Bevor ich mich dem Unvermeidlichen beuge, fröne ich nach dem Frühstück einer Neigung, die mich in jeder mir fremden Stadt befällt: ich fahre mit der U-Bahn bis zur Endhaltestelle einer Linie. In diesem Fall ist das die nahegelegene Station Creek. Die Station grenzt ans Wasser des Creek, ist sehr schick (wie alle anderen Stationen auch …

… und umgeben von Baustellen und einem riesigen Sandkasten.

Auf dem Rückweg habe ich das Vergnügen, ganz vorne einen Platz zu finden. Da die U-Bahn hier ohne Fahrer unterwegs ist, bedeutet das die Pole Position in Sachen Aussicht!

Doch die gähnende Leere in der Bahn ist nicht von Dauer. Schon bald füllen sich die Wagen, und spätestens seit dem Umsteigen in die rote Linie ist klar, dass ich in der morgendlichen Rush Hour gelandet bin. Oberirdisch geht es Richtung Downtown Dubai, immer entlang der Schnellstraße Shaikh Zayed Road, die mit gefühlt Millionen von gigantischen Hochhäusern gesäumt wird. Ein Traum aus Glas, Stahl und Beton 😍!

Doch ich widerstehe dem Drang, an jeder Station aussteigen zu wollen und halte tapfer durch bis zu dem Ziel, das ich mir für heute gesteckt habe: die Downtown Dubai rund um den berühmten Burj Khalifa. Mit einer Horde anderer Menschen laufe ich die schier endlosen Stahl-Glas-Röhren entlang, die es ermöglichen, den acht- bis 16-spurigen, verschachtelten Autostraßenirrsinn ohne Gefahr für Leib und Leben zu überqueren.

Am Ende der Röhre landet man unweigerlich in der Dubai Mall. Es ist die derzeit größte Shopping Mall der Welt mit rund 1.200 Läden. Warnung an Herrn B. aus M., der hier bisweilen mitliest: solltest du deine Gattin hier jemals aussetzen, wirst du sie in diesem Leben nie wieder sehen! Mich jedoch lässt das gigantische Teil kalt, zumindest von innen. Ich halte kurz bei diesem schönen Anblick inne …

… und durchquere so schnell wie möglich die unendlichen Hallen, Atrien und Gänge, vorbei an Kinos, schicker Kunst …

… einer Eishalle und dem Aquarium.

Und dann stehe ich endlich vor dem Wahrzeichen der Stadt: Auftritt Burj Khalifa! Die asymmetrische Wüstenlilie ragt sagenhafte 828 m hoch in den Himmel und degradiert die auch nicht gerade winzigen Nachbargebäude zu Zwergen. Für das zur Zeit höchste Gebäude der Welt wurden bisher nie dagewesene Mengen an Beton in den Himmel gepumpt, nämlich das Gegengewicht von 100.000 Elefanten. Noch mehr Zahlen gefällig? 39.000 Tonnen Stahl und 142.000 Quadratmeter Glas haben sich hier auch noch eingebracht. Ein Teil der umgebenden Grünanlagen wird vom Kondensat des Gebäudes bewässert.

Und a propos Wasser: zu Füßen des Giganten ergießt sich eine riesige Pfütze, der Burj Khalifa Lake. Der natürlich künstliche See beherbergt die Dubai Fountain, die dem staunenden Publikum die eine oder andere Show bietet. Doch nun genug gelabert. Seht selbst:

In unmittelbarer Nachbarschaft, noch inmitten von Baustellen, setzt sich die Oper in Szene. Sie ist buchstäblich nicht von hinten wie von vorne und bietet ganz unterschiedliche Ansichten. Die Umrundung lohnt!

Kurz staune ich über diese kuriose angeleinte Gesellschaft, …

… bevor ich mich um meinem altersschwachen Begleiter kümmere, der sich nun endlich akklimatisiert hat und ans Tageslicht will.

Ich bewundere anschließend noch die schleimigen Wesen, die über eine der Brücken über den Lake kriechen …

… und versuche dann mein Glück im Inneren des Burj. Es war natürlich naiv, zu glauben, ich könnte spontan nach Lust und Laune nach oben fahren. Pustekuchen! Aber ich reiße ein Ticket für den übermorgigen Vormittag. Immerhin noch vor der Abreise 😎.

