Wir schreiben Ende März – und ein Ende des Winters ist nicht in Sicht. Es ist ein trüber, grauer, aber immerhin halbwegs warmer Tag. Und es soll trocken bleiben. Raus ins Grüne mit der bewährten S- und Regionalbahn-Kombi!

Am Bahnhof Britz (nicht zu verwechseln mit dem Ortsteil des Berliner Bezirks Neukölln) steige ich aus. Von hier aus starte ich meine heutige, rund 13 Kilometer lange Wanderung durchs Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, eines der größten Naturschutzgebiete Deutschlands. Vorbei an ein paar Siedlungshäusern führt mich der Weg schon bald in einen lichten Kiefernwald in Richtung Neuehütte.

Kerzengerade

Nachdem ich die forstökologische Versuchsstation passiert habe …

Testweise

… wird meine Qual der Wegwahl unnötig kompliziert. Denn Schilder nützen nur dann was, wenn sie da stehen, wo sie hingehören 😅!

Aus den Latschen

Und so gönne mir ab hier auch gleich einen kleinen Umweg. Aber was macht schon ein Kilometer mehr oder weniger aus, wenn die Gegend schön ist! Ein paar Störche fliegen hektisch auf, als ich mich nähere. Zu schnell, um die Kamera zu zücken. Ich überquere einen Bach mit umliegender Sumpflandschaft …

Struppig

… und schon bin ich wieder auf der richtigen Spur. Ich durchquere ein Wiesental, anschließend einen Mischwald. Bald rückt das Ortsschild von Neuehütte in mein Blickfeld. Picknickpause! Vorbeifahrende Autofahrer winken mir freundlich zu, wie ich da so an der „Outdoor-Raststätte“ sitze und genüsslich mein Brötchen verzehre.

Weiter geht’s! Vorbei an einer winzigen Wohnwagensiedlung mit Vorgarten-Ambitionen …

Mobiles Wohnen
Ausgekocht

… setze ich meinen Weg durch die Schorfheide fort. Auch als ich wenig später den Bachsee erreiche, will die Wolkendecke partout nicht aufreißen. Na, egal. Beschert euch dieser Umstand doch immerhin endlich einen Beitrag in Schwarzweiß! Denn in echt war auch nicht wesentlich mehr Farbe drin 😅. Von dem knallroten, zweckentfremdeten Wasserkessel einmal abgesehen.

Grauschleier

Mit dem Bachsee und der ihn umgebenden Landschaft habe ich – so verrät es mir mein Wanderführer – den landschaftlichen Höhepunkt der heutigen Tour erreicht.

Angelegt
Brücke ins Nirgendwo
Verqualmt
Zwei Hälften

Doch es lässt sich nicht leugnen: die kahle, bleiche Winter-Tristesse nimmt der Landschaft schon ein wenig von ihrem Charme. Der Winter hat alle Farbe rausgewaschen! Dabei gibt es hier in Brandenburg durchaus Landschaften, die auch im Winter attraktiv sind durch ihre reduzierten Formen. Teils haben sie dadurch gar etwas Mystisches. Einige von ihnen habe ich in den vergangenen Monaten auf meinen Wednesday Walks durchwandert und euch vorgestellt.

Aber die Schorfheide gibt, so muss ich heute feststellen, im Winter nicht so viel her. Das bleierne Himmels-Grau in Grau verstärkt den Eindruck noch. Ein Grund mehr, zu einer anderen Jahreszeit hierher zurückzukehren. Immerhin wartet das Biosphärenreservat mit mehr als 200 Seen sowie unzähligen Mooren, Wäldern und Wiesen auf. Auch die Fauna besticht durch eine erstaunliche Vielfalt und Bandbreite.

Doch versteht mich nicht falsch. Die Wanderung genieße ich trotz alledem! Ich kann es nicht oft genug betonen: es tut mir so verdammt gut, mein städtisches Umfeld für ein paar Stunden gegen einsame, ruhige und erholsame Natur einzutauschen.

Bald nähere ich mich dem Großen Heiligen See, der mir noch das eine oder andere spannende Fotomotiv beschert.

Badetag
Genau!
Die Augen des Chamäleons!
Jedem Tierchen sein Pläsierchen
Tätowiert

Anschließend durchquere ich die Wohnsiedlung von Sandkrug, bevor ich wieder in den Wald einbiege. Nun ist es nur noch ein kurzes Stückchen bis zum Kloster Chorin.

