4. Dezember 2025
Heute bin ich früh wach. Noch schlaftrunken taumele ich auf meinen Balkon und beobachte, wie …
… das Tageslicht zaghaft über die Berge kriecht. Währenddessen ist das Museum gegenüber schon einen Schritt weiter. So beginnt mein Tag mit wahrhaft guten Aussichten.

Nach dem Frühstück drehe ich eine kleine Runde durch Los Llanos, immer auf der Suche nach dem perfekten Licht. Doch das, so stellt sich heraus, ist am frühen Morgen noch nicht in den Gassen der Altstadt angekommen. Schön ist es trotzdem!



Der Bus mit der Nummer 110 bringt mich binnen 20 Minuten nach Tazacorte. Der kurze Weg dorthin führt durch kleine Orte, bietet hier und da Ausblicke auf die Berge und führt fast durchgehend vorbei an endlosen Plantagen voller gelber Früchte. Völlig Banane!
Downtown Tazacorte steige ich aus. Ich lasse mich durch den Ort und entlang der weihnachtlich geschmückten Promenade treiben. Das terrassenförmig angelegte Städtchen packt mich sofort. Bunte, gepflegte Häuser, strahlende Sonne, das Leben findet draußen statt. ¿Un cafecito? ¡Claro que si! Überall Blütenduft und Farbenpracht. Ach, das Leben ist schön!








Direkt hinter der Kirche lockt mich das Café Belvedere mit charmanter Lage und tollem Ambiente in seine Fänge. Da ich meine Ladung Koffein schon intus habe, bestelle ich einen frisch gepressten Orangensaft.

Spätestens jetzt erfasst mich scheinbar grundlos ein Hochgefühl. Kennt ihr das? Ich will es hoffen, denn der Zustand ist schwer zu beschreiben. Voller Leichtigkeit flaniere ich durch die stillen Gassen und bin völlig mit mir im Reinen. Ich weiß, diese Phase wird nicht ewig anhalten. Doch hier und jetzt genieße ich einfach den Umstand, vollkommen glücklich zu sein. Gierig sauge ich die Leichtigkeit des Moments ein, wohl wissend, dass ich diesen Vorrat brauchen werde in dem mir bevorstehenden dunkelgrauen Berliner Winter, der monatelang keine Gnade kennt.


Nun zieht es mich ans Wasser. An der wenig befahrenen Straße entlang laufe ich die etwas mehr als zwei Kilometer zu Fuß hinunter zum Meer. Zwischendrin nehme ich eine kleine Abkürzung, die mir den (wenn auch moderaten) Autoverkehr erspart. Stattdessen gibt es Spirituelles auf dem Weg.

Unten am Wasser angekommen, empfängt mich Puerto de Tazacorte mit angeknabberter Liebe und der Bitte um ziviles Bürgerverhalten. Sollte ich hinkriegen! Zumal ich ohne vierbeinige Begleitung unterwegs bin 😅.


Puerto de Tazacorte liegt genau da, wo die gewaltige Barranco de Las Angustias, die Schlucht der Ängste, ihren Schlund gen Ozean öffnet. Das heutige Titelbild vermittelt euch einen kleinen Eindruck davon, auch wenn die dritte Dimension auf dem Foto fehlt.
Zwischen den hohen Steilwänden erstreckt sich eine mit schwarzem Lavasand aufgeschüttete und durch Wellenbrecher geschützte Badebucht. Dieser Strand gilt als einer der schönsten der Insel. Darüber hinaus entpuppt sich Puerto de Tazacorte als ein beschauliches und überschaubares Strandörtchen. Ein paar Häuser, kleine, stille Gassen, lauschige Restaurants an der Strandpromenade.




Den Nachmittag verbringe ich damit, zu schauen, zu flanieren und auf Details zu achten. Zur Abwechslung kann ich auch mal gemächlich.




Per Bus zurück nach Los Llanos. Nach einer kurzen Siesta im Hotel besuche ich nach Einbruch der Dämmerung den kleinen Weihnachtsmarkt in der Altstadt. Es ist Saison – immer noch. Morgen geht’s ein letztes Mal auf Tour. Stay tuned!