30. September – 1. Oktober 2021

Im Frühherbst zieht es mich wieder in den Süden. Es gilt, den Sommer zu verlängern! Um Sonne, Licht und Wärme auf Vorrat zu tanken, um besser für die dunkle, kalte Jahreszeit gewappnet zu sein.

Am frühen Nachmittag startet mein Flug mit EasyJet. Nicht nur bei ARD und ZDF sitze ich in der ersten Reihe 😎. Und natürlich auch am Fenster! Warum sollte ich mir auch solche Ausblicke entgehen lassen?

Berge …
… und Meer

Überpünktlich landet der Flieger nach rund zwei Flugstunden in Marseille. Mit dem Bus 91 fahre ich weiter zum Bahnhof. Von dort aus ist es nur noch ein Kilometer zu Fuß bis zu meinem Hotel. Dessen Umgebung ist vertrautes Terrain. Zwei Jahre zuvor habe ich ganz in der Nähe gewohnt.

An diesem späten Nachmittag umschmeicheln mich sonnige 24 Grad. Ich lasse nicht nur meinen Koffer, sondern auch die lästig und überflüssig gewordene Jacke im Zimmer und ziehe los. Zu Fuß die République runter. Mir ist, als sei ich nie weg gewesen ♥️.

Schon bald nähere ich mich dem Alten Hafen. Ich rieche das Meer und tauche ins nachmittägliche Gewusel ein. Es ist laut und quirlig, lebendig, und wie immer auch etwas angeschmuddelt. Marseille versprüht einen eher herben Charme. Die Stadt ist nichts für Liebhaber des Glattgebügelten.

Hafen und Stadt

Ein Eis muss her gegen den nahenden Hunger. Später dann gönne ich mir ein leckeres Nudelgericht in einem der vielen Restaurants auf einem der lauschigen Plätze in der Altstadt. Es ist ordentlich was los, ohne überfüllt zu sein. Überall wird fröhlich gegessen, getrunken und geplaudert. Ich genieße die heitere spätsommerliche Atmosphäre. Das Draußenleben im Süden – ich liebe es.

Darauf folgt ein kleiner Verdauungsspaziergang durch die Gassen der Altstadt um den Alten Hafen herum. Ich sitze am Ufer und erfreue mich am Sonnenuntergang hinter dem Hafenbecken. Das ist Glück! Schön, wieder hier zu sein.

Segel setzen

Auf dem Rückweg zum Hotel bereue ich schon fast, hier nicht noch einen weiteren vollen Tag eingeplant zu haben, schiebe den Gedanken jedoch schnell beiseite. Schließlich kann ich jederzeit wieder herkommen. Wenn es passt, auch von Arles aus mit dem Zug, der gerade mal eine Stunde für die Strecke benötigt.

In der folgenden Nacht schlafe ich den Schlaf der Gerechten in meinem schönen Zimmer. Gut ausgeruht und frisch geduscht begebe ich mich zum für französische Verhältnisse ungewöhnlich üppigen Frühstücksbuffet. Das NH Collection kann ich wirklich uneingeschränkt empfehlen.

Nur mit dem Handtäschchen bestückt ziehe ich los. Mir bleibt noch ein halber Tag für Marseille. Dann ziehe ich weiter. Die Kamera bleibt im Zimmer, zusammen mit meinem übrigen Hab und Gut. Ich habe mich fotografisch bereits 2019 in dieser tollen Stadt ausgetobt. Verpasst? Dann schaut gerne hier mal rein.

Das Stadtgefüge im Großen und Ganzen im Kopf, lasse ich mich treiben. Dieses Licht, das man nur im Süden findet, fasziniert und beglückt mich immer wieder aufs Neue. Ich laufe den Boulevard des Dames weiter hinunter bis zum Neuen Hafen, anschließend Richtung Innenstadt bis zur Kathedrale. Um diese herum ist eine Open Air Ausstellung zu sehen, die ich recht amüsant finde. Ich bewundere ja jegliche Kreativität in dieser Richtung!

Geklammert

Anschließend lasse ich mich kreuz und quer durch die Wiege der Stadt, das Panier, treiben. An diesem Morgen ist es noch recht still in den kleinen Gassen. Doch die Kunst ist quicklebendig und allgegenwärtig.

