Zu einer gemäßigten Zeit brechen wir vormittags die imaginären Zelte in Pokhara ab und machen uns auf den Weg zum letzten Stopp auf dieser Reise. Schotterpisten, Serpentinen, halbwegs gute Asphaltstraßen: auf der gut 200 Kilometer langen Strecke ist von allem etwas dabei. Und ein Blick aus dem Busfenster lohnt durchaus.

Gewellt
Nicht unser Bus
Linie ziehen

Die Kunst der Improvisation
Sonne trifft Wolken

In einem charmanten Örtchen, dessen Name mir entfallen ist, legen wir eine längere Mittagspause ein. Ich nutze sie, um über den kleinen Markt zu bummeln, die Straßenszenen zu beobachten und eine Kleinigkeit zu essen.

Verpackt
Vernetzt
Stehend k.o.
Gereift
Aufgestützt

Gegen 16 Uhr passieren wir die Stadtgrenze von Kathmandu. Ich nehme es vorweg: Kathmandu ist als Gesamtgefüge keine Schönheit.

Street Life
Plakativ
Alltagsszene

Das offenbart auch der Blick oben vom Pass hinunter ins Tal, in dem sich die Stadt enorm ausgebreitet hat. Wie ich in den nächsten beiden Tagen jedoch feststellen werde, entwickelt die Stadt aber in einzelnen Vierteln durchaus Charme. Reich an beeindruckenden Kulturgütern ist sie sowieso.

Doch eins nach dem anderen! Fangen wir doch erst einmal mit ein paar allgemeinen Infos an. Kathmandu liegt auf 1.400 Metern Höhe im gleichnamigen Tal („Tal der 1.000 Götter“), ist Hauptstadt von Nepal und gleichzeitig die einzige Großstadt des Landes. In der Metropolregion leben insgesamt rund 1,2 Millionen Menschen. Zusammen mit den beiden anderen ehemaligen Königreichen Patan und Bhaktapur bildet Kathmandu den größten Ballungsraum Nepals.

Kathmandu ist eine alte Stadt. Mehr als 1.000 Jahre hat sie auf dem geschundenen Buckel, der im Leben schon einiges einstecken musste. Sicherlich erinnern sich einige von euch noch an das verheerende Erdbeben von 2015, das der Stadt enorm zugesetzt hat. Im Zuge der Erdbewegungen hat sich Kathmandu um einen ganzen Meter gehoben und anderthalb Meter nach Süden verschoben. Könnt ihr euch vorstellen, welche Kräfte und Urgewalten da gewirkt haben müssen? Mir fällt es schwer.

Tausende Menschen verloren ihr Leben, wurden schwer verletzt, standen ohne Obdach da. Etliche Gebäude wurden beschädigt oder komplett zerstört. Bis heute sind die Folgen davon zu sehen. Es wird noch viele Jahre dauern, bis Kathmandu sich davon wieder erholt hat. Einiges wird jedoch nie wieder so sein, wie es vorher war.

Zurück zum Hier und Jetzt. Von der Stadtgrenze bis zu unserem zentral gelegenen Hotel braucht unser Bus geschlagene eineinhalb Stunden. Nein, die Strecke bis dahin ist nicht so arg weit. Vielmehr rollen wir von einem Stau in den nächsten. Die Straßen Kathmandus sind hoffnungslos verstopft! Andere, die es aus guten Gründen eiliger haben als wir, teilen das gleiche Schicksal: neben uns taucht der Bus der Fußballnationalmannschaft Sri Lankas auf. Was wollen die denn hier? Na, morgen im Rahmen der South Asian Games gegen Nepal die Kugel rollen lassen! Fröhlich und entspannt winken uns die Spieler zu, und wir winken freundlich zurück 😎.

Als der Bus uns rauslässt, setzt bereits die Dämmerung ein. Damit es schneller geht, laufen wir das letzte Stück bis zum Hotel. Das Gepäck wird zum Glück nachgebracht. Die Verkehrslage bis hierher war echt chaotisch, aber dennoch nicht so hektisch wie in indischen Städten. Denn gehupt wird hier nur im Notfall.

Vor dem Check In wird noch schnell ein von mir hochbegehrter Programmpunkt für morgen früh klargemacht. Hoffentlich spielt das Wetter mit. Drückt mir die Daumen!

Nachdem das Zimmer bezogen und die Dusche absolviert ist, schlendern wir zum gemeinsamen Abendessen durch die netten Altstadtgässchen. Im „New Orleans Café“ werden wir lecker bekocht, was mir die nötige Bettschwere verleiht. Gute Nacht! Morgen wartet ein aufregender Tag auf mich.

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