Nein, ich habe mich nicht verschrieben. Das ist eine Verzweiflungstat. Heute habe ich so viel erlebt und so viele Fotos geschossen, dass ich mich entschieden habe, den Tag in zwei Teile zu splitten. Sonst wird das hier ein Monsterbeitrag, mit dem alle überfordert wären – ihr und auch ich. 

Bill, der festivalerfahrene Rentner mit den 82 Elchen, – ihr erinnert euch sicher -, hatte mir ja gestern ordentlich eingeheizt in Sachen Balloon Festival. Und so habe ich brav seinen Rat befolgt, gleich am Sonntagmorgen zum Massenstart anzutreten. Da das Festivalgelände rund 10 Meilen (16 km) außerhalb der Stadt liegt und mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht bzw. zu spät zu erreichen ist, habe ich gestern gleich nach meiner Ankunft im Hotel einen Platz im Shuttle-Bus gebucht. Dieser soll mich und alle anderen Irren, die bereit sind, mitten in der Nacht aufzustehen, um ein paar bunte Ballons anzustarren, zum Gelände bringen und später wieder in die Stadt zurück karren. 

Dass die ganze Angelegenheit so früh stattfindet, hat im übrigen thermische Gründe. Im Laufe des Tages wird es zu warm. Die Ballons fliegen aber umso besser und länger, je kühler es ist. Wir sind hier in Albuquerque auf rund 2.000 Höhenmetern. Es ist morgens deshalb erstaunlich frisch, so um die 14 Grad maximal. Gut, dass ich in einem der seltenen Anfälle von geistiger Klarheit meine Jacke eingepackt habe. Später am Vormittag brezelt es dann auf 28 Grad hoch.

Eigens wegen des Festivals hat das Hotel netterweise den Beginn der Frühstückszeit von 6 Uhr auf 4 Uhr vorverlegt. So muss ich nicht hungrig in den Bus steigen, der mich um 5:30 Uhr einsammelt. Ein paar Hotels und einige Kilometer später werden wir gegen 6:15 Uhr in die freie Wildbahn entlassen. Dort sind die Vorbereitungen für den Massenstart schon in vollem Gange. Dazu gehört zum Beispiel, dass buchstäblich ein paar Test-Ballons gestartet werden, die die Windverhältnisse checken. Zur Freude von uns Zuschauern sind diese beleuchtet, was zu dieser Zeit – es ist noch recht dunkel – richtig gut zur Geltung kommt.

 Man kann alle Stadien der Vorbereitung hautnah miterleben. Hier seht ihr ein Exemplar, dem noch kein Leben eingehaucht wurde. Unfassbar, wie riesig so eine Hülle ist!
 
 
 Beim Rumlaufen im Gelände muss man übrigens höllisch aufpassen, sich nicht in den überall herumliegenden Schnüren zu verheddern.
 
 
 Im halb aufgeblasenen Zustand sehen die Teile dann so aus:


 
 
 Um einen von den großen Ballons aufzublasen, dauert es rund 15 Minuten. Das erfahre ich von einem der eigentlichen Chefs auf dem Platz, einer Art Fluglotsen, die – hübsch anzusehen in ihrer traditionellen schwarz-weißen Kleidung – darüber entscheiden, wer wann wie startet.
 
 
 Jetzt wird ordentlich eingeheizt. Feuer frei!
 
 
 Schnell noch den Deckel drauf …
 
 
 … und schon erhebt sich der erste der größeren Ballons unter großem Applaus elegant in höhere Sphären. Man kann übrigens auch mitfahren. Ich bleibe jedoch bodenständig.
 
 
 Was dann folgt, ist der ultimative Hammer. Die Party des Jahres! Fotos können nicht transportieren, wie unfassbar schön und beeindruckend es ist, wenn Hunderte von Ballons im Zeitraum von rund 1 1/2 Stunden aufsteigen und sich in den unterschiedlichsten Formationen am Himmel bewegen. Ich  versuche es trotzdem. Nehmt das! Und verzeiht mir die Vielzahl der Fotos heute. Ich habe schon einen wahrlich schmerzhaften Auswahlprozess durchlaufen …
 


 
 Zur Abwechslung mal was Soziokulturelles: Wer nicht laufen kann oder will, kann sich auch stilvoll durchs Gelände kutschieren lassen.
 
 
 Und weiter geht’s.
 


 
 Nicht alle Zuschauer scheinen jedoch beeindruckt zu sein von dem Spektakel.
 
 
Mensch, Mädel, schau, was du verpasst hast!
 


 
 Nun, was soll ich sagen? Fragte ich mich heute morgen um 4:30 Uhr, als der Wecker klingelte, was zum Teufel ich mir da eigentlich antue, so muss ich jetzt sagen: Das war es mehr als wert! Gegen 8:15 Uhr starten die letzten Ballons. Die Masse macht sich auf Richtung Main Street, die Fress- und Souvenirmeile des Festivals. Zum Glück konnte ich vor dem Start frühstücken. Denn mit dem hiesigen Essensangebot hadere ich. Pommes und Burger zu dieser Uhrzeit? Nein danke. Und vor der eigentlichen Spezialität hatte mich Bill, der meine Abneigung gegen scharfes Essen mitgekriegt hatte, schon gewarnt. Bei diesem Futter geht praktisch nix ohne Chili und Tabasco. 
 
 
Die Abfahrt des Busses naht. Auf dem Weg zurück nehme ich zur Kenntnis, dass es durchaus auch stilvollere Möglichkeiten gibt, zum Festival zu reisen.
 
 
 So, Leute, jetzt verdaut das erst mal. Fortsetzung folgt!

 
 
 
 

8 Gedanken zu “Tag 15a – Albuquerque: Flyin‘ high

  1. Absolute Klasse: Bericht, Fotos, das Festival. Warum bin ich in B geblieben? Ach ja kein Urlaub mehr – blöde Planung. Vielen Dank für die vielen Fotos. Ich kann mich gar nicht satt sehen. Besagter Herr Klowskowski hat nicht besser fotografiert und deine Fotos sind alle in camera, also nicht bearbeitet. Klasse! Was wohl 15b noch bringt, wird diesen Bericht wohl kaum übertreffen können?! Daher gut, dass Du geteilt hast. Too be continued …

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  2. Dein bisher aufgeblasenster Artikel. Was für großartige Fotos. Am besten gefiel mir das:

    Und Hut ab für Deinen Einsatz. Es werden weder unchristliche Uhrzeiten noch Mühen gescheut. Elke, Du nimmst wirklich mit, was Du kriegen kannst. Danke, dass Du in Wort und viel Bild uns teilhaben lässt. 😉

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  3. Absoluter Wahnsinn! Geniale Fotos! Wir waren ja leider im Frühjahr in Albuquerque. Aber das müssen zahlreiche Gänsehautmomente gewesen sein. Ganz toll. Und die Bilder sind der Hammer!!! Perfekter Himmel, super Farben! Mir gefällt ja der Yoda und der Rosa-Elefant am besten. Oder und der Leuchteballon am Anfang.😍

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