Da hat sie sich aber im Land geirrt, die Elke! Oder? Nee, das passt schon. Denn …

… ich bin dieses Mal bei der Reiseplanung ein Wagnis eingegangen. Die erste der beiden Wochen auf La Palma werde ich im Rahmen einer Gruppenreise auf Wanderschaft verbringen. Und der Anbieter dieser Reise hat sich die skandinavischen Seefahrer als Namensvorbild genommen.

Die Elke auf Gruppenreise? Ernsthaft? Ja, tatsĂ€chlich. Das hat, wenn ich wandern will, vor allem praktische GrĂŒnde. Ich muss mich weder um den Transport zu und von den Wanderwegen noch um die StreckenfĂŒhrung kĂŒmmern. Und sollte mir unterwegs dann doch mal was passieren, bleibe ich nicht unentdeckt irgendwo auf der Strecke. Bei meiner nicht sonderlich gut ausgeprĂ€gten Trittsicherheit ist das durchaus ein Faktor.

FĂŒr eine Vielgereiste wie mich, die ĂŒberwiegend individuell unterwegs ist, ist so eine Gruppenreise natĂŒrlich ein „Abenteuer“. Denn kaum etwas fĂŒrchte ich mehr als abhĂ€ngig zu sein, nicht alles selbst frei entscheiden zu können und mich zeitlich und inhaltlich anpassen zu mĂŒssen.

Hinzu kommt fĂŒr mich als Reisebloggerin noch ein weiterer Punkt: das Fotografieren wird schwierig bis unmöglich sein. Das weiß ich aus der Erfahrung der wenigen organisierten Reisen, die ich in der Vergangenheit unternommen habe. Deshalb habe ich meine KameraausrĂŒstung dieses Mal zuhause gelassen und werde stattdessen mit meinem iPhone auf Schnappschussjagd gehen. Denn mehr als mal schnell das Handy zĂŒcken ist nicht machbar. Binnen Sekunden biste abgehĂ€ngt, weil in der Regel niemand auf dich wartet. Nun denn, ich habe dennoch versucht, das Bestmögliche fotografisch herauszuholen.

Nun aber los! Und zwar, wie so oft, mit EasyJet. Sowohl die leitende Flugbegleiterin als auch spĂ€ter der Pilot verwirren wĂ€hrend des Fluges mehrmals damit, als heutiges Ziel Gran Canaria anzugeben. Ihr habt wohl beide den Überblick verloren! Doch schlussendlich landen wir dann doch auf La Palma. Und das sogar 40 Minuten zu frĂŒh. Nimm das, Deutsche Bahn!

Das Hotel, in dem unsere Reisegruppe wĂ€hrend der ganzen Woche untergebracht ist, liegt auf der Ostseite der Insel, so ziemlich genau mittig zwischen dem Flughafen und der Hauptstadt, nur wenige Fahrminuten von beidem entfernt. Das gesichtslose Örtchen, das im Wesentlichen aus Hotels, Apartmentanlagen und der ĂŒblichen touristischen Infrastruktur besteht, nennt sich Los Cancajos. Nicht schön, aber praktisch. Denn von hier aus sind auch die meisten Wanderwege gut und schnell zu erreichen. Und die Ausblicke auf den Atlantik sind auch nicht zu verachten.

Abends treffe ich im Hotel zum ersten Mal auf den Guide und die Gruppe. Wir sind 19 Leute, in der Mehrzahl Frauen. Manche sind paarweise unterwegs, doch die Einzelreisenden sind in der Mehrzahl. Die Altersspanne liegt zwischen 34 und 78 Jahren. Doch das Alter sagt weder etwas ĂŒber die Fitness noch ĂŒber die Art und Weise, wie man seinen Mitmenschen begegnet, aus. Kurzum: die Truppe ist bunt gemischt und macht einen netten Eindruck, ebenso der Guide.

Der Sonntag bricht an, die erste Wanderung steht auf dem Programm. Wettertechnisch wird es La Palma in dieser Woche gut mit uns meinen.