Abwärtsbewegung
In Ockertönen
Blaupause
Falsche Stadt!

Dann lande ich wieder am Alten Hafen. Er zieht mich immer wieder magisch an. In einem der hölzernen Liegestühle lasse ich mich nieder und genieße das Nichtstun bei Sonnenschein. Heute gibt das Thermometer nochmal alles und schwingt sich auf zu 26 Grad.

Malerisch

Ein wenig Zeit bleibt mir noch für eine kleine Runde durch die Gässchen der Altstadt. Dort fallen mir sofort die riesigen Müllberge ins Auge. Ich bin in Frankreich. Irgendwer streikt hier halt immer.

So ein Müll!

Zurück zum Hotel, meine Sachen geschnappt und zu Fuß zum Bahnhof. Dort geht es wider Erwarten schnell und problemlos mit dem Ticketkauf am Automaten. Das habe ich andernorts in diesem Land schon anders erlebt. Ich erinnere mich an der Stelle an mein diesbezügliches Zugabenteuer in Bordeaux im Jahr zuvor 😅.

Die verbleibende Wartezeit bis zur Abfahrt des Zuges verbringe ich mit Schmökern in meinem Buch. Und dann geht’s los. Nach rund einer Stunde lande ich in Arles. Vom Bahnhof bis zu meiner Unterkunft ist es nur knapp einen Kilometer, in Laufweite also. Für meine Zeit in Arles habe ich eine Wohnung gemietet, vor deren Tür ich sehr nett empfangen werde.

Wie sich schnell herausstellt, habe ich einen mehr als guten Griff mit dieser Bleibe getan. Da wäre zum einen die geniale Lage direkt am Amphitheater. Schaue ich aus dem Fenster, sehe ich das:

Zimmer mit Aussicht

Dennoch ist die Umgebung sehr ruhig. Das Leben tobt weiter unten in der Stadt. Die kleine Wohnung verteilt sich auf zweieinhalb Etagen und nimmt praktisch das ganze Hausteil ein. Mit 90 Euro pro Tag ist sie bezahlbar. Darüber hinaus ist sie schick und gut eingerichtet. Es wurde an alles gedacht. Selbst Schirme und ein Hackenporsche stehen zur Verfügung, falls man samstags auf den berühmten Markt will. Ach, was rede ich. Begleitet mich doch einfach auf meiner Erkundungstour durch mein Domizil!

Dann hinaus mit mir. Auf einem ersten Rundgang erkunde ich die nähere Umgebung, zunächst ohne Kamera. Nur am Abend nach einer Kurzsiesta drücke ich bei einem zweitem Rundgang wenige Male auf den Auslöser.

Abendstimmung

Zwischendurch habe ich im nächsten Supermarkt die Versorgungslage gesichert und mein Abendessen auf der Place du Forum eingenommen. Gegen 20 Uhr läute ich den Feierabend ein und mache es mir in meinem temporären Zuhause gemütlich. Es reicht für heute nach diesem erlebnisreichen und schönen Tag 😎. Und die Aussichten sind ja auch famos.

Arena, abgedunkelt

8 Gedanken zu “Marseille/Arles – Im Süden, endlich!

  1. tolle Aufnahmen aus dem Flugzeug ! Ideal wenn man da auch noch einen Fensterplatz hat. Sie sind klar und deutlich was nicht immer ganz einfach ist weil man ja durch ein Plexiglas fotografieren muss. Oft sind die verkratzt und verschmutzt !
    Sehr schönes Bild ich auch die Abwärtsbewegung. Bei 25 oder 26 Grad ist dies die ideale Temperatur eines Städteausflugs. Es ist nicht zu kalt und nicht zu heiß und man kann sich den ganzen Tag im „Freien“ aufhalten und auch mal auf ein Bänkchen sitzen um nur zu beobachten was alles um einen so geschieht !

    Gefällt 1 Person

    1. Danke! Im Flieger habe ich versucht, das Handy möglichst nahe an die Scheibe zu drücken. So blieb wenigstens die Reflexion aus. Und die Scheibe war relativ sauber und unversehrt.

      Ja, genau, die Temperaturen waren ideal. Deshalb fahre ich gerne im Frühherbst in südliche Gefilde.

      Gefällt 1 Person

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