Mitte Juni führte mich mein Weg übers Wochenende nach Düsseldorf. Der Anlass war ein privates Treffen mit sechs Frauen, die eines meiner Hobbies teilen: das Reisen. Eines meiner weiteren Hobbies, das Fotografieren, durfte dabei natürlich auch nicht zu kurz kommen. Diejenigen, die mich besser kennen, ahnen bzw. befürchten es wohl schon: „klassische“ Fotos aus der Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen und der siebtgrößten Stadt Deutschlands sind bei mir eher nicht zu erwarten. Die berühmte Altstadt mit der viel zitierten längsten Theke der Welt und die noble Einkaufsmeile auf der Königsallee, besser als Kö bekannt, müsst ihr euch dann wohl selbst erobern.

Die Deutsche Bahn bringt mich nicht ganz so pünktlich, aber mit 20 Minuten Verspätung noch im Rahmen, zum Ziel. Die mit einem Heimspiel gesegnete Sabine ist so nett und sammelt mich am Bahnhof ein. Auf direktem Weg geht es zum MedienHafen, der mit einer gelungenen Mischung aus restaurierten Lagerhallen und spektakulären Neubauten Werbung, Kunst und Medien eine Heimat gibt. Hotels, Bars und Restaurants ergänzen die aparte Szenerie am Wasser. Was allerdings auffällt, gerade am Wochenende: Wohnungen hätten dem Quartier mehr natürliche Lebendigkeit verliehen. Aber für eine Besucherin wie mich fällt das in die Kategorie „Meckern auf hohem Niveau“.

Nachdem Sabine eine mit vielen Infos zur Geschichte und Entwicklung dieses Viertels gespickte Runde mit mir gedreht hat, gehe ich alleine auf Fototour. Der Himmel über Düsseldorf macht es mir allerdings mit seinem Grauschleier an diesem Freitag nicht allzu leicht.
 

 
Den Abend leite ich mit einem alkoholfreien Cocktail in der hoteleigenen Rooftop-Bar im 16. Stock ein. Der Name, „The View“ ist Programm: der Ausblick auf das Hafengelände und die Stadt ist spektakulär. Danach chille ich in der Hotelsauna, die ich luxuriöserweise an diesem Abend ganz für mich allein habe.

Am Samstagmorgen mache ich mich nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel zu Fuß auf den Weg Richtung Innenstadt, immer am allgegenwärtigen Rhein entlang. Bot der Himmel gestern wenigstens unterschiedlich abgestufte Grautöne mit „Marmorierung“, so entscheidet er sich heute für ein tristes Einheitsgrau. Wenigstens bleibt es trocken. 
 

Das Rheinufer steht schon ganz im Zeichen des bevorstehenden Auftaktes der Tour de France. Ob man mit diesem Modell jedoch auch nur vage Chancen auf einen Etappensieg hat, wage ich zu bezweifeln.
 

Kurios mutet auch dieses kulinarische Angebot an, das ich eher in südlicheren Gefilden unseres Landes verortet hätte:
 

Auf dem Weg zum Treffpunkt mit den Mädels lande ich als Anti-Shopping-Queen dann doch noch auf der Kö, die mir unverhofft ein ansehnliches Fotomotiv bietet.
 

Auf ins Café zum Treffen! Düsseldorf, Köln, Erfurt, Shanghai und Berlin sind mehr als würdig vertreten 😎. Später machen wir uns gemeinsam auf den Weg zu einem der Kunst-Highlights der Stadt, dem K21 (http://www.art-in-duesseldorf.de/kunstmuseen-und-ausstellungshaeuser/k21-kunstsammlung-nordrhein-westfalen.html), in dem internationale Kunst der Gegenwart zu sehen ist. Der Besuch lohnt sich!

 
 

Der unbestrittene Höhepunkt des Hauses ist jedoch zweifellos das Netz, eine riesige Rauminstallation namens „In Orbit“, die in mehr als 25 Metern Höhe als Konstruktion aus Stahlnetzen in drei Ebenen mit sechs luftgefüllten Riesenkugeln („Sphären“) mit einem Durchmesser von bis zu 8,50 Metern imposant über dem Atrium der Halle schwebt. Das Netz ist begeh- bzw. bekrabbelbar. Mit speziellen Schuhen und Anzügen, die ein Hängenbleiben verhindern sollen, aufgehübscht, wagen sich drei von uns tatsächlich in luftige Höhen. Mit Mut, Ausdauer und Grazie haben sie vorhandene Ängste überwunden und sich für die Kunst eingesetzt, wenn nicht gar aufgeopfert. Ich Feigling hingegen konzentriere mich lieber aufs Fotografieren.
 

