Im gestrigen Beitrag zu Tag 2 bin ich euch was schuldig geblieben. Voilà, hier kommt die Fortsetzung!

An der Metrostation Notre-Dame-du-Mont steige ich aus und begebe mich in Richtung Tageslicht. Auf dem Weg zum Ausgang bekomme ich schon einen kleinen Vorgeschmack auf das, was weiter oben auf mich wartet.

Der Weg zur „La Plaine“ (die Ebene) führt über eine kunterbunte Treppe.

Oben angekommen, stehe ich am Cours Julien. Mehr als 100 Jahre lang war die Straße Standort des zentralen Obst- und Gemüsemarktes. In einer Straße? Wie geht das denn? Nun, während der Cours an seinem unteren Ende wie eine normale Straße beginnt, weitet er sich an seinem oberen Ende zu einem Platz aus.

In den 1970er Jahren zog der Markt weiter nach Norden. Entwickelt hat sich hier seitdem eine wilde Mischung aus bürgerlichem Quartier, Künstler- und Alternativszene. Der mehrfach gelesene Vergleich zum Berliner Prenzlauer Berg hinkt meiner Meinung nach, denn der ist mittlerweile doch arg schick geworden. Eher fällt mir in dem Zusammenhang das Hamburger Schanzenviertel ein.

Die Altbauten, die den Cours säumen, sind recht gut in Schuss gehalten. Drumherum und mittendrin haben es sich zahlreiche Cafés, Restaurants, winzige Galerien, Ateliers und Klamottenlädchen gemütlich gemacht. Auf der platzartigen Ausbuchtung am oberen Ende herrscht bei schönem Wetter (also fast das ganze Jahr über) eine fröhliche, quirlige und gleichzeitig entspannte Atmosphäre. Irgendwo findet sich immer ein freies Stühlchen, um dem Treiben zuzusehen.

Geschäftiges Markttreiben findet auch heute hier noch statt, nur etwas anders gelagert. Statt eines Großmarktes gibt es Trödel-, Bücher-, Bio- und Bauernmärkte mit Akteuren aus der Region.

Noch mehr Dynamik finden Besucher jedoch in dem Gassengewirr östlich des Platzes. Internationale Gastronomie, gemütliche Cafés, Künstlertreffs und kleine Lädchen mit Mode, Musik und Design drängen sich hier in kunterbunter Enge.

Schnell wird mir klar, dass ich mich hier in einer großartigen Open-Air-Gallerie befinde, in der ein tolles Graffiti das nächste jagt. Bis zum Abwinken! Die meisten Fassaden sind denn auch offiziell zum Gestalten freigegeben. Ein Verein lädt renommierte Künstler gar regelmäßig ein, die Wände zu verschönern. Habt Ihr Lust, mich zu begleiten? Dann los zum walk on the wild side!

Na, wie findet ihr es? Ich jedenfalls war sehr beeindruckt. Zum Abschluss meines Rundgangs lande ich wieder am Cours Julien, wo ich mir ein schattiges Plätzchen in einem der Cafés suche, eine gekühlte Limonade durch meine Kehle rinnen lasse und mich an der Musik – live und aus der Dose – erfreue. Wie es danach weiterging, wisst ihr ja schon. Morgen folgt Tag 4!

5 Gedanken zu “Sonderbeitrag: Marseille – Street Art

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