Der für gestern angedrohte, jedoch weitgehend ausgebliebene Dauerregen läuft heute zu Hochform auf. Meinen ursprünglichen Plan, diesen Regentag für einen Ausflug ins nur 25 Kilometer entfernte Salzburg zu nutzen, verwerfe ich nach einem Blick auf meine Wetter-App. Ich käme vom Regen buchstäblich in die Traufe 😅.

Und so verziehe ich mich nach einem ausgiebigen Frühstück gleich wieder zurück in mein Zimmer, während draußen wahre Sturzbäche die Hänge und Straßen hinab sausen. Ich lese den spannenden Krimi zu Ende und bette danach mein Haupt für ein kurzes vormittägliches Nickerchen, bevor ich mich dem Nachmittagsprogramm stelle.

Damit euch unterdessen nicht langweilig wird, beschäftige ich euch mit ein paar Infos zu Berchtesgaden. Das hatte ich bisher versäumt.

Mein temporäres Zuhause ist ein Kurort mit langer Tradition. Einst war es Schaltzentrale des Dritten Reiches und Hauptquartier von Adolf Hitler, dann Erholungsort für US-amerikanische Soldaten. Heutzutage denkt man bei der Erwähnung Berchtesgadens an Wanderparadies, Sommerfrische und Wintersport. In dem kleinen Städtchen leben rund 8.000 Menschen. Obwohl stark vom Tourismus abhängig, hat es sich seinen urtümlichen Charme erhalten und wirkt ganz und gar nicht“künstlich“ wie so manch anderer auf Tourismus ausgelegte Ort in den Bergen.

Berchtesgaden liegt im südöstlichsten Teil Oberbayerns und grenzt unmittelbar an Österreich. Der Ort ist von einer 2.000 bis 2.700 Meter hohen Gebirgskette „umzingelt“ und wirkt daher wie eingeschlossen. Das historische Zentrum liegt etwas erhöht am Talrand. Von dort aus hat man einen besonders spektakulären Blick auf das herrliche Alpenpanorama. Dem Salz und dem Wald verdankte Berchtesgaden lange Zeit seinen Wohlstand, bevor sich der Tourismus dazu gesellte.

Es gäbe noch unendlich viel mehr zu erzählen. Aber das würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen. Wer mehr wissen will, stöbere bitte hier!

Gegen Mittag packen mich Unruhe, Bewegungs- und Tatendrang. Und so nehme ich den nächsten Bus ins rund 18 Kilometer entfernte Bad Reichenhall. Mit der Gästekarte, die jeder Hotel- und Ferienwohnungsgast mit Zahlung der Kurabgabe erhält, ist die Benutzung der Busse innerhalb Berchtesgadens und seiner umliegenden Gemeinden im übrigen kostenlos. Für die Fahrt nach Bad Reichenhall muss ich überschaubare zwei Euro zuzahlen.

Auch in Bad Reichenhall, einem schnuckeligen Kurort mit rund 18.000 Einwohnern, regnet es mehr oder weniger durch bei 14 Grad. Egal! Ich bin ja nicht aus Zucker. Ich beginne meine Tour im Kurpark …

Blütenmeer
Königlich

… und drehe bei der Gelegenheit ein paar gesunde Runden ums Gradierwerk. Dabei atme ich gaaaaaanz tief durch die Nase ein und durch den Mund aus.

Atme!

Gut belüftet schlendere ich weiter ins Städtchen, das sich dank einer der ältesten Fußgängerzonen Bayerns bequem und weitgehend unbehelligt vom Verkehr erlaufen lässt.

Wasserspiele

Als spätes Mittagessen wird mir in einem der Cafés in der Fußgängerzone eine sehr leckere Avocado Bowl serviert.

Fütterung der Raub-Elke

Als Nachtisch gibt es ein ausführliches und heiteres Gespräch mit zwei Besuchern aus Frankfurt. Ja, kann man hier denn nirgends mal in Ruhe was essen 😅? Gesättigt und gut unterhalten setze ich anschließend meinen Weg durch die Altstadt fort.