Kontrastprogramm. Auf in die Altstadt, die an diesem und wohl auch an allen anderen Samstagnachmittagen von grölenden und trinkenden Männerhorden überschwemmt wird. Dabei verabschieden sich manche nicht nur vom Junggesellendasein, sondern auch gleich von so mancher zivilisatorischer Errungenschaft, z.B. sozialverträglichem Benehmen in der Öffentlichkeit. Aber das kann ich dann doch ganz gut ignorieren 😎. 

Kurze Flucht in dieses barocke Schmuckstück, bevor wir uns der hiesigen Gastronomie zuwenden. Kunst und Kultur machen hungrig und durstig.

 

Der Nachmittag schreitet voran. Für ein paar Stunden trennen sich unsere Wege, was der Alte Sack – gebt es zu, ihr habt ihn schon vermisst! – gleich ausnutzt, um sich in den Vordergrund zu drängeln. War aber auch eine Herausforderung für ihn heute mit soooo vielen Frauen …
 

Auf dem Rückweg zum Hotel bieten sich noch diese beiden Motive zum Ablichten an, was ich dankbar annehme. Sogar die Sonne zeigt sich an diesem späten Nachmittag für einen kurzen Moment.
 

Am Abend streift unsere Truppe, mittlerweile auf fünf Frauen geschrumpft, durchs Japanviertel (übrigens die einzige Japan-Town Deutschlands) auf der erfolgreichen Suche nach Nahrung. Wir lassen den Abend bei leckeren Cocktails hoch oben über der Stadt (http://www.thedorf.de/speis-und-trank/bars/bar-lounge-me-and-all-hotel/) ausklingen. Ein toller Tag!

 
Am Sonntag kriegt die Sonne doch tatsächlich noch die Kurve und beschert mir noch einen prima Fotovormittag, bevor ich die Rückfahrt nach Berlin antrete. Und wieder drehe ich eine Runde durch den wunderbaren MedienHafen und noch ein Stück am Rhein entlang. Schaut selbst, wie unterschiedlich die Motive wirken. Es hat beides was, wie ich finde: dramatisches Grau und strahlende Sonne, im Idealfall mit ein paar dekorativen Schleierwölkchen. Gelungene Architektur entstellt eben nichts 😀!
 


 
 

10 Gedanken zu “Düsseldorf mal anders

  1. Wir haben ja schon vor Ort gesprochen…ich finde ein marmoriertes Grau fast besser als einen wolkenlosen einheitsblauen Himmel. 😉 Allerdings kommen Farben, wie die deines Hotels, bei Sonne besser zur Geltung. Deine Fotos sind wieder sehr schön und interessant, dein Bericht natürlich auch.

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  2. Die ganze Fotoreihe und der Bericht selbst machen Lust, Dü’dorf auf jeden Fall zu besuchen, war noch nicht dort, ist auf der Liste, in der Tat vor allem seitdem über die bauliche Entwicklung des Medienhafens reichlich berichtet wird. Wenn es um die moderne Kunst geht, dann nix wie auf nach Kassel. Über das Netzkunstwerk hatte ich auch mehrfach gelesen – muss spannend sein selbst auf die Art Teil des Kunstwerks zu werden. Hatte gelesen, dass sich durch die unterschiedlichen Bewegungen eben stets neue Bilder ergeben. Toller kurzer Bericht, der auf jeden Fall Lust auf Besichtigungen der Moderne in der Architektur um die Jahrtausendwende macht. Fachwerkhäuser können zwar auch gewissen Charme haben, aber das was Du uns hier zeigst, ist wirklich schön!

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    1. Ja, auf mit dir nach Düsseldorf! Wird dir bestimmt gefallen. Kassel steht diesen Monat tatsächlich noch auf meinem Programm. Dank geringer Entfernung locker als Tagesausflug machbar 😎. Freut mich, dass dich mein Bericht angesprochen hat!

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  3. Ich hätte Düsseldorf nie auf meiner „Städte-Reise-Liste“ gehabt. Jetzt kann ich Tonicca nur zustimmen. Will ich jetzt auch sehen… Ich bin immer wieder überrascht, welche Motive Du findest! Es ist unglaublich.

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    1. Danke für das Kompliment 😘! Ja, Düsseldorf hat man eher nicht so auf dem Schirm. Zu Unrecht, wie ich jetzt herausgefunden habe. Wenn du mal wieder auf Heimatbesuch in NRW bist, kannste die paar Kilometer weiter nach Westen ja locker mal dranhängen!

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  4. Hallo Elke!
    Schön, dass es euch in Düsseldorf so gut gefallen hat und ihr sogar einen Cocktail in unserer Lounge genießen konntet. Sag gerne nächstes mal Bescheid, sollte es dich nach Düsseldorf verschlagen – wir geben gerne noch ein paar Insidertipps zu unserem Japan-Kiez. 😉
    Viele Grüße
    Sarah vom me and all hotel Social Media Team

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