Heute gehe ich es etwas langsamer an. Nach dem Frühstück baue ich mein mobiles Büro im Schatten am Pool auf und schreibe den versprochenen zweiten Teil des gestrigen Tages. 


 

Danach kümmere ich mich um den Haushalt. Ihr wisst schon, mein begrenztes Gepäck und die damit verbundene Notwendigkeit, öfter mal Klamotten zu waschen. Sobald das erledigt ist, schwinge ich mich auf ins Städtchen. Die Innenstadt besteht im Wesentlichen aus der Central Avenue, an deren westlichem Ende auch mein Hotel liegt. Sie ist gleichzeitig auch Teil der alten Route 66. Hier findet auch das abendliche Leben mit vielen Kneipen, Bars und Restaurants statt. Und nicht zu vergessen das allabendliche Schaulaufen bzw. -fahren der stolzen Autobesitzer. Alle cruisen mit röhrenden Motoren, dröhnender Musik und heftig bouncend (die deutsche Übersetzung, federnd oder hüpfend, gibt die Show nur unzureichend wieder) mit ihren fetten Kisten die Central Avenue auf und ab. Sehen und gesehen werden. Ein Catwalk der besonderen Art. Mit fetten Kisten meine ich zum Beispiel solche Exemplare:
 

 

Und so schaut es aus in downtown Albuquerque:


  
 Wenn ich gerade schon mal da bin, gehe ich in den Bahnhof rein, um mir schon mal ein Ticket für den morgigen Ausflug nach Santa Fé zu sichern. Wie ich dort erfahre, wird der „Railrunner“ nicht von Amtrak, sondern von einer privaten Gesellschaft betrieben. Die haben auch gar keinen Schalter, denn man kauft die Tickets direkt im Zug. Auch gut.

Zeit fürs Mittagessen. Zur Abwechslung gehe ich in ein brasilianisches Restaurant, das „Tucanos Brazilian Grill“. Am Empfang – hier in den USA wird man in der Regel platziert, man geht nicht einfach an irgendeinen Tisch – erwartet mich eine kleine Überraschung. Die junge Dame erkennt meinen deutschen Akzent und fängt an, deutsch mit mir zu sprechen. Fehlerfrei mit guter Wortwahl. Sie lebte wohl zwei Jahre in Weiden in der Oberpfalz (Bayern), wo sie auch Deutsch gelernt hat. Was mein Erstaunen nur vergrößert, wenn ich mir ihr sauberes Hochdeutsch anhöre. Ich jedenfalls verstehe so gut wie kein Wort, wenn ich Oberpfälzer reden höre …

Hier kredenzt man mir das mit Abstand beste Essen, das ich bisher in den USA zu mir genommen habe. Es gibt ein Buffet mit riesiger Auswahl. Die Speisen sind würzig, aber nicht zu scharf. Echt klasse. Wen es interessiert: http://www.tucanos.com/albuquerque

Ich schlendere zurück ins Hotel. Die Spannung steigt, denn bald steht das Highlight des Tages an. Denn wenn ich schon mal am Ort des Geschehens bin, lasse ich mir als großer Fan eines ganz sicher nicht durch die Lappen gehen: eine Tour zu den Originalschauplätzen von „Breaking Bad“ im Wohnwagen von Walter und Jesse, in dem sie zu Anfang ihre Kochkünste ausprobieren. Ein paar Locations vom spin-off „Better call Saul“ sind auch dabei.

An all diejenigen, die diese US-Serie(n) nicht kennen oder nicht mögen: ich nehme es euch nicht übel, wenn ihr an dieser Stelle auf einen anderen Kanal schaltet. Zur Story im allgemeinen und zu den Locations und Personen im Besonderen größere Erklärungen abzugeben, würde an dieser Stelle zu weit führen. Alle Fans der Serie(n): bitte einsteigen bzw. an Bord bleiben!

Die Tour geht über drei Stunden und fährt 20 Drehorte an. An dreien davon steigen wir aus und schauen uns näher um, an allen anderen fahren wir langsam vorbei oder halten kurz an. Nicht zu allen Orten gibt es Fotos. Die Tour dauert deshalb so lange, weil – ich erwähnte es schon an anderer Stelle – die Stadt sehr weitläufig ist und die Orte teilweise recht weit voneinander entfernt liegen. Unser Tourguide hat hinter den Kulissen beim Dreh mitgewirkt und hatte eine kleine Nebenrolle als DEA-Agent. Und los geht’s!

Von außen sieht das Wohnmobil ja noch recht normal aus. Von innen dann zeigt es doch seinen eigenen Stil. Die Innenaufnahmen wurden „in echt“ natürlich im nachgebauten Studio gedreht.
 


