Bereits gestern versprach meine einschlägige App für den heutigen Sonntag bestes Wetter. Damit ist glasklar: diese Chance müssen wir nutzen! Wer weiß, was uns die unberechenbare Bergwelt in den kommenden Tagen servieren wird.

Von unserem Balkon aus bewundern wir bereits am frühen Morgen das goldene Glühen der Berge, …

Goldene Zeiten

… bevor wir, ordentlich warm angezogen, mit unserem Mietwagen überschaubare 12 Kilometer bis zur Seilbahn zurücklegen, die uns hoch zur Zugspitze katapultieren wird. Um 8:30 Uhr sind wir dort. Der frühe Vogel, ihr wisst schon!

Und so sind wir unter denjenigen, die die zweite Gondelfahrt des Tages antreten dürfen. Mittendrin, statt nur dabei! Für die rund 2.000 Höhenmeter, die unten von der Talstation bis oben auf den Gipfel überbrückt werden müssen, sind wir geschätzte zehn Minuten unterwegs. Von uns aus hätte die Fahrt gerne länger dauern können, denn die Aussichten sind gigantisch. Doch unser Bedauern verfliegt ganz schnell, als wir oben aussteigen und realisieren, dass die Perspektiven aus der Gondel heraus höchstens als Vorspiel zu dem durchgehen, was uns hier auf den Gipfelplattformen erwartet.

Wattebausch

Wir sind jetzt auf 2.962 Metern Höhe. Mehr geht nicht in Deutschland. Die Sonne scheint bei klirrend kalten minus sechs Grad, die Luft ist klar, der Wind pfeift uns mit 40 Stundenkilometern ins Gesicht und durch die Klamotten. Über Nacht hat es 70 Zentimeter Neuschnee gegeben. Die Sicht könnte kaum besser sein. Satte 56 Kilometer Fernsicht werden uns geboten. Und das alles bei blauem Himmel mit dekorativen Wölkchen. Ein Traum! Einen passenderen Tag hätten wir uns wohl kaum aussuchen können. Und so können wir uns nicht satt sehen am Anblick von 400 verschneiten Gipfeln in vier Ländern, die um uns herum um unsere Aufmerksamkeit buhlen. Auch der Eibsee tief unter uns zeigt sich von seiner schönsten Seite.

Die Menschenmenge hält sich zu dieser recht frühen Stunde noch in Grenzen. Allerdings „stören“ uns die Jungs von der Schneebeseitigung anfangs mit ihrem Lärm und dem künstlichen Gestöber, mit dem sie uns zwangsläufig abduschen und das uns die Sicht vernebelt. Mensch Jungs, könnt ihr das nicht ein wenig früher erledigen, BEVOR die ersten Gondeln hier die Leute ausspucken?

Zerstäuber

Doch dieses kleine Ungemach ist schnell vergessen, nachdem das Feld im wahrsten Sinne geräumt ist. Mit klammen Fingern bringen wir unsere Kameras an den Start. Auf die Plätze, fertig, los!

Verkuppelt
Gipfelstürmer
Verzapft
Undercover
Natur und Technik
Ziemlich beste Freunde
Versilbert
Bergpanorama
Tonnenweise
Eingebettet
Abgestempelt
Von oben herab
Schwergewicht
Frostbeule
Tech-Nick
Gut verpackt

Kurz vor Mittag wärmen wir uns bei Kaffee, Tee und Kuchen im Restaurant auf und ziehen verdutzt die bisherige Zeitbilanz. Was? Wir waren mehr als DREI Stunden (davon höchstens eine Dreiviertelstunde im Restaurant) da oben auf den Plattformen 😅? Wir sind wohl echt nicht mehr zu retten …

Auf den Schreck hin läuten wir die nächste Phase ein und lassen uns von der Gletscherbahn hinunter auf die Zwischenstation des Gletschers befördern. Dort stapfen wir eine Weile munter durch den hohen Schnee, bestaunen die tolle Landschaft und drücken hier und da auf die Auslöser.

Angeleint
Bergbau
Dörflich
Steile These
Weitblick

Dieser unseligen Spezies sind wir hier übrigens heute nicht begegnet. Was für ein Glück!

