunden in Tel Aviv. Ich stelle die Uhr eine Stunde vor und gehe von Bord.

Die Einreise verläuft kurz und schmerzlos. Der nette Herr hinter dem Schalter grüßt freundlich, fragt nach meinem Job und wünscht mir alles Gute. Sehr rücksichtsvoll finde ich im Übrigen, dass bei der Einreise nach Israel kein Stempel direkt in meinem Reisepass landet. Wissen sie hier doch sehr wohl, dass ein solcher arglosen Touristinnen wie mir bei einer möglichen Einreise in arabische bzw. muslimische Länder durchaus Ärger bescheren könnte. Stattdessen gibt es ein kleines Zettelchen, das man bis zur Abreise tunlichst nicht verlieren sollte.

Mitgedacht

Ich schnappe mein Gepäck, verlasse den Ankunftsbereich und lade etwas Guthaben auf die Rav-Kav-Karte, die Carla mir netterweise überlassen hat. Denn in Israels Bussen und Bahnen kann nur noch mittels dieser elektronischen Guthabenkarte gezahlt werden.

Hinein in den nächsten Zug, der mich binnen zehn Minuten zum Bahnhof HaHagana bringt. Von dort trennt mich nur noch eine kurze Busfahrt mit der Linie 104 von meinem Hotel. Des Hebräischen nicht mächtig, bin ich froh, dass wenigstens die Zahlen den unseren entsprechen. So ist gewährleistet, dass ich in den richtigen Bus steige. Lediglich die Richtung muss ich mir logisch ableiten oder zur Not jemanden fragen.

Ich schaffe es, an der richtigen Bushaltestelle auszusteigen und nähere mich meinem Hotel im nördlichen Teil der Innenstadt. Meist verliere ich wenige bis keine Worte über die jeweiligen Unterkünfte auf meinen Reisen. Doch das 130 Rock Apartments verdient eine Ausnahme! Der Besitzer dieses Schmuckstücks ist Musiker und hat seine Leidenschaft auf verschiedenste Art und Weise in das Design und die Ausstattung des Hotels einfließen lassen.

Abtreten!
Stilvoll warten
Tapetenwechsel
Museal
Bandsalat

Meine Zimmerkarte befindet sich passend zum Stil des Hauses in einer artgerechten Verpackung.

Verhüllt

Und dann betrete ich mein charmantes Refugium, das für die nächsten neun Nächte mein temporäres Zuhause sein wird. Hereinspaziert in mein kleines Reich!

Lullaby

Hier lässt es sich trefflich aushalten.

Der Nachmittag ist bereits fortgeschritten, die Dämmerung ist im Anmarsch. Größere Pläne habe ich heute nicht mehr. Ich folge Carlas Empfehlung, lege sagenhafte 250 Meter zurück und gönne mir ein fantastisches Abendmahl im Anastasia. Es ist eines der rund 400 veganen Restaurants, denen Tel Aviv seinen Ruf verdankt, weltweit einer der Hotspots der Küche zu sein, die keine tierischen Produkte verwendet.

Zurück im Hotel, packe ich schnell meine Siebensachen in den Schrank, mache es mir im Bettchen gemütlich und schmiede Pläne für die nächsten Tage.

Ich nehme es vorweg: Aus meinem ursprünglichen Plan, die geringen Distanzen in diesem Land – Israel ist gerade mal so groß wie Hessen – zu nutzen und von meinem festen Standort in Tel Aviv aus diverse Tagesausflüge z.B. nach Jerusalem und Haifa zu unternehmen, ist nichts geworden. Ich habe mich im Laufe der nächsten Tage derart in diese charmante Stadt am Mittelmeer schockverliebt, dass ich mich nicht einen einzigen Tag von ihr trennen konnte. Doch davon ahne ich an diesem ersten Abend noch nichts. To be continued!

9 Gedanken zu “Tag 1: Berlin – Tel Aviv

  1. Ah jetzt geht’s los. Ich bin noch nicht dazu gekommen. Dafür war eigentlich jetzt das lange WE gedacht, aber nö, mein Körper macht lieber krank.🙄
    Dein Hotel fand ich auch vor Ort schon sehr schick. Ich liebe es ja, wenn sich die Leute mal was anderes einfallen lassen.
    Bin gespannt, was du alles so erkundet hast. Wird sich bei uns bestimmt viel doppeln, aber ist total spannend, weil wir sicher oft andere Blickwinkel haben.😃

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  2. Liebe Elke,
    Schön von dir zu lesen!
    Und auch schön, dass du noch deinen Tel Aviv Urlaub in dieser verrückten Welt antreten konntest. Ich bin gespannt, wie es dazu kam, dass du in Tel Aviv hängen bliebst.
    Wir müssen leider auf unseren 1 wöchigen Capri Urlaub verzichten. Unser Flug ist gestrichen worden und du wirst es nicht glauben, wir bekommen sogar unser gesamtes Geld zurück. Schon seit Oktober freue ich mich auf Capri. Naja, vielleicht ein anderes Mal, wenn die Welt sich beruhigt hat.
    Liebe Grüße von Susanne

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    1. Ja, Susanne, ich hatte verdammtes Glück, dass ich meine Reise noch wie geplant durchführen konnte. Tut mir echt leid, dass euer geplanter Trip nach Capri ausfällt. Sehr schade, aber ihr werdet ihn in hoffentlich nicht allzu langer Zeit nachholen können. Dass ihr in diesem Fall das Geld komplett zurückbekommt, wundert mich nicht. Das ist geltendes Recht in solchen Fällen. Gut ist aber, dass ihr offenbar nicht darum kämpfen müsst.

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      1. Im Moment sieht es so aus, Elke. Bei der Unterkunft war es sehr problemlos. Das Geld der Flüge haben wir innerhalb von 7 Tagen zugesagt bekommen, mal schauen, ob das klappt. Heute ist Tag 4, wenn man den Stornierungstag Freitag nicht mitrechnet.
        Mal sehen.

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  3. schickes Hotel mit viel grün. Ja, Tel Aviv ist toll, hat mich 2x total geflasht. Noch toller fand ich allerdings Jerusalem……das Chaos, die Altstadt, der Wahnsinn. Ich weiß, dass Du Israel nochmal auf die Bucketlist genommen hast, finde ich gut. Bin gespannt wie es weiter geht, werde mit Sicherheit viel Neues sehen. Liebe Grüße Sandra

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    1. Ja, das Hotel war echt klasse. Freut mich zu lesen, dass dich Tel Aviv auch so beeindruckt hat. Jerusalem schaue ich mir im Oktober an. Ich bin jetzt mal optimistisch, dass ich bis dahin wieder in Israel willkommen bin. Hotel habe ich gestern gebucht. Muss nur noch EasyJet den Winterflugplan freischalten 😎. Die nächsten Blogberichte zu Tel Aviv folgen in der nächsten Zeit.

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