Lang, lang ist’s her – zu lang! Doch jetzt, Ende April, sitze ich im Zug in Richtung Südwesten und kann meine Eltern nach endlosen zehn Monaten endlich wieder in die Arme schließen ♥️.

Wie zur Belohnung gibt das Wetter nach einem langen, trüben und kalten Winter alles, um mir die fünf Tage in der alten Heimat noch mehr zu versüßen. Zwar muss die Temperatur jeden Morgen gehörig Anlauf nehmen, um ins Zweistellige zu gelangen. Doch dank der schon recht kräftigen Sonnenstrahlen klappt das immer spätestens gen Mittag. Und so komme ich in den Genuss, jeden Tag stundenlang auf der sonnigen und windgeschützten Südterrasse zu sitzen und ins üppige Grün des elterlichen Gartens zu schauen. Die Natur ist hier schon deutlich weiter als im sibiriennahen Berlin!

Idyll mit Teich

Natürlich habe ich aber nicht nur einen Sitz- und Liege-Marathon nach dem anderen auf der Terrasse absolviert. Meine bewegungsfreudigen Eltern, mittlerweile 75 und 78 Jahre alt, haben wie immer dafür gesorgt, dass das gute und üppige Essen zumindest zum Teil auch wieder „abtrainiert“ wurde.

Und so haben wir nicht nur gemeinsame Runden durch die Downtown meines Heimatortes Heusweiler gedreht, …

Blaumacher

… sondern wandelten auch auf den Spuren des Hootzemonns. Hootze was? Hootzemonn! So nennt man hier umgangssprachlich den männlichen Hirschkäfer. Nach ihm wurde ein rund 14 Kilometer langer Rundwanderweg rund um den Heusweiler Ortsteil Eiweiler benannt. Ein Teilstück davon haben wir uns an einem wie immer sonnigen Vormittag vorgenommen. Ihr wollt auch mal der Spur des größten Käfers in Mitteleuropa folgen? Dann schaut doch einfach hier und da! Dort findet ihr die Route des Wanderwegs, eine Streckenbeschreibung und sonstige nähere Infos.

Genug geschwätzt, wie wir im Saarland sagen. Hier ein paar Schnappschüsse von dem schönen Vormittag!

Zwischen Saurierfüßen
Keine Handschuhe!
Kreuzweise
Durch die Blume
Rasten statt rosten
Flower Power

Wieder zurück auf der heimatlichen Terrasse, gönne ich mir als Vorspeise zum Mittagessen diesen bemitleidenswerten Apfel, den was auch immer in seiner Entwicklung nachhaltig gehemmt hat.

Schmalspur

Es gibt im Hause Tesche übrigens noch zwei weitere Mitbewohner, die ich euch nicht vorenthalten möchte: Felix und Benjamin! Sie haben schon vor einer Weile ihren wohlverdienten Winterschlaf beendet und sind nun eifrig dabei, ihr monatelanges Kaloriendefizit zu bekämpfen. Vielleicht hätte ich mir an ihnen ein Beispiel nehmen sollen? Dann hätte ich ein paar Kilos weniger auf den Rippen – und mir gleichzeitig den langen Corona-Winter erspart 😅.

V.l.n.r: Felix und Benjamin

Kraftvoll zubeißen!

Und so vergehen die Tage im Nu! Die Eltern und die Schildkröten gesehen, viel herumgelaufen und gequatscht, auf der sonnigen Terrasse gechillt, gegrillt und Bier getrunken, Liane und Sabine getroffen. Ich habe die Zeit sehr genossen und freue mich schon jetzt auf meinen nächsten Besuch im Sommer.

Am letzten Montag im April sitze ich wieder im Zug Richtung Berlin. War im Regionalexpress ab Saarbrücken schon nicht gerade die Hölle los, so erwartet mich im ICE von Mannheim nach Berlin eine so noch nie erlebte gähnende Leere. Schlecht für die Bahn, aber gut für Leseratte Elke! So viel Ruhe im Zug war selten.

Nix los!

Am frühen Abend lande ich pünktlich und unspektakulär in der arktischen Kälte Berlins. Her mit dem Frühling!

29 Gedanken zu “Saarland – Endlich wieder in der alten Heimat!

  1. Na ja, der Frühling macht sich jetzt geradewegs auf die Socken zu euch 🙂 Hier soll es ab Sonntag Hochsommer geben…
    Schön, dass du uns deine Eltern vorgestellt hast. Und die Schildkröten. Und den Schmallspurapfel. Die Heimat der lieben Elke… 😉

    Gefällt 1 Person

    1. @Sockenfrühling: das klingt plausibel! Hier in Berlin sollen am kommenden Sonntag urplötzlich auch sagenhafte 25 Grad angesagt sein. Vom Winter übergangslos in den Sommer! Haben sich die Frühlingssocken wohl verlaufen zwischen dem Saarland und Berlin 😅!