Heute tatenlos

Auch wenn es schwerfällt, sich von diesem Ort zu lösen: jetzt geht es abwärts! Die Zahnradbahn …

Zugig

… bringt uns zurück ins Tal, wo der Eibsee lockt. Die 12 Grad, die uns dort erwarten, muten fast tropisch an. Ist es doch immerhin satte 18 Grad wärmer als oben auf der Zugspitze!

Die Sonne ist uns weiter hold. Und so starten wir nach einem zünftigen Mittagessen im Seerestaurant zur Seeumrundung. Auf den insgesamt rund siebeneinhalb Kilometern zwingen uns zahlreiche schöne Aussichten zum Innehalten, Verweilen und Genießen. Und so vergeht auch der Nachmittag viel zu schnell!

Eines muss man dem Eibsee lassen: er hat sich eine fantastische Hintergrundkulisse ausgesucht, die ihn formidabel in Szene setzt. Gute Gesellschaft wählt man mit Bedacht.

Doppelt hält besser
Stille Wasser

Am frühen Abend kehren wir nach Hause zurück. Von Haustür zu Haustür waren wir heute insgesamt 11 Stunden unterwegs. Wir sind angenehm müde und glücklich. Was für ein Tag! Da kann uns auch die Feststellung, dass es noch immer kein warmes Wasser gibt, nicht mehr ernsthaft erschüttern 😅. Morgen, Kinder, wird’s was geben! Nämlich eine warme Dusche. So verspricht es die Nachbarin.

32 Gedanken zu “Ramsau/Garmisch: Tag 9 – Zugespitzt

  1. Wieder fantastische Fotos, liebe Elke, die ich mir sehr gerne angeschaut habe.
    Tja, zur Seilbahn schweige ich lieber ……. immerhin ermöglicht sie „Nicht-Bergsteigern“ diese unglaublichen Aussichten zu sehen und zu fotografieren, die du hier zeigst.
    Wenn du jedoch um 4 Uhr früh aufstehst, um den Aufstieg zur Zugspitze zu starten und dann völlig entkräftet auf die Aussichtsplattform ankommst, dann fragst du dich, was das denn soll…. die Stille des Aufstiegs wird jedenfalls nicht mit einem einsamen Gipfelkreuz belohnt…..
    Liebe Grüße von Susanne

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    1. Freut mich, dass dir die Fotos gefallen haben.

      @Seilbahn: nun, ich kann mir gut vorstellen, dass sich das für euch blöd angefühlt haben muss nach den Mühen des Aufstiegs. Aber so ist das nun mal in Zeiten des Massentourismus – zu denen ihr aber letztendlich auch gehört, auch wenn ihr zu Fuß da hoch seid und euch den Anblick „erarbeitet“ habt. Da hat man eben so gut wie nichts mehr exklusiv für sich alleine. Aber immerhin hattet ihr die Stille des Aufstiegs, bei der euch niemand gestört hat.

      Im Berchtesgadener Land hat man sich ja ganz bewusst dagegen entschieden, den Watzmann mittels Seilbahn massentauglich zugänglich zu machen. Da ging es aber wohl vorrangig um Umweltschutzgründe und weniger darum, die Aussicht exklusiv für Bergsteiger zu reservieren. Unterm Strich aber bleiben den Bergsteigern und Bergwanderern ja überall viele andere Berge, deren Gipfel nur zu Fuß erreichbar sind. Da seid ihr ja weiterhin „unter euch“ 😎. Die Zugspitze als höchsten Berg Deutschlands dürfen eben alle genießen. Ich finde das ok so.

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      1. Du hast recht, Elke.
        Ich glaube, einen einsamen Berggipfel gibt es heute nicht mehr. Und natürlich hast du recht, dass wir auch zum Massentourismus gehören.
        Der Watzmann liegt im Naturpark, oder? Ich glaube, da gelten nochmals andere Regeln und am Königssee gibt es ja die Jennerbahn.

