Morgens ist es wolkig, zwischendurch tröpfelt es immer mal wieder für wenige Minuten. Hört sich trostloser an, als es ist! Denn zum Fotografieren ist es das perfekte Wetter. Und zum Herumlaufen auch.

Und so kann ich es mir nicht verkneifen, zum wiederholten Male um das Guggenheim Museum zu schleichen, um zu schauen, wie es sich heute in dem tollen Licht und vor dem marmorierten Himmel präsentiert.

In Fetzen

Anschließend bringt mich die U-Bahn raus aus der Stadt. Bevor ich in den nächsten Zug stürze, halte ich jedoch in der Station kurz inne, um die Architektur zu würdigen. Ich mag ja diesen nüchternen, betonlastigen Stil!

Zubetoniert

Dieses Mal bewege ich mich linksseitig des Nervión, um mir Portugalete und Santurtzi näher anzusehen. Die rechte Seite des Flusses hatte ich bereits am Tag 5 erkundet. Schon vergessen? Dann schau hier!

An der Station Peñota steige ich aus, laufe den Hügel hinunter zum Ufer und folge diesem stadtauswärts. Natürlich nicht ohne dem verbindenden Element zwischen Getxo und Portugalete, der Puente Vizcaya, noch einen langen, bewundernden Blick zuzuwerfen.

Lichtstreif

Altehrwürdige Gebäude und Gemäuer säumen meinen Weg, …

Zweitwohnsitz gefällig?
Mauerstreifen

… und schon wenig später erreiche ich den Fischereihafen, in dessen Umfeld ich mich genauer umsehe und ein wenig verweile.

In Ketten
Kapitän an Bord
Auf- oder Abstieg?
Serial Griller
Wolkendrama

Dann bewege ich mich vom Wasser weg auf die Ortschaft zu, …

Betschwestern
Dorfidyll

… und schraube mich gemächlich den Hügel hoch. Mein ehrgeiziges Ziel, den Monte Serantes wegen der schönen Aussicht zu erklimmen, begrabe ich allerdings in dem Moment, in dem ich die Steigungen sehe. Nö, mir ist heute nicht nach Höchstleistungen 😅!

Lieber nicht 😅!

Stattdessen steige ich an Ort und Stelle in die U-Bahnstation Santurtzi hinab und lasse mich am recht frühen Nachmittag zurück in die Stadt kutschieren.

Als ich an der Plaza Moyua aussteige, hat sich die Sonne durchgesetzt. 26 Grad und leichter Wind begleiten mich durch den Nachmittag. Herrlich! Dennoch gönne ich mir erst einmal ein faules Siesta-Stündchen im Hotelzimmer, bevor ich wieder aktiv werde.

Gut ausgeruht geht es voller Tatendrang dann weiter. Tolle Häuser säumen den Weg, der parallel zu demjenigen verläuft, den ich bisher meist eingeschlagen habe.

Vorfahrt achten!

Wenig später stehe ich vor der sehenswerten Biblioteca Foral, die an diesem verschlafenen Sonntagnachmittag völlig verwaist scheint.

Schöner lesen

Auf dem Weg zu meinem nächsten Ziel stolpere ich rein zufällig noch über ein ganz großartiges Architektur-Schätzchen. Die Glasfassade des Gebäudes der baskischen Regierung ist ein echter Hingucker!

Der Eisberg

Wie ich wenig später feststelle, ist es nicht das einzige moderne Gebäude in der ansonsten eher von Altbauten dominierten Ecke der Stadt. Auch dieses gläserne Objekt beherbergt im übrigen eine Behörde.

Gläserner Schwung

Bevor ich nun aber endgültig mein eigentliches Ziel aus den Augen verliere, mache ich mich jetzt auf dem kürzesten Weg zum Azkuna Zentroa, einem von Philippe Starck gestalteten Kulturzentrum. Außen erwartet mich ein imposantes Jugendstilgebäude, in dem sich früher ein Weinlager befand.

Jugend hat Stil

Innen wurde es völlig entkernt. Seit der Umgestaltung thronen im Inneren der riesigen Hülle drei moderne Baukörper auf insgesamt 43 unterschiedlich gestalteten Säulen. Ein Konzept, das sich sehen lassen kann! Auch wenn es auf den ersten Blick etwas düster wirkt. Das inhaltliche Angebot ist mehr als vielseitig und aus der Kulturlandschaft Bilbaos kaum noch wegzudenken. Kino, Bibliothek, Fitnessstudio, Mediathek, Shop, Kneipe, Konzerte und Ausstellungen gefällig? Dann bitte hereinspaziert!

Am späten Nachmittag lockt die Hotelterrasse mit einem schattigen Plätzchen, Gemüse-Tempura mit Guacamole und einem kühlen Getränk.

Fütterung der Raub-Elke

Doch Feierabend ist noch lange nicht! Denn am späteren Abend will ich endlich ein paar Abendaufnahmen des Guggenheim Museums machen. Jetzt oder nie, denn morgen ziehe ich weiter zur nächsten Stadt. Ich habe die Szenerie fast für mich alleine. Nur ab und zu laufen ein paar Jogger und andere Passanten an mir vorbei. Der große Foto-Run auf das Objekt ist längst vorbei. Dafür bin ich rund 20 Jahre zu spät dran 😅. Mir soll es recht sein.

A propos spät: erst gegen 22 Uhr setzt so langsam die fortgeschrittene Dämmerung ein. Richtig dunkel wird es erst gegen 22:45. Kein Wunder! Gehen wir doch stramm auf Mittsommer zu.

Doppelbogen

Die folgenden drei Aufnahmen sind am späteren Abend im Zeitraum von einer halben Stunde entstanden. Faszinierend, wie dieses tolle Gebäude mit dem wechselnden Licht korrespondiert und sich verändert! Es war mir ein Vergnügen, es dabei zu beobachten. Gute Nacht, Mister G.!

Schön?
Schöner?
Am schönsten?

Welche gefällt euch am besten?

21 Gedanken zu “Bilbao: Tag 7 – Raus aus der Stadt, rein in die Stadt

    1. Ups, mir ist völlig durchgerutscht, auf deinen Kommentar zu antworten. Und das ausgerechnet bei so einem netten und wohlwollenden Kommentar. Sorry vielmals, Werner! Ja, stimmt, da steckt immer viel Arbeit drin. Aber es macht auch große Freude, und ich kann auf diese Weise so eine Reise gleich noch mal erleben 😎. Dir auch eine schöne Adventszeit!

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  1. „Schön“ sieht fast so aus wie im Studio aufgenommen. Jedes der drei hat seine eigene Wirkung. Hast Du sie Freihand fotografiert oder mit Stativ? Die Wolken sehen so nach LZB aus.
    Ich kann mich der nüchternen Faszination von Betonbauten auch nicht entziehen, jedenfalls wenn sie gut gestaltet sind. Liegt das vielleicht an unserem Alter, also irgendwelche Jugendassoziationen? 😉

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    1. Danke! Aus der Hand heraus wäre das bei den abendlichen Lichtverhältnissen nichts geworden. Ich hatte meine Kamera auf dem Gorilla-Pod und habe mit einer Zeitverzögerung von 2 Sekunden ausgelöst. „Schön“ wurde 6 Sekunden, die beiden anderen jeweils 30 Sekunden belichtet. @Beton: mag sein, dass an deiner Theorie was dran ist 😅!

      Gefällt 1 Person

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