Das berühmte Zisterzienserkloster gilt als Meisterwerk der Frühgotik und gehört unumstritten zu den schönsten Bauten in Brandenburg. Auch wenn – oder gerade weil? – es heute nur noch als Ruine existiert. Im „normalen“ Leben finden hier auf dem großzügigen Gelände Oster- und Weihnachtsmärkte, Kräuter- und Keramiktage und die recht bekannten und begehrten Konzerte des Choriner Musiksommers statt.

Ich zahle den reduzierten Eintrittspreis fürs Außengelände (mehr geht momentan nicht) und schaue mich in Ruhe um. Die Klosteranlage begeistert mich! Euch auch?

Frontal
Ums Eck
Verbogen
Turmparade

Als ich das Gelände verlasse und mich dem Ufer des Amtssees nähere, traut sich doch glatt die Sonne heraus! Besser spät als nie 😅. Sie wird mich auf der kompletten Schlussetappe entlang des Sees, …

Bausch und Bogen
Es werde Licht!

… durch den Wald mit seinem einladenden gastronomischen Angebot …

Tea Party

und anschließend durch Chorin …

Schattenspiele
Close up
Dorfkirche

… bis zum Bahnhof begleiten.

Großer Bahnhof

Dort nutze ich die Wartezeit bis zur nächsten Abfahrt Richtung Berlin für ein Gesichts-Sonnenbad und reise dann wieder mit dem Regionalexpress 3 zurück. Schön wars!

Und nach dieser 13. Folge verkünde ich hiermit das Ende der ersten Staffel meiner Wednesday Walks. Ich lege eine Pause ein!

Der Drehbeginn der zweiten Staffel steht noch nicht fest. Doch es wird sie geben. In Anlehnung an ein charmantes rosa Kerlchen verkünde ich daher: „Heute ist nicht alle Tage. Ich wandre wieder. Keine Frage!“

32 Gedanken zu “Wednesday Walks: 13 – Durch die Schorfheide zum Kloster Chorin

  1. Hast du unterwegs auch Menschenseelen getroffen? Schon ein bisschen gruselig, aber wunderschöne Natur! Da hast du bei dem trüben Wetter mit Schwarzweißbildern einen großartigen Kunstgriff gelandet.
    An das Kloster Chorin habe ich auch entfernte Erinnerungen, an sommerliche Konzerte oder sogar mal einen Auftritt mit dem Tanzensemble. Leider sind wir damals nicht dorthin gewandert.😉

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    1. Ja, der eine oder andere Zeitgenosse kreuzte schon meinen Weg an diesem Tag. Es hielt sich aber wie fast immer auf meinen Mittwochs-Ausflügen erfreulich in Grenzen 😎. Freut mich, dass dir meine S/W-Aufnahmen gefallen! Du bist schon auf dem Klostergelände aufgetreten? Klasse! Das Wandern dorthin kannste ja bei Gelegenheit nachholen, wenn es dich mal wieder in deine alte Heimat zieht.

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    1. Danke für das Foto-Kompliment! Echt? Das Kloster kommt in S/W gruselig rüber? Ist mir gar nicht so aufgefallen. Aber ich habe es ja auch live und in Farbe gesehen und von daher anders wahrgenommen. Das mit dem Wanderführer lasse ich besser sein, denn es gibt schon eine unüberschaubare Menge davon. Die meisten meiner bisherigen Touren stammen ja aus dem bereits existierenden Wanderführer, den ich im Prolog zu meiner Wanderreihe vorgestellt hatte: https://elkeunterwegs.blog/2021/02/04/wednesday-walks-prolog/ Aber dennoch danke für den Vorschlag!

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  2. mir ist schon aufgefallen, dass deine Touren immer so bei 10-14 km liegen. Das ist sehr gut ! Nicht zu kurz und nicht zu lang ! Ja der Winter hat noch nicht aufgegeben aber ich sehne mich jetzt schon ein bisschen nach Wärme und Sonne ! Den Beitrag hier in S/w zu machen war eine richtige Entscheidung, sollte man vielleicht öfters tun ! Ich bleib immer wieder an deinen Bildunterschriften hängen aber du weißt auch warum !!
    Auf einem Bild ist dieser Wohnwagen ! Der sieht aus wie ein Wagen auf einem Jahrmarkt oder Vergnügungspark ! Vielleicht ist das der ausrangierte Wagen wo ich das Los mit der freien Auswahl gekauft habe. Vom Alter her könnte es ja fasst passen !
    Also am Ball bleiben und ich freue ich auf weitere Touren !!!