 
 Einer der ersten Stopps ist das Haus von Sauls Bruder Chuck McGill. In echt sind die Fenster nicht mit Folie abgedunkelt :-).
 
 
 Und hier – Tusch – das Haus vom legendären Jesse Pinkman. Yo bitch!

 

 Hier seht ihr das Headquarter von Tucco, das Walter in einer der Folgen in die Luft gehen lässt.

 
 
Auch dieser Waschsalon hatte die Ehre, als Schauplatz zu dienen. Er liegt drei Blocks von meinem Hotel entfernt und beherbergt schätzungsweise 50 Waschmaschinen und Trockner. Wenn nicht gar mehr.

 

 Diese verfallene Transformatorenfabrik diente schon oft als Filmlocation. Nicht nur bei Breaking Bad, auch Szenen aus Transformers (ha, das passt ja!), Avengers und einigen anderen Filmen wurden hier gedreht.

 


 
 Den ersten richtigen Stopp legen wir an einem meiner Lieblingsschauplätze der Serie ein. Dort essen wir einen Burrito (in echt gibt es hier nicht nur Chicken), mit dessen Sauce ich mir einen Fleck auf die Hose zaubere. Den lasse ich wohl drin, aus Kultgründen :-). Der Besitzer des Restaurants verhandelt wohl zur Zeit mit Sony Pictures darüber, den Filmnamen für seinen Laden verwenden zu dürfen.

 


 
Wir passieren auch Crossroads, wo die gute Wendy auf verschiedene Arten und Weisen ihren Lebensunterhalt verdient.

 
Wir lassen auch Danny’s Auto Service nicht aus, vor dessen Zapfanlagen Walter den Wagen von Ken in die Luft fliegen lässt und Skinny Pete an einen Truckfahrer Drogen verkauft.

 
Das nächste Foto hat nichts mit der Serie zu tun. Wollte nur mal zeigen, dass es um Albuquerque herum nicht nur die flache Hochebene gibt, sondern auch etwas Gebirge. Natürlich will ich auch testen, ob ihr noch wach seid 😜.

 

 
 Den nächsten Aussteigestopp legen wir am Octopus CarWash ein. Dort wo in echt Autos gewaschen werden, bevorzugt Heisenberg samt Gattin bekanntlich die Geldwäsche.


 
 In der guten Waschstube hängen dann auch stilecht die Haupt- und ein paar der Nebendarsteller.

 


 
 Draußen auf dem Parkplatz üben wir uns derweil im Meth-Kochen. Leider verweht der Wind den schönen grünlichen Rauch, so dass fürs Foto kaum was übrig bleibt. Immerhin haftet uns jetzt der delikate Geruch von Schwefel in der Nase.


 
Nicht fehlen in der Sammlung darf natürlich das Super Lab, das sich konspirativ unter der Wäscherei befindet. Die wird hier in echt übrigens wirklich betrieben. 

 
 
 Und hier seht ihr schlussendlich the real White House inklusive meiner speziellen Art von Gruppenfoto. Wir wurden vorab gebeten, keine Pizza aufs Dach zu schleudern.

 Wieder ein großartiger Tag! Bis morgen!
 
 
 

15 Gedanken zu “Tag 16 – Albuquerque: Downtown und Breaking Bad

  1. So Klasse, die Orte noch mal etwas anders auf deinen Fotos zu sehen. Die Tour hätte mir bestimmt auch Spaß gemacht. Hast du die ganzen Infos noch gewusst, oder wurden die bei der Führung noch mal in Erinnerung gebracht? 😀

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  2. Wow, um diese Tour beneide ich Dich. All diese durch Breaking Bad so „vertrauten“ Orte in echt zu sehen, muss super gewesen sein.
    Und zum ersten Foto der Diwntown von Albuquerque: was, bitte schön, darf man sich denn unter Kotsaft vorstellen?

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    1. Ja, die Tour war echt klasse! @ Kotsaft: Genau das habe ich mich auch gefragt 😂😂😂. Hab es als Aufmerksamkeitstest hier rein genommen. Du bist der Erste, der den Gag bemerkt hat bzw was dazu sagt. Congratulations 😀😀😀.

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      1. Oh, das hatte ich auch gesehen! Ich will jetzt nicht darüber nachdenken, was es sein könnte… 🙂
        Weil ich aber BB und auch sonstige Serien so gar nicht mehr schaue, war ich in den letzten Tagen etwas zurückhaltender…

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      1. Doch kennst Du bzw. hast du schon gehört:
        Captain America, Iron Man, Agents of Shield, Agent Carter, Hulk, Thor, Antman, Daredevil, Jessica Jones und neu Luke Cage. Ich hoffe ich habe keinen vergessen, so auf die schnelle … Aber da kann bestimmt yazoo78 noch kontrollieren/aushelfen!?

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