        Wenn du so schreibst „exklusiv für Bergsteiger“ hört sich meine Meinung ganz schön „arrogant“ an. So meinte ich es nicht. Vielleicht regt sich da bei mir ein Gefühl von Einsamkeit, dass ich gerne hätte, wenn ich in der Bergwelt wäre. Das, was für das Meer das Bild „Der Mönch am Meer“ von Kasper David Friedrich so trefflich wiedergibt.
        Aber das ist sehr egoistisch gedacht…… 😦
        Liebe Grüße von Susanne

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        1. Genau, der Watzmann liegt im Naturschutzgebiet. Da sind die Regeln in der Tat strenger. Arroganz will ich dir auf keinen Fall unterstellen! Ich habe schon verstanden, wie du das meintest. Wenn man sich so anstrengt, den Gipfel aus eigener Kraftanstrengung zu erreichen, ist es schon ein ziemlicher Dämpfer, wenn man oben ankommt und den Rummel abbekommt.

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          1. Wir haben gerade eine Woche Berchtesgaden reserviert. Nicht nur deine Blogbeiträge und unsere guten Erfahrungen haben uns dazu bewogen, gestern gab es einen meditativen Bericht auf arte über den Königssee. Der Bericht ist noch in der Mediathek abrufbar.
            Es war ein gutes Gefühl, das Zimmer zu reservieren.
            Einen schönen Tag von Susanne

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          2. Das ist doch mal ein guter Plan, Susanne. Jetzt habt ihr was, worauf ihr euch freuen könnt! Wann soll es losgehen? Danke für den Tip mit dem arte-Bericht. Da schaue ich gerne mal rein.

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  2. wow wow ich bin wirklich sprachlos ! Solche Fotos sieht man nicht alle Tage und die sind einfach nur perfekt ! Mehr geht nicht !!!! Solch ein Wetter einfach der Hammer !
    Die Zugspitze so zu sehen ist schon ein besonderes Erlebnis und davon werdet ihr lange zehren !
    Ich weiß das die Fahrt nicht gerade günstig ist und oft kommt man oben an und die Fernsicht lässt zu wünschen übrig. Aber in diesem Fall hat es sich gelohnt !!!!
    Ich war einmal oben aber da kann ich mich fast nicht mehr erinnern. Als ich noch aktiv am Bergwandern war, habe ich sie aber immer ausgelassen. Mich stört die Bauaktivität die man über Jahre auf dem Gipfel betrieben hat. Beton und nochmal Beton !!!! Verstehe aber dass die Menschen einmal auf den höchsten Punkt Deuschlands wollen !!!!
    Also nochmals ein Traum Tag der sicherlich in Erinnerung bleiben wird.
    ps: Auch der Eibsee natürlich super schön, den kenne ich allerdings nicht !!!!

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    1. Freut mich sehr, dass du so begeistert von meinen Fotos bist. Und ja, das Wetter war einfach wahnsinnig toll! Diesen Tag werden wir in der Tat so schnell nicht vergessen. Der Eibsee liegt direkt zu Füßen der Zugspitze. Von der Talstation der Seilbahn aus bist du in wenigen Fußminuten am Ufer. Solltest du also eines Tages doch mal wieder in die Gegend kommen: nimm den See mit!

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    1. Danke für dein Kompliment, Richard! Ja, wenn du Probleme mit der Höhe hast, ist das in der Tat nichts für dich. Dafür nutzt du ja andere Möglichkeiten, schöne Dinge auf dieser Welt zu sehen. Das zeigst du ja mit deinen Fotos auf eindrucksvolle Weise.

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    1. Danke! Und schade, dass ihr gleich zweimal Pech mit der Sicht hattet. Ja, stimmt, die Webcams haben Vorteile. Man kann einerseits im Vorfeld checken, ob der Aufstieg bzw. die Fahrt nach oben an dem Tag lohnt. Und andererseits kann man sich dank ihr die Tour dorthin zur Not auch komplett virtuell ins Haus holen 😎.