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    1. Schön, dass dir meine S/W-Ausgabe gefällt! Ja, die Streckenlängen passen sehr gut für mich. Zwei, drei mal waren es bisher ein paar Kilometer mehr. Das war auch ok, aber im Sommer wäre es doch komfortabler mit längeren Touren. Da kann man sich mal eine Weile ausruhen zwischendurch. Im Winter war es einfach zu kalt dafür. Da musste ich immer mehr oder weniger „durchlaufen“. Ja, der Wohnwagen könnte wirklich vom Jahrmarkt oder einem Vergnügungspark stammen! Wer weiß? Ja, auch dass es „dein“ Wagen war, bei dem dir so viel Losglück beschert wurde, ist nicht ganz ausgeschlossen 😃.

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  3. Liebe Elke,
    ich finde es sehr interessant, dass du dieses mal alles in s/w zeigst! Tolle Kontraste.
    Hast du s/w fotografiert oder zuhause die bunten Bilder bearbeitet?
    Die Schorfheide und Kloster Chorin kenne ich ganz gut. Ich mag das Kloster, schade, dass du keinen Besuch ins Innere unternehmen konntest.
    Liebe Grüße von Susanne

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    1. Freut mich sehr, dass dir meine S/W-Ausgabe so gut gefallen hat. Da kommen die Kontraste in der Tat besser raus. Ich habe die Farbfotos erst zuhause am Rechner „umgewandelt“. Ja, schade, dass ich nicht rein konnte. Aber irgendwann wird auch das wieder möglich sein.

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        1. Sorry für die späte Antwort! Ja, wenn man von vornherein vorhat, s/w zu fotografieren, ist es sicher die bessere Option, gleich auf s/w umzustellen, wenn das bei der jeweiligen Kamera möglich ist. Bei mir ist es halt in der Regel so, dass ich erst im Nachhinein beim Betrachten der Ergebnisse feststelle, dass bestimmte Fotos in s/w besser aussehen.

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  4. Ich muss sagen, in schwarz-weiß haben die Aufnahmen, vor allem die Wasserspiegelungen, eine ganz starke Wirkung. Ich hätte sie gar nicht in Farbe sehen wollen, so wie du es gemacht hast, hat es mehr Ausdruck.

    Sind zehn Kilometer wandern für dich sowas wie ein Spaziergang? Für mich ist es ein Grund, am nächsten Tag den Geist auszuhauchen und stöhnend auf der Couch zu liegen. Gut, bei uns ist es etwas hügeliger. Aber trotzdem. Heute schrieb ich meiner Mutter via Whats-App…

    „Mama… am Freitag war ich wandern. Am Samstag dachte ich, ich verende. Gestern war ich wieder wandern. Heute wünschte ich, dass ich am Samstag verendet wäre…“
    Nun, sie hat mich nur ausgelacht. Böse böse… 😉

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    1. Freut mich, dass dir meine S/W-Auswahl gut gefallen hat. Bei den Licht- und Farbverhältnissen an dem Tag fiel diese Entscheidung leicht.

      Ja, in der Tat sind zehn Kilometer für mich jetzt nicht so eine riesige Strecke. Die kommen auch schon mal zusammen, wenn ich mich am Wochenende mit einer Freundin zum Spaziergang verabrede. Die meisten dieser Wochenend-Spaziergänge liegen bei mir allerdings doch eher im Bereich von fünf bis sieben Kilometern. Zehn bis 15 Kilometer (mit wenigen Ausnahmen auch darüber) bei meinen Wednesday Walks sind in der flachen Brandenburger Landschaft aber in der Tat nicht zu vergleichen mit hügeligerem Gelände, das du in deiner Umgebung hast und das ich auch aus meiner saarländischen Heimat kenne. Und schon gar nicht mit „richtigen“ Höhenunterschieden wie in den Bergen. Um in Brandenburg aus der Puste zu kommen, musst du schon übers Tempo gehen! Und das fällt bei mir flach, weil ich so viel schaue und fotografiere 😎.

      Die WhatsApp an deine Mutter ist köstlich 😂! Ich hätte dich wohl auch ausgelacht 😜.

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      1. Wie du hättest mich ausgelacht? Oh nööö… 😦 Aber heute fühle ich mich wieder prima, ich war drauf und dran, wieder wandern zu gehen. Gut, die reine Vernunft hat mich davon abgehalten; jetzt mache ich stattdessen Bärlauchpest 😉 Danach suche ich mir für die nächsten Tage einen noch höheren Berg… 🙂

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          1. So, das Bärlauchpesto ist fertig, sehr lecker geworden. Vielleicht schreibe ich noch einen Beitrag darüber. Man muss nur höllisch aufpassen mit der Verzehrmenge, das Zeug ist kalorisch ohne Ende… 😉

            „Nein, ich hätte natürlich nur MIT dir gelacht 😀“ Jaa jaaa…

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