Ah, welch eine Wohltat! Frühstück mit Aussicht! Das hat uns auf dem Stellplatz in Lagos eindeutig gefehlt.

Hügel im Morgenlicht

Doch das nächste Ziel ruft. Und so machen wir uns nach dem frühen Frühstück auf zur Praia da Marinha. Laut Stefans Recherchen soll sie eine der schönsten Buchten an der Felsalgarve sein.

Der Weg dorthin gestaltet sich unproblematisch. Bis sich uns ein Autofahrer auf der Zufahrtsstraße demonstrativ in die Quere stellt und versucht, uns kurz vor dem Ziel auszubremsen. „WoMos sind hier verboten. Könnt ihr keine Schilder lesen?“, ranzt er uns an. Stimmt, wir haben das Schild am Beginn der Wohnsiedlung, durch die wir jetzt fahren, ignoriert, geben aber vor, es nicht gesehen zu haben …

Fakt ist: es gibt hier keine Alternative für uns, zu der Bucht zu kommen. Autofahrer sind selbstverständlich willkommen. Das Verbotsschild befindet sich – ohne Möglichkeit, das WoMo wenigstens da stehen zu lassen – mehrere Kilometer entfernt von dem einzigen Parkplatz, der sich oberhalb der Marinha auf den Klippen befindet. Falls ich es noch nicht so explizit erwähnte: Es mag sicher Gegenden in Portugal geben, die für WoMos gut geeignet sind. Die Algarve zählt definitiv nicht dazu 😅.

Egal. Um einer Eskalation aus dem Weg zu gehen, und weil wir natürlich im Unrecht sind, versichern wir dem erbosten Herrn, dass wir umdrehen. Hier mitten auf der Straße ist ein Wendemanöver für uns allerdings ein Ding der Unmöglichkeit. Wir müssen schon bis zum Ende der Straße fahren, wo sich „zufällig“ auch der begehrte Parkplatz befindet. Das sieht unser Kontrahent ein und lässt uns durch.

Am Ende wird alles gut. Am Parkplatz angekommen, treffen wir auf nette Freiwillige, die dort offiziell gegen eine Spende den Verkehr regeln. Die wiederum laden uns ausdrücklich ein, hier zu bleiben. Wir wollen ja auch nur parken, nicht campen! Wir bekommen sogar einen extra guten Platz zugewiesen, als ich sage, dass wir nur zwei, drei Stunden bleiben wollen und nicht ganzen Tag. Gesegnet mit einer guten Pole Position für die spätere Abfahrt, können wir uns nun der tollen Umgebung widmen 👍.

Wir beginnen mit unserem Spaziergang oberhalb der Bucht. Oben auf den Klippen führt ein wunderschöner Wanderweg an der Küste entlang. Die grandiosen Aussichten lassen uns immer wieder stoppen.

Wow 1
Wow 2
Wow 3
Wow 4

Und ehe wir uns versehen, sind wir auch schon dort angelangt, wo wir gestern mit dem Boot entlang gefahren sind. Hier seht ihr den Ort zur Höhle von Benagil.

Schöner wohnen

Hier drehen wir um und werfen auf dem Rückweg noch ein paar Blicke auf das Wasser, …

Seelenverkäufer?
Ausgesetzt

… die wettergegerbte Flora …

In Schieflage

… und einen Lost Place.

Aufgegeben

Und da schiebt sich auch schon wieder die Praia da Marinha in unser Blickfeld. So klasse! Nicht auszudenken, man hätte uns wegen unseres Fahrzeuges tatsächlich vom Hofe gejagt …

Schöner sonnen

Runter zum Strand. Wir haben Glück mit den Gezeiten und dem Sonnenstand. Wegen letzterem sind wir extra am frühen Morgen hin. Dass gerade Ebbe ist, wussten wir nicht. Aber es passt uns gut, denn so kommt man an Stellen, die unten über den Strand ansonsten zu Fuß nicht erreichbar sind. Bei Flut hätten wir uns mit dem Blick von oben begnügen müssen.

Rückansichten
Steiniger Weg
Schöner posen 🤦‍♀️

An dieser Stelle lässt Stefan sein Stativ auftreten, was ihm einige interessierte Zuschauer sowie detaillierte und neugierige Fragen einbringt 😅. Hier eines seiner Ergebnisse:

Vorteil Langzeitbelichtung: Spacken weg 😎

Am frühen Nachmittag reißen wir uns von diesem paradiesischen Fleckchen los und fahren die letzten 20 Kilometer nach Albufeira. Für die nächsten zwei Nächte haben wir uns für einen „richtigen“ Campingplatz entschieden. Auf dem riesigen Gelände etwa drei Kilometer außerhalb des Stadtzentrums finden wir einen schönen Standplatz.

Bei auch heute wieder deutlich über 30 Grad chillen wir nachmittags im Schatten unter dem Sonnendeck des WoMos, Stefan kocht (natürlich was anderes als der Herr auf seinem T-Shirt 😂), …

Kochorgie

.. und die Nachbarn beschallen uns mit flotter Polka. Was brauchen wir mehr 😎?

8 Gedanken zu “Tag 10: Sines – Praia da Marinha – Albufeira

  1. Tolle Langzeitbelichtung!👌🏼 Die Praia ist wirklich sehenswert.
    Das mit den Verbotsschildern kenne ich von Slowenien. Piran zum Beispiel war weiträumig für WoMo’s abgeriegelt, aber kein einziger Parkplatz weit und breit, wo man sie vor der Stadt hätte abstellen können. Ich hab’s so gehasst. Das schöne Piran blieb uns dadurch verwehrt.

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    1. Danke! Da freut sich der geneigte, hier mitlesende Langzeit-Fotograf. Und ja, die Praia war der Hammer! @ WoMos und kein Parkplatz: sehr schade, dass euch Piran damit vergeigt wurde. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was sich die Gemeinden, in welchem Land auch immer, dabei denken. Vielleicht nichts … Aber Fakt ist doch: auch WoMo-Urlauber lassen Geld im Ort. Sie gehen genauso essen und trinken, kaufen Souvenirs, buchen Ausflüge, besuchen Museen etc. In Portugal ist es wohl so, dass die WoMo-Fahrer einen eher schlechten Ruf genießen: reine Selbstversorger, die alles von zuhause mitbringen, wenig Geld vor Ort lassen, ihre Chemie-Klos und ihren Müll in der Botanik entsorgen und Lärm machen. Tun sicher manche von ihnen. Aber noch lange nicht alle. Danebenbenehmen hat nichts mit der Art des Reisens zu tun.

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      1. Da hast du sowas von recht. Wir gehörten zum Beispiel zu der Sorte, die einmal am Tag auswärts gegessen hat. Ich habe ja gar nichts dagegen, dass sie die WoMo‘s aus den Altstädten heraus halten möchten. Aber dann wollen sie bitte Park & Ride Möglichkeiten vor der Stadt einrichten.

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