13. Juni 2022

Heute bin ich bereits um acht Uhr am Start, denn es soll wieder richtig heiß werden. Um zehn Uhr ist die 30-Grad-Marke gerissen. Am frühen Nachmittag erreicht das Thermometer stolze 38 Grad. Allerdings ist es heute nicht so schwül wie gestern, sondern einfach nur heiß und staubtrocken.

Ich beginne meine Tour gleich um die Ecke meines Hotels. Dort beginnt das von Regierungsgebäuden dominierte Viertel namens Civic Center mit ausgedehnten Parkanlagen, dem State Capitol mit seiner berühmten Mile High-Treppenstufe und diversen Gerichtsgebäuden.

Döner-Kopf
Glanzstück
1.609 Meter drüber

Anschließend unternehme ich einen kleinen Abstecher zum Molly Brown House. Ihr Name sagt euch vielleicht nichts, aber ihre Geschichte habt ihr bestimmt schon gehört. Molly Brown, eine in den USA seinerzeit bekannte Philanthropin und Aktivistin, überlebte den Untergang der Titanic und war wegen ihres Dienstes für die Überlebenden als „Heldin der Titanic“ bekannt. Gerne hätte ich mich in dem kleinen Museum umgeschaut, doch ich stehe vor verschlossenen Türen. Vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal.

Bei Molly

Nach einer kurzen Kaffeepause – heute natürlich in der eisgekühlten Version – in einem kleinen Café an der nächsten Straßenecke laufe ich den Hügel wieder hinunter und lande in Denvers Künstlerviertel, dem Golden Triangle Creative District. Hier sind alleine mehr als 16 Museen und Galerien ansässig, ergänzt durch großzügige Grünanlagen und ein großes Angebot an Gastronomie. Schon vorher war mir klar, dass ich alleine für dieses Areal einen ganzen Tag bräuchte, den ich im Rahmen dieser Reise nicht habe. Doch ich bin entspannt, denn seit gestern steht fest, dass ich eines Tages mit mehr Zeit im Gepäck noch einmal nach Denver zurückkehren werde.

Zumindest von außen grase ich die wichtigsten Highlights ab, was auch schon einen erheblichen Teil des Vormittags ausfüllt. Darf ich euch eine kleine Auswahl davon vorstellen? Bitte schön! Das Denver Art Museum …,

Versilbert
Bienvenidos
Weggefegt

… die Musidora genannte interaktive Kunst- und Klanginstallation (Musik wird erzeugt, wenn Leute auf den Stühlen sitzen und wippen) …

Musikalisch
Schwingen und klingen

… und last but not least die Public Library.

Schöner lesen

Anschließend kehre ich wieder kurz zum Colorado Convention Center und dem Blaubären zurück. Denn gestern am späten Nachmittag stand das Gebäude im Gegenlicht. Heute aber passt es!

Startrampe

Dann laufe ich die 17. Street hinunter. Auf dem Weg zu meinem eigentlichen Ziel halte ich natürlich hier und da an, um meine Eindrücke von der Stadt fotografisch festzuhalten.

Abgeschirmt
Linientreu

Dann erreiche ich den Dairy Block, einen kleinen, in sich abgeschlossenen Bezirk innerhalb der Altstadt. Dort gibt es eine großzügige Food Mall, diverse Restaurants, Bars, Boutiquen, ein Hotel – und nicht zu vergessen die zahlreichen Murals, die die Wände der lauschigen Gässchen zieren. Eine wirklich tolle Ecke der Stadt, wo ich mir bei der Gelegenheit auch gleich ein leckeres Mittagessen gönne.

Verschüttet!
Lässig
Augenblicke

Nicht weit davon entfernt liegt das Coors Field, benannt nach der gleichnamigen Brauerei. Das Baseball-Stadion ist die Heimspielstätte der Colorado Rockies aus der Major League Baseball. Zu gerne hätte ich sowohl ein Spiel dort angeschaut als auch an einer Führung durch das Stadion teilgenommen. Dieses Mal passt es nicht – aber beim nächsten Besuch schon 😎.

Was ihr aber keinesfalls verpassen solltet, ist diese von Frank Sinatra und Gene Kelly kongenial präsentierte Version der inoffiziellen Hymne des Baseballsports. Sie wird in den Stadien traditionell zum Seventh-inning stretch gespielt. Hört mal rein!

Take me out to the ball game

Meinen nächsten Stopp lege ich am Bahnhof ein. Das muss ich doch ausnutzen, wenn ich hier schon mal ohne Reisegepäck bin! Die Union Station wurde in den letzten Jahren um ein paar neue Elemente erweitert. Und so ergibt sich ein reizvoller architektonischer Mix aus Alt und Neu.

