Tag 1:

Air France bringt mich pünktlich und unspektakulär via Paris nach Dubai. Am sehr späten Abend – ich habe nun drei Stunden Vorsprung – lande ich sanft in den zwischen dem Persischen Golf, Saudi-Arabien und dem Oman eingekeilten Vereinten Arabischen Emiraten. Sieben Emirate haben sich 1971 zu einer Föderation zusammengeschlossen. Das Land ist verglichen mit mir also ein wahrlich junger Hüpfer!

Nachdem ich in Berlin-Tegel – mal wieder – einer akribischen Sprengstoffkontrolle unterzogen wurde, bin ich mental schon darauf vorbereitet, in Dubai zu einem Drogentest gebeten zu werden. Doch der bleibt aus. Ein freundlicher Herr mit weißer Kopfbedeckung und schwarzem Ring darüber drückt mir jenen Stempel in den Reisepass, der es mir künftig vermutlich schwer machen wird, in die USA einzureisen. Aber halt, der alte Pass läuft nächstes Jahr aus! Neues Spiel, neues Glück.

Ich sammele mein Gepäck ein und rolle zum Taxistand. Der Zuweiser checkt die Lage (Frau alleine unterwegs) und lotst mich entschlossen an all den Taxijungs vorbei zu einer ordentlich verhüllten Taxifahrerin. Kurz darauf falle ich in mein Hotelbettchen. Es ist spät, und ich bin müde!

Tag 2:

Mein Körper hat noch nicht kapiert, dass er drei Stunden hinterher hinkt. Und so schlage ich recht spät am leckeren Frühstücksbüffet auf. Als ich am späten Vormittag endlich vor die Hoteltür trete, schlägt mir eine trockene Wärme entgegen, die sich im Laufe des Tages auf 31 Grad hochschaukeln wird. Ich laufe in Richtung der nächsten U-Bahn-Station und nehme dabei gleich noch die WAFI Mall mit, eine der unzähligen Shopping Malls in dieser gigantischen Stadt.

Wer mich kennt, weiß, dass ich vom Status einer Shopping Queen Lichtjahre entfernt bin. Und so begnüge ich mich damit, kurz durchzusprinten und mir das Äußere anzuschauen. Wo bin ich denn hier gelandet? Ägypten? Ach im Grunde versammelt sich eh die halbe Welt in Dubai. Da passt die wilde Mischung doch.

Zurück zur U-Bahn. Überschaubare zwei Linien durchqueren die Stadt. Ich wohne an der grünen Linie und werde später in die rote wechseln. Die Richtung, in die ich möchte, hört sich erst mal lecker an.

In Palm Deira steige ich aus. Heute möchte ich mir zwei alte Stadtteile Dubais ansehen, Deira und Bur Dubai. Diese beiden für ihre zahlreichen Souks (traditionelle Märkte) bekannten Gebiete liegen beidseitig des Creek, Dubais markanter Inlandlagune. Bevor es richtig losgeht, muss ich eine Fußgängerbrücke über eine unfassbar vielspurige Straße überqueren. Wie ich heute im Laufe des Tages noch lernen werde, ist das hier eher die Regel als die Ausnahme. Doch erst einmal tauche ich ein in den Gold Souk. Hier ist wirklich alles Gold, was glänzt.

Die Beschriftung meines Stadtplanes ist genauso sporadisch gehalten wie die Beschilderung an den Straßen selbst. Die Leute, die ich unterwegs anspreche, haben meist auch keine Peilung. Und so gebe ich es schon bald auf, mich gezielt irgendwohin bewegen zu wollen, und lasse mich durch die Gassen treiben. Hauptsache, die grobe Richtung stimmt.

Unterwegs erfreue ich mich an schönen Moscheen …

… tollen Details …

… und kuriosen Telefonzellen.

Und schwups lande ich schon im nächsten Souk, der in seinen engen, dunklen Gassen so einiges bietet.

Und schon stehe ich am Ufer des Creek, wo unzählige Holzboote darauf warten, willige Fahrgäste für einen Dirham (rund 25 Cent) zum anderen Ufer zu schippern.

Viel spannender jedoch sind die großen Dhau-Schiffe, die nicht nur säckeweise Gewürze, sondern auch so einiges andere transportieren.

Die nächste Holzfähre ist meine, und so lande ich am gegenüberliegenden Ufer in Bur Dubai. Dort fällt man aus dem Boot direkt in den Bur Dubai Souk, der nicht weniger ansehnlich und gemütlich ist wie die Souks in Deira.

Auf meinem Weg durch die unergründlichen Gassen des Viertels ziert auch die eine oder andere unvermeidliche Moschee meinen Weg.

Nicht ganz zufällig lande ich eine Weile später in der rekonstruierten Al Fahidi Historical Neighbourhood mit ihren traditionellen Windturmhäusern (bajeels). Diese brachten einst kühlen Wind in die aufgeheizten Häuser. Was für ein charmantes, ruhiges, schattiges Viertel voller Flair ohne Autos und ohne Altstadtrummel! Es gibt hier ein paar Museen, Galerien, viel Kunst, Cafés und Restaurants. Und natürlich eine Moschee … Und so verweile ich an diesem lauschigen Ort ausgiebig. Hier ein paar Impressionen:

Der Nachmittag ist nun schon mächtig fortgeschritten! Die Füße qualmen, und so schwinge ich mich ermattet in die nächste U-Bahn. Eigentlich stand noch die Al Shindagha Historical Neighbourhood auf meinem Plan, aber ich belasse es dann doch dabei, ein paar Stationen weiter ein wenig um den U-Bahnhof Al Ghubaiba herumzuschleichen …

… und den höllischen Verkehr zu bestaunen.

Auf dem Rückweg zum Hotel begehe ich den Fehler, eine Station vorher auszusteigen, da ich noch eine Moschee ablichten will, die mir heute morgen beim Vorbeifahren aufgefallen ist. Das wäre alles kein Problem gewesen – wenn nicht ausgerechnet heute Aschermittwoch wäre! „Und was, bitteschön, haben Muslime damit am Hut?“, höre ich euch fragen. Darüber habe ich auch gegrübelt, während ich gemeinsam mit unfassbaren Menschenmassen rund eine Viertelstunde brauche, um vom Bahnsteig bis hinunter zum Ausgang zu kommen. Des Rätsels Lösung offenbart sich, als ich endlich draußen bin. Direkt neben dieser schicken Moschee …

… ist eine große katholische Gemeinde beheimatet. Und die feiert um 18 Uhr eine Messe. Habe ich ja wieder gut abgepasst 😎.

13 Gedanken zu “Tage 1 und 2 – Dubai: Hin und weg

  1. Herrlich, Elke, der Finger wieder zur rechten Zeit am Abdruck und die Hand locker beim Tippen der Kuriositäten und des Erlebten im Orient. Es beglückt mich sehr, wieder ein bisschen mit dabei sein zu dürfen. Das tut mir in meiner letzten Klausurenphase richtig gut. Hab weiterhin eine wunderbare Zeit!

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  2. Schön, auch mal ein paar andere Einblicke von Dubai zu erhalten, als immer nur The Palm, den Burj Kalifa oder das Burj al Arab. Sehr schöne Fotos, besonders von dem restaurierten historischen Viertel. Bin gespannt, was du sonst noch so erlebst. Aber vergiss dabei das Erholen nicht.😉

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