Ein Kleinbus bringt uns zum Besucherzentrum bei Fuencaliente im SĂŒdwesten der Insel. Dort schauen wir uns ein eher wenig aussagekrĂ€ftiges Filmchen ĂŒber die Insel an. Die auf VulkanausbrĂŒche fokussierte Ausstellung hingegen ist deutlich interessanter. Das passt zu unserem heutigen Thema, dem Vulkanismus. Wir schauen noch kurz beim nahegelegenen Aussichtspunkt vorbei …

… und starten von hier aus zu unserer Wanderung zu den beiden LeuchttĂŒrmen an der SĂŒdspitze der Insel. Zu Beginn geht’s etwas steiler bergab …,

… doch schon bald flacht die Strecke ab. Wir laufen durch eine karge, bizarre und faszinierende Landschaft. Vulkanasche knirscht leise unter meinen Schuhsohlen. Fast hat es etwas Meditatives!

Unsere Wanderung endet im SĂŒden an den beiden LeuchttĂŒrmen. Der alte hat ausgedient. Doch sein rot-weiß gestreifter Nachfolger wirft sein Leuchtfeuer 14 Seemeilen auf den Atlantik.

Aber das sĂŒdliche Ende von La Palma bietet noch mehr. Schwarze Klippen, tosende Wellen, die dagegen brechen, kleine, teils verwitterte HĂ€uschen, blendend weiße Salzbecken, aus denen die beliebte KĂŒchenzutat gewonnen und auch vor Ort verkauft wird, und last but not least die erstarrten Lavazungen im Hinterland, die wir vorher passiert hatten.

Nachdem wir dort ein wenig „Freilauf“ genießen konnten, bringt uns der Kleinbus zum Abschluss der Tour nach Fuencaliente. Unser Guide Matthias hat hier vor allem die Bar Parada im Sinn. Neben dem ĂŒblichen Angebot an GetrĂ€nken ist sie vor allem fĂŒr ihre MandelplĂ€tzchen bekannt. Dort sollen sie besonders gut sein.

Das teste ich jedoch nicht aus, denn ich seile mich hier bis zur RĂŒckfahrt ab. Zu schön und zu schade erscheint mir das kleine Örtchen schon beim Durchfahren, um nur in einer Bar zu sitzen, statt es mir anzusehen. Und ehrlich gesagt ist mir gerade auch nach etwas Zeit fĂŒr mich alleine.

Am spĂ€ten Nachmittag bringt uns der Bus zurĂŒck zum Hotel, wo noch ein wenig freie Zeit bis zum gemeinsamen Abendessen bleibt.

Ja, es ist ungewohnt fĂŒr mich, mit Halbpension „versorgt“ zu sein und den ganzen Tag in Gesellschaft einer Gruppe zu verbringen. Als nur punktuell gesellige EinzelgĂ€ngerin ist das durchaus eine Herausforderung fĂŒr mich. Doch die unkomplizierten, netten Leute in der Gruppe machen es mir leicht. Da kann die Teilzeit-Autistin in mir (Achtung: Insiderwitz, bitte nicht im Wortsinn ernst nehmen!) auch mal eine Pause einlegen.

Bis morgen. Stay tuned!

15 Gedanken zu “La Palma – Unter Wikingern”

  1. Sehr schöner Bericht ! Deine Schwierigkeiten auf der Gruppenreise kann ich sehr gut verstehen. Auch wenn die Leute nett sind, so hat es mich stets gestört, dass ich mich nicht spontan und solange ich wollte bewegen konnte, sondern mich nach dem Programm und den Abfahrtszeiten richten musste. Andererseits sind die praktischen Aspekte einer organisierten Reise nicht zu verachten. Einige Reiseziele oder sogar ziemlich viele sind fĂŒr mich wahrscheinlich nur noch so zu erreichen. Vielleicht ĂŒberlege ich es mir noch einmal …

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    1. Danke, Inga! Ja, so isses. Sie eine Gruppenreise hat zwei Seiten. Wenn man die Vorteile will oder braucht, muss man sich mit den Nachteilen arrangieren. Mein Mittelweg bestand halt darin, noch eine Woche auf eigene Faust dranzuhĂ€ngen. Bin gespannt, wie deine kĂŒnftigen Entscheidungen dahingehend ausfallen.

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  2. Elke auf Gruppentherapie, da staune ich ja. 😀 Aber warum auch nicht, man soll immer an seine Grenzen gehen und dann noch einen Schritt weiter.