Rund um die U-Bahn-Station widme ich mich noch ein paar Häuschen zwischen und unter dem Straßengewirr …

… und hüpfe dann wieder in die rote Linie. Das geht nicht lange gut. Zu viele hübsche Gebäude locken mich wieder nach draußen, bevor die sehr kurze Dämmerung das Ende des Tages einläutet.

Jetzt reicht es aber für heute! Im Financial District steige ich wieder in die Bahn, die – Rush Hour! – brechend voll ist. Man kommt den Mitmenschen deutlich näher, als einem lieb ist. Genauer gesagt passt eigentlich kein Blatt mehr dazwischen. In dem Moment kann ich gut nachvollziehen, weshalb es in den Zügen gesonderte Bereiche nur für Frauen gibt, die auch dankbar genutzt werden (können, nicht müssen!). So jetzt auch von mir. Werden Jungs in den Bereichen erwischt, sind 100 Dirham fällig. Sie halten sich denn auch brav an das Verbot. Sein Kohle kann man wahrlich besser verbraten!

Na, immer noch dabei? Dann habe ich eine Belohnung für diejenigen unter euch, die auch heute bis zum Schluss durchgehalten haben:

17 Gedanken zu “Tag 3 – Dubai: Do buy!

  1. Uiui, schöne Häuschen. Das gefällt. Und klasse fotografiert, was aufgrund der schieren Größe und dem Fotografierabstand sicherlich nicht einfach ist. Okay auf den Autoverkehr könnte ich glatt verzichten, aber … irgendwas ist ja immer. Sehr schön, das Video mit der musiklischen Untermalung. Wird das dort zur Fontainenshow eingespielt, oder ist es Dauerbeschallung? Wie sind die Temperaturen zu „ertragen“? Beim Wechsel von klimatisiert zu draußen sicherlich ein krasser Unterschied. Und noch eine Frage. Wie ist das Sozialverhalten der Dubaianer in vollen Zügen. Schubsen, drängeln wie in B oder gar wie die Chinesen – „ ey, mach ma Platz!“? Ach übrigens: ERSTER!

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    1. Ey, du Erster, freut mich, dass der Fotochef Gefallen bekundet 😍. Es ist in der Tat nicht ganz einfach, hier zu fotografieren. Ohne das neue Objektiv mit mehr Tele wäre ich ziemlich aufgeschmissen, weil man oft gar nicht richtig an die Gebäude rankommt und auch selten eines freisteht. Aber auch der Weitwinkel erfreut sich weiter an Beliebtheit. Den Burj hätte ich mit seiner fetten Höhe sonst nicht einfangen können. Die Musik wird nur zur Show eingespielt. Ansonsten würde man da auf Dauer sicher rammdösig werden! Ja, die Temperaturen draußen und der Unterschied zu den Kühlschränken drinnen ist schon gewaltig. Und dabei ist gerade Winter hier und „nur“ um die 30 Grad draußen! @ Sozialverhalten: das ist auch in vollen U-Bahnen sehr gut! Da wird weder gedrängelt noch geschubst, sondern friedlich zusammengerückt.

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    1. bestimmt ne CD mit der arabischen Wassermusik! Dann wird nur noch ein hiesiger Sanitärer klar gemacht und das ganze bei euch in der Badewanne installiert! 😂

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  2. Wow, was für eine Stadt. In wie vielen Jahren ist das entstanden….? Und das alles auf Sand gebaut. Man muß nur die richtigen Bodenschätze haben…U-Bahn Wagen nur für Frauen, find ich gar nicht schlecht….stellt sich wieder nur die Genderfrage 😊. Das gibt’s den für kulinarische Köstlichkeiten im Angebot ….?

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  3. Schöne Fotos, Elke. Was hat es mit dem Dubai Creek Tower auf sich? Soll der gebaut werden? Die Creek Station mutet ja sehr futuristisch an. Als ich damals 2009 sehr kurz in Dubai war, stand der Khalifa kurz vor der Fertigstellung. Beeindruckendes Teil! Die Temperaturen sind mit 30 Grad ja fast noch annehmbar. Ich wünsche dir weiterhin viel Spaß.

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