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  3. So schöne Fotos! Und so tolles Wetter! Besser ging es ja wirklich nicht!👍 Ich habe mich noch nie wirklich mit der Zugspitze beschäftigt. Gibt es da echt drei verschiedene Transportmöglichkeiten? Man kann scheinbar mit Seilbahn oder Zahnradbahn und Gletscherbahn hoch, richtig? Was ist denn da eher zu empfehlen?
    Der Eibsee ist ja nicht umsonst einer der bekanntesten und beliebtesten Seen in der Ecke – sehr fotogen, der Gute!😊

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    1. Danke, Verena 😘. Genauer gesagt gibt es vier Möglichkeiten: den Beintransport haste vergessen 😜. Nee, aber jetzt mal im Ernst: du kannst entweder mit der Seilbahn hoch auf den Gipfel und dann von dort runter mit der Gletscherbahn auf den Gletscher etwas unterhalb des Gipfels und von dort mit der Zahnradbahn zurück ins Tal. Oder du machst es umgekehrt. Wenn ich es richtig verstanden habe, kann man aber z.B. auch zweimal das gleiche Transportmittel nehmen. Wenn du also die Seilbahn meiden möchtest, geht es glaube ich auch, dass du mit der Zahnradbahn hin und zurück fährst. Allerdings bringt dich dieser Zug nur bis zum Gletscher. Willst du den Gipfel sehen, musst du von dort aus noch in die Gletscherbahn. Die ist aber für Höhenempfindliche sicher einfacher zu „ertragen“ als die Seilbahn. Die Fahrt mit der Seilbahn ist allerdings deutlich spektakulärer! Sagt eine, der die Höhe nichts ausmacht … Ich würde die Reihenfolge wieder so wählen wie gehabt. Die Aussicht aus der Seilbahn wird mit zunehmender Höhe immer besser. Von daher würde ich damit lieber rauf als runter fahren. Stefan, der vor vielen Jahren schon mal dort war, hat beim Runterfahren mit der Seilbahn auch mal ziemliche Schwierigkeiten mit dem Druck auf den Ohren bekommen. Das ist dann wohl ein ähnlicher Effekt wie beim Fliegen: wer empfindlich mit den Ohren ist, der merkt das beim Landen stärker als beim Start. So ist es dann wohl auch mit der Seilbahn.

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  4. Tolle Fotos und die Erkenntnis, dass sich die Zugspitze lohnt. Immerhin, Ihr hattet einen super Einstieg in den Winter 2020/2021! Wer hätte gedacht, dass nur wenige Wochen später, Menschen in Gruppen, im Schnee nicht gerne gesehen sind! Das Wetter war ein Träumchen, das wünscht man sich!

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    1. Danke! Ja, die Zugspitze lohnt auf jeden Fall. Aber besser vorher auf der Webcam checken, ob die Sicht gut ist. Um oben zu stehen und nichts zu sehen ist die Zeit zu schade und das Ticket zu teuer. Stimmt, das war wirklich ein gelungener, wenn auch arg früher Einstieg in die Wintersaison 😎. Das Wetter hätte nicht besser sein können.

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  5. Was für herrliche Bilder! Als ich 2019 dort war (übrigens auch im Anschluss von Ramsau 😊) hatte ich leider Pech mit der Sicht direkt von der Plattform. Absoluter Wolkennebel. Dafür was die Sicht darunter vom Zugspitzplatt umso grandioser. Die Zugspitze ist – egal ob überlaufen oder nicht – einfach genial. Dennoch schlägt mein Herz für Ramsau. Ist einfach beschaulicher.
    So nun halte ich mal meine Begeisterung im Zaun. Will ja nicht den Blog mit meinen Kommentaren fluten 😉 Ein schönes Wochenende…

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    1. Danke, Simone! Ja, wir hatten wohl wirklich ausserordentliches Glück an diesem Tag oben auf der Zugspitze. Im Vergleich geht es mir ähnlich wie dir. Auch wenn die Bergwelt um Garmisch herum wirklich spekakulär ist: das Berchtesgadener Land, speziell Ramsau, ist einfach heimeliger.

      Was Kommentare betrifft: immer gerne her damit! Ich freue mich immer sehr über interessierte Anteilnahme.

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          1. Ich bin beliebt bei einigen Spammern. Da liefen 100e sinnlose Kommentare auf. Ich schließe bei Beiträgen daher die Kommentare nach einer gewissen Zeit. Das ist ein Kompromiss.

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