Malerisch

An deren Ende landet man mehr oder weniger unweigerlich an der berühmten Alten Saline und dem Salzmuseum. Und spätestens jetzt sollte es auch der und dem Letzten von euch dämmern, weshalb euch Bad Reichenhall so bekannt vorkommt, auch wenn ihr vielleicht noch nie hier wart. Denn mit großer Wahrscheinlichkeit steht auch in eurem Küchenschrank ein Päckchen Salz von hier, oder?

Salzig

Nach so viel Stadt zieht es mich in Richtung Wasser. Nein, ich meine nicht das von oben! Von mir aus könnte die Dauerdusche ruhig abgestellt werden. Auf der Luitpoldbrücke …

Bausch und Bogen

… bietet sich mir ein beeindruckender Blick auf die gewaltigen Wassermassen, die die Saalach nach dem ausgiebigen Guss zu einem fetten Strom haben anschwellen lassen. Da sehe ich doch glatt großzügig darüber hinweg, dass mir die Fahrt auf den Predigtstuhl wegen des Wetters heute verwehrt bleiben wird.

Geflutet
Ausgegondelt
Auf dem Treppchen
Mach mal lauter!

Am späteren Nachmittag geht’s mit dem Bus zurück nach Berchtesgaden. Gleich beim Einstieg wird es lustig. Da ich bereits auf meine Erfahrung von der Hinfahrt zurückgreifen kann, lege ich unaufgefordert zwei Euro auf den „Tresen“. Der junge Fahrer fragt erst, wie ich denn nach Bad Reichenhall gekommen bin und dann nach dem Ticket. Und siehe da: bei den heute Mittag gezahlten zwei Euro war die Rückfahrt schon inklusive. Bevor ich mich über meine Blindheit wundern kann, sagt der Fahrer, der vom Alter her mein Sohn sein könnte, in väterlicher Manier: „Und jetzt nimmst du schööön deine zwei Euro wieder und kaufst dir nachher davon ein Eis!“ Und so fühle ich mich gleich noch viel jünger, als ich eh schon bin 😅. Kein Wunder, dass bis zum Ende der Fahrt das Grinsen nicht mehr aus meinem Gesicht weichen will. Macht es gut bis morgen!

Wunschdenken

12 Gedanken zu “Tag 6: Berchtesgaden – Ausflug nach Bad Reichenhall

  1. ja was macht man an einem Regentag ? Diese Überlegungen hat bestimmt schon jeder gehabt im Urlaub ! Da werden Reiseführer oder Prospekte durchgeschaut , diskutiert, nein machen wir doch was anderes ect. Viel Zeit wird hier verschwendet !
    Spontan handeln ist hier eher angesagt um die wertvolle Zeit auch zu nutzen. Du hast es genutzt !
    Tolle Fotos !

    Gefällt 1 Person

    1. Ja, in den Bergen kann es fies werden, wenn es sich erst mal eingeregnet hat. Da ist die Küste „pflegeleichter“! Dort sorgt der Wind dafür, dass das Wetter schneller wechselt. Bad Reichenhall ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

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  2. ich habe die falsche Reihenfolge gewählt…erst Königssee… dann Bad Reichenhall!
    schönes Städtchen…. und Elke läßt sich auch vom Regen die Stimmung nicht vermiesen!!

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  3. Halleluja, da sind ja ordentliche Massen runtergekommen.😳 Die Seilbahn fährt normalerweise über den Fluss?
    Das Gradierhaus hätte mir auch gefallen. Hast du die salzige Luft gespürt oder war es durch den Regen eher wie immer?
    2€ für Hin und zurück – klasse!😅👍

    Gefällt 1 Person

    1. Ja, die Seilbahn fährt übers Wasser. Wegen des schlechten Wetters und der vermutlichen Null-Aussicht oben vom Predigtstuhl herunter stand die Bahn an dem Tag leider still. @Gradierwerk: die salzige Luft habe ich trotz der hohen allgemeinen Luftfeuchtigkeit wahrgenommen.

      Gefällt 1 Person

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