Städte, die mir ihre schönen Seiten nicht sofort bereitwillig vor die Füße werfen, reizen mich besonders. Nelson gilt als eher unspektakulär. Viele Reisende nutzen die Stadt nur als Sprungbrett wegen ihrer günstigen Lage für Ausflüge und Touren in die Umgebung. Ein Fehler, wie ich finde.

Die älteste Stadt der Südinsel wurde 1841 gegründet. Heute leben rund 50.000 Menschen in dieser quirligen, lebensfrohen Stadt mit ihrem milden, sonnigen Klima. Klassische Sehenswürdigkeiten gibt es eher wenige. Die Kunst- und Kulturszene aber kann sich für eine Stadt dieser Größe wirklich sehen lassen. Es gibt eine Unmenge Cafés und Lokale, die meist gut besucht sind und bei denen man oft auch draußen sitzen kann. Auch Shopper sind hier gut bedient. Das Zentrum ist kompakt und umgeben von viel Grün, dem hügeligen Hinterland und dem Meer.

Und los geht’s! Ich starte an der Marina, an der auch mein Motel liegt.

Immer dem Maitai River entlang …

… geht es gemütlich den Uferweg entlang Richtung Innenstadt. Schon hier fallen mir die wie beiläufig ins Stadtgefüge eingestreuten künstlerischen Beiträge auf. Diese beiden hier befinden sich unter einer Brücke am Fluss.

Derart inspiriert, weiche ich vom Uferweg ab und gehe zur Suter Art Gallery. Suter war im 19. Jahrhundert Bischof in Nelson. Als großer Kunstliebhaber legte er mit seinem Nachlass den Grundstock für die heutige Galerie, die wirklich großartig ist. In vier Räumen werden unterschiedliche Kunstrichtungen präsentiert.

Auch eine Fotoausstellung ist darunter. Von außen macht die gelungene Mischung aus Altbau und erweitertem Neubau auch was her.

Im angeschlossenen Café kann ich einem Schoko-Brownie nicht widerstehen. Auch das übrige Angebot kann sich sehen lassen.

Wegen der angenehmen Temperaturen setze ich mich raus auf die Terrasse mit Blick auf die Queens Gardens. Und wenn ich schon mal hier bin, nehme ich die dann auch gleich mit.

Während ich geriatrisch vor mich hin trödele, sind andere schon bedeutend aktiver. Zum Beispiel diese Dame hier im Chinesischen Garten, der Teil der Anlage ist.

Ich lasse mich weiter stadtauswärts treiben und beginne dann mit dem Aufstieg zum Mittelpunkt Neuseelands. Na ja, geografisch ist das ein wenig geschummelt, aber der Weg hoch zur Skulptur, die den Punkt markiert, lohnt sich alleine schon wegen der grandiosen Aussicht auf die Stadt und die Umgebung.

Kaum bin ich oben, kommt auch schon ein Trupp Pfadfinder an. Einer der Jungs, der als erster oben ankommt, ist derart begeistert von der Szenerie, dass er jedem, aber auch wirklich jedem Neuankömmling ein begeistertes „You made it! And it´s totally worth it!“ entgegen schmettert. Er kann sich gar nicht mehr beruhigen und sich schon gar nicht einmal hinsetzen. Wirklich witzig!

Ich hingegen lasse mich eine Weile nieder, genieße die Aussicht und komme ins Gespräch mit einer jungen Schwäbin. Sie ist in Sachen Work and Travel unterwegs. Ein Jahr in Australien hat sie schon hinter sich. Seit Oktober nun ist sie hier in Nelson, wo sie etwa 4 Monate bleiben und dann innerhalb Neuseelands weiterziehen will. Sie hat einen Job als Helferin bei einem Zahnarzt bekommen. Und nein, sie ist nicht vom Fach. Der Arzt lernt sie an, wohlwissend, dass sie nur ein paar Monate bleibt. Und es klappt wohl ganz gut. Da der Arzt nebenbei auch noch ein Bed & Breakfast betreibt, hat sie dort auch gleich noch ein Zimmer und lernt eine Menge Leute kennen. Sie macht einen sehr zufriedenen Eindruck! Und ich finde es toll, wenn junge Leute in die Welt ziehen und schauen, was das Leben so alles bieten kann.

Runter vom Berg, zurück in die Stadt. Dort warten die unterschiedlichsten Baustile auf mich. Diese beiden Beispiele stehen sich genau gegenüber.

Um die Ecke von diesem Gebäude …

… erblicke ich rein zufällig zwischen Hinterhof und Parkplatz das Motiv des heutigen Titelbildes und diese beiden Schätze:

Nun gelange ich nach downtown Nelson, wo auch an einem Sonntagnachmittag einige Geschäfte geöffnet und die Lokale gut besucht sind.

Dieser kuriose Bau befindet sich ebenfalls in der Innenstadt. Was immer der Architekt sich dabei gedacht hat …

Auf dem Weg zu meinem nächsten Ziel komme ich wieder an der auf einem Hügel thronenden Cathedral vorbei, die das Titelbild von Tag 18 ziert. So sieht sie von der anderen Seite aus:

Mein Ziel ist die South Street, Neuseelands älteste komplett erhaltene Straße. Schaut, wie hübsch sie ist!

Zwischenzeitlich hat sich der Kiwi einen spektakulären und erfolgreichen Ausbruchsversuch geleistet. Nun denn …

Zurück geht es wieder am mittlerweile angeschwollenen Flüsschen entlang zurück ins Motel. Genug Programm für heute!

14 Gedanken zu “Tag 20 – Nelson: Going downtown

  1. Wie der Künstler wohl auf die Zahnkunst gekommen ist? Z-Arzt? Oder ein armer gequälter Patient?
    @Titelbild: der/die KünstlerIn kennt sich aus !!! – muss daher eigentlich ein Mann sein. Genauso gehe ich einkaufen. Einen Plan haben und schnell erjagen, dann wieder heim zur Frau. Okay, hier in Berlin erspare ich mir den Speer. Würde wohl die gefürchteten Blauen auf den Plan rufen. Obwohl …. so zum Jahresandenken an das Weihnachtsmarktattentat …. Wäre da NRW oder die BuPo zuständig? 🤔

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