Zug fahren
Schöner warten

Von dort aus fahre ich mit einem Regionalzug der A-Linie eine Station gen Norden zum oberen Ende des RiNo Art District. Dieser mit Street Art gespickte Bezirk ist der Hammer! Die Hitze – und kaum Schatten auf der Strecke – macht mich zwar zunehmend fertig. Doch die hochkarätige Kunst, die mich hier an gefühlt jeder zweiten Hauswand erwartet, ist zu schön und faszinierend, als dass ich vorzeitig aufgebe.

Schirm und Schatten
Im Lotossitz
Schmusekatze

Ausschank
Mutig?
Einäugig

Das Stadtviertel ist riesig. Ich sehe sicher nur einen kleinen Ausschnitt davon. Aber ich bekomme dennoch deutlich mehr als nur einen ersten Eindruck. In den alten Gewerbehallen finden sich nicht nur Künstlerateliers, sondern auch viel coole Gastronomie. In einer davon, dem Improper City, gönne ich mir einen eisgekühlten alkoholfreien Mango-Cocktail. Schaut euch mal das Video auf der verlinkten Website an!

Ich werfe im Ri(ver) No(rth) Art District abschließend noch einen kurzen Blick in den schick sanierten Central Market und schleiche dann am späteren Nachmittag, nun doch deutlich ermattet, wieder gen Zentrum. Ich schaffe es noch über die Millenium Bridge, …

Strippen ziehen

… und flaniere ein kurzes Stück durch den Confluence Park hinüber auf die andere Seite des South Platte River.

Und dann gebe ich auf. Ich wollte eigentlich noch ein Stück am Fluss entlang bis zum Downtown Aquarium laufen, das auch von außen sehr schön sein soll. Aber meine Akkus sind alle. Und so schleppe ich mich zurück zur Millennium Bridge und nehme den nächsten Bus, der mich möglichst nahe ans Hotel heran fährt. Ein allerletztes Foto von diesem schönen Kino und seinem nicht minder hübschen Nachbarn, …

Bedeutend

… und dann ist sowas von Feierabend nach fast 20 gelaufenen Kilometern bei bis zu 38 Grad.

Heute habe ich mir wirklich bis zum Anschlag die Kante gegeben. So ist das, wenn man vor Neugier platzt und auf so wenig wie möglich verzichten will 😎.

Unter der Dusche spüle ich den sandigen Staub von meinem Astralkörper und falle dann ermattet aufs Bett, wo ich den Abend verbringe. Morgen muss ich früh raus. Der California Zephyr wartet!

16 Gedanken zu “Denver – Kunst und Hitze

  1. Die Kunst in dieser Stadt ist außergewöhnlich. Und 27000 Schritte bei 38 Grad zu gehen ist auch außergewöhnlich, top Leistung, liebe Elke. Da hast du dir den „Feierabend“ im Hotel mehr als verdient 😉

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  2. Danke für einen weiteren tollen Bericht mit sensationellen Fotos unter vollem Einsatz. Ich bin jedes Mal hin und her gerissen. Manchmal denke ich, da muss ich auch hin. Dann wieder, besser als in Elkes Bericht kann es real kaum sein, da reicht mir das Lesen.

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  3. Hi Elke,
    beeindruckend wie leidensfähig Du bist! Auf den Fotos scheint die Sonne ja direkt von oben zu kommen, um einen das Hirn zu braten. Schatten? Fehlanzeige.
    Aufgrund der wenigen Menschen, die auf den Fotos zu sehen sind, vermute ich mal, dass die Mehrheit der dort arbeitenden Menschen klimatisierte Räume im Inneren der Häuser aufgesucht haben.
    Nur die liebe Elke rennt emsig wie eine Biene draußen rum – „Crazy Krauts“ werden sich wohl die Amis gedacht haben.. 🙂
    Bleib gesund!
    CU
    P.

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    1. Ja, in der Tat sind meine eh schon etwas spärlichen restlichen Gehirnzellen bei dieser Hitze noch etwas mehr zusammengeschrumpft. Die Langzeitfolgen sind noch nicht absehbar! Wegen der wenigen Leute: der von dir genannte Grund ist die eine Sache. Ich war an einem Montag tagsüber dort unterwegs. Da sind die meisten Leute garantiert in auf Kühlschranktemperatur runtergeführten Büroräumen gewesen. Die andere Sache ist die: häufig lauere ich für ein Foto auf den Moment, in dem mir keiner im Weg steht bzw. in selbigen reinläuft.

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