Der Sturm hat sich ausgetobt, ein leichter Wind bleibt. Für uns bedeutet das ein angenehmes Wanderwetter trotz Wärme. Eingeprägt hat sich mir jedoch die Erfahrung, wie es ist, der unberechenbaren Witterung Tag und Nacht ohne feste Behausung ausgesetzt zu sein.

Wir haben uns jetzt gut in den Tagesablauf eingegroovt. Er ist unser Alltag geworden in dieser Woche. Und so ziehen wir stoisch unserer Wege durch die endlosen Dünen, freuen uns, wenn die Jungs mit den Autos unsere Wege kreuzen, schauen in die unendliche Weite der Wadis und werfen unsere Schatten voraus.

Am Nachmittag dann zwei Großereignisse. Zwar könnte ich behaupten, die vier Damen mit den dekorativen Kopfbedeckungen spielen ein Kartenspiel für Kinder, und die fünfte Dame lässt sich so ein witziges Motiv nicht durch die Lappen gehen. Doch hört es sich nicht ungleich besser an, wenn ich sage: hier tagt der Rat der Muslima?!?

Der Quotenmann schweigt dazu und zieht sich hinter schützende Stoffgemäuer zurück.

Großereignis Nummer zwei: Ali zeigt seine Künste als Dompteur aller Wüstenmäuse. Sind sie nicht herzallerliebst?

Der Alte Sack hingegen hat nur eines im Sinn: Tee schlürfen und die schicke, prall mit leckeren Datteln gefüllte Dose vor unberechtigten Zugriffen zu schützen. Der Mann von Welt weiß eben, was gut ist.

Der Nachmittag schreitet voran. Zeit, die Kamera aus dem Rucksack zu lassen. Was soll ich sagen? Die Dünen sprechen für sich. Wie immer.

Alten Traditionen folgend, will ich euch auch heute nicht vorenthalten, was es zum Abendessen gibt, bevor wir uns dem Lagerfeuer, dem Weihrauch und der Nacht hingeben. Wir füllen unsere hungrigen Mägen mit Salat, Nudeln mit Gemüsesauce und dem obligatorischen Kuchen.

Die Erkenntnis des Tages reift in mir, als ich im Zelt liegend den Vollmond betrachte: Den Kampf Sand gegen Elke gewinnt immer der Sand.

8 Gedanken zu “Tag 8: Rub Al-Khali – Von Mäusen und Menschen

  1. Was ihr Wüstenleute alles so als Großereignis anseht.😅 Auf den Fotos sieht es so aus, als würdet sowohl ihr als auch die Autos gar nicht doll einsinken. Täuscht das oder ist es in der Tat gar nicht so anstrengend darauf zu laufen?

    Gefällt 1 Person

    1. @ Großereignis: war auch nicht wirklich ernst gemeint 😎. Aus den Autoreifen wurde zu Beginn einiges an Luft rausgelassen. Von daher sanken die tatsächlich nicht so ein. Beim Laufen war es unterschiedlich. Auf eher ebenen Flächen innerhalb eines Dünenfeldes lief es sich oft recht gut, da der Untergrund doch relativ fest war. Aber insbesondere beim Auf- und Absteigen von steileren Stellen sanken wir schon ein bzw. rutschten immer wieder etwas nach unten. Ich war so manches Mal froh, dass meine Wanderhosen ziemlich lang waren, so dass kein Sand in meine Wanderschuhe kam. Die haben zwar einen hohen Schaft, aber das hätte mir bei so manchem Abstieg ohne schützende Hosen nix genutzt.

      Gefällt 1 Person

  2. Die Wüstenmäuse hätte sich der alte Sack mal vor den Karren spannen lassen sollen. Dann wäre er/es abgegangen wie bei Ben Hur…

    Mal ehrlich, die Mäuse verblüffen mich total! Warum sind die so zahm!?

    Gefällt 1 Person

    1. @ Sack Hur: das wäre es doch gewesen 😂! @ Mäuse: entweder lag es daran, dass die, soweit ich weiß, eher nachtaktiv und von daher tagsüber eher nicht so reaktionsschnell sind. Oder der Ali hat schlichtweg ein Händchen für Tiere. Mäuseflüsterer oder so 😎!

      Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s