    Aber scheint ja, als ob du GlĂŒck mit der Gruppe hĂ€ttest. Es hĂ€ngt halt immer vom Guide und den Teilnehmern ab. Ein Depp in der Gruppe kann die ganze Stimmung ruinieren. Man muss nur darauf achten, nicht selbst der Depp zu sein 😉

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    1. Ja, das hĂ€ttest du mir nicht zugetraut, gell? Die Komfortzone zu verlassen gehört jetzt neuerdings zu meinen Hobbys 😁. Ja, Deppenfreiheit macht eine Gruppenreise trotz ihrer EinschrĂ€nkungen definitiv angenehmer! Und ein kritischer Blick in den Spiegel kann in dem Zusammenhang absolut nicht schaden 


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  3. Schöner Beitrag von dieser Insel. WĂŒrde mich auch mal reizen. Gruppenreise haben meiner Meinung nach immer Vor und Nachteile. Man muss sich anpassen, an die Zeiten halten, auf der anderen Seite sind Routen dabei die man selbst ĂŒberhaupt nicht finden wĂŒrde. Man muss die Vor und Nachteile einfach fĂŒr sich persönlich abwegen.

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    1. Danke, Manni! WĂŒrde dir bestimmt gut gefallen, da du ja auch gerne in schöner Natur unterwegs bist. Was du zu Gruppenreisen sagst, stimmt. Unter dem Strich mĂŒssen die positiven Aspekte fĂŒr eine selbst ĂŒberwiegen. Dann kann bzw muss man die anderen Aspekte hinnehmen. FĂŒr mich hat‘s dann gepasst, zumal ich im Anschluss noch eine weitere Woche individuell unterwegs war.

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  4. Guten Morgen, Elke,

    meine Freundin lebt schon seit 1994 auf La Palma und wir haben den Vulkanausbruch durch ihre telefonischen Berichte sehr nahe miterlebt. Wir haben vor, nÀchstes Jahr nach La Palma zu fliegen und unsere Freundin und ihre Familie zu besuchen und die Insel neu zu erkunden.

    Komme gut in die Woche, Susanne

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      1. Ja, Elke, soviel wird sich die Insel sicher nicht verĂ€ndert haben, dass sie mir nicht mehr gefĂ€llt. Ich bin natĂŒrlich trotzdem neugierig auf die neu entstandenen Lavaströme. Sicher werden wir – wo es möglich ist – viel wandern.
        Liebe GrĂŒĂŸe und ein schönes Wochenende von Susanne

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  5. Also, liebe Elke, ich bin sehr weit zurĂŒckgefallen beim Lesen deiner Berichte und auch beim Kommentieren. Vulkanasche ĂŒber mein… du weißt schon 😉 Dass du dich auf einer schönen Insel eingefunden hast, hat mich jetzt weniger ĂŒberrascht, ist ja nicht das erste Mal. Aber als ich „Gruppenreise“ gelesen habe, dachte ich, ich hĂ€tte mich verlesen. Ich reibe mir also die Augen, aber nein, da steht noch immer „Gruppenreise“ 😉 Ich bin gespannt, wie sich die weiteren Berichte und deine Erfahrungen mit der Gruppe entwickeln. DafĂŒr, dass du von „so gut wie nicht fotografieren können“ schriebest, sehen deine Bilder, wie immer, wirklich toll aus.

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    1. Einen Haufen Vulkanasche muss ich mir dann auch selbst ĂŒber den SchĂ€del kippen. Denn auch ich bin beim Lesen und Kommentieren deiner BeitrĂ€ge etwas, hĂŒstel, im RĂŒckstand. Doch die Aufholjagd steht schon fast in den Startlöchern.

      Ja, Elke und Gruppenreisen – zwei Welten treffen aufeinander, aus rein praktischen ErwĂ€gungen, wie schon im Bericht ausgefĂŒhrt. Eine Liebesheirat war und ist das nicht, eher eine Zweckehe 😁. Soviel sei vorab verraten: I did it again. Wieder aus den gleichen Überlegungen heraus. Doch dazu erst in naher Zukunft. @ Fotos: danke fĂŒr die Blumen 😎.

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