      Ja, die Eltern und die Schildkröten. Sie sind meine Heimat!

      Gefällt 1 Person

      1. Ach, bei euch auch? Bekommt Berlin doch auch mal was von unserem tollen, südlichen Frühlingswetter mit 😉 Dieses Übergangslose kenne ich eigentlich nur von unserer Gegend hier. Das Rhein-Neckar-Gebiet heizt sich schnell auf wie eine Bratpfanne und so bleibt es meist den ganzen Sommer über…

        Gefällt 1 Person

  2. Also auf dem 5. Foto dachte ich das gibt es doch nicht ! Handschuhe ?
    Nein sieht eher aus wie ein Socken ! Das ist ja noch schlimmer ! Wie kann man die liegen lassen ?
    Toll die Eltern mal wieder zu besuchen nach so langer Zeit ! Diese Umstände hatte ich nie ! Sie wohnten gerade mal 10 km von mir Zuhause entfernt. Überhaupt die ganze Familie also Eltern, meine beiden Brüder, meine Kinder alle mal max. 15 Min. entfernt.

    Gefällt 1 Person

    1. Ja, zur Abwechslung mal Socken statt Handschuhe! Musste echt lachen, als ich die einsame Socke da hängen sah – unter welchen Umständen auch immer sie da gelandet ist.

      Normalerweise besuche ich meine Eltern häufiger. Dieser lange Abstand zum letzten Besuch war alleine Corona geschuldet. Und für einen Kurzbesuch mal eben schnell auf einen Kaffee bin ich einfach zu weit weg. Das ist bei dir natürlich was völlig anderes.

      Gefällt mir

  3. Liebe Elke,
    wie schön! Geniesse diese Zeit mit deinen Eltern.
    Eure Schildkröten sehen ja gemütlich aus, sind sie als Haustiere so unkompliziert, wie sie aussehen?
    Das Zugfoto ist ja der Hammer! Leerer kann es gar nicht sein. Keine dringenden Geschäftstelefonate, keine Leberwurst / Salami Gerüche…… das muss ja entspannend gewesen sein.
    Einen schönen Tag von Susanne

    Gefällt 1 Person

    1. Ja, ich habe die Zeit mit meinen Eltern sehr genossen. Die Schildkröten sind in der Tat recht unkompliziert. Über die Wintermonate halten sie Winterschlaf, machen also gar keine Arbeit 😎. Und wenn sie wieder wach sind, reichen ihnen genügend Futter und ein wenig Auslauf. Wenn man sie allerdings frei laufen lässt, muss man sie gut im Auge behalten. Sie mögen zwar nicht besonders schnell sein, schlagen sich aber gerne in die Büsche und verbuddeln sich dort. Felix ist schon öfter ausgebüxt! Einmal tauchte er tatsächlich erst Monate später wieder auf. Einmal ist er an der Haltestelle der Saarbahn (Straßenbahn im Saarland), die oberhalb meines Elternhauses liegt, vom Fahrer aufgelesen worden und mit ihm durchs halbe Saarland kutschiert 😅!

      Die Rückfahrt war wirklich sensationell ruhig und unspektakulär. Stattdessen hatte ich (Stichwort Essensgerüche) auf der Hinfahrt zwei Leute schräg vor mir, die den Inhalt einer riesigen Sushi-Box vernichteten. Was war ich froh über meine FFP2-Maske 😃!

      Gefällt mir

      1. Liebe Elke,
        man meint immer, Schildkröten haben die Ruhe weg und können gar nicht weglaufen. Da sieht man mal, wie man sich irren kann. Haben die beiden ein Namensschild um den Hals, damit sie nach Hause zurück gebracht werden können? 😉
        Wir sind gestern wieder einmal an der alten Heiligenseer Dorfkirche spazieren gegangen. Das machen wir jetzt öfter, da im Gemeindehaus eine Teststelle ist, die wir gerne , wenn nötig, aufsuchen. Dort ist es leer.
        Richtig Spaß habe ich jedoch beim Einkaufen nicht, es sind die notwendigen Dinge, für die man schon ein Test braucht. Ich brauchte neulich Abdeckhauben für die Mikrowelle. Das war doof zu bestellen und noch dööfer zum kaufen.
        Liebe Grüße von Susanne

        Gefällt 1 Person

        1. @Schildkröten: wie es auf dem Dorf nun mal so ist: meine Eltern sind hinreichend als Schildkrötenhalter bekannt. Und so ist Felix, der ja schon recht häufig ausgebüxt ist, immer auf irgendwelchen Umwegen doch immer wieder zurückgekehrt. Weil derjenige, der ihn gefunden hat, einen kennt, der einen kennt, der meine Eltern kennt …😂.

          Ja, Testen nur des Shoppens wegen nervt. Ich habe das auch immer tunlichst vermieden! So wichtig war mir der Kram dann doch nicht. Bald kannste ja mit Impfausweis überall rein 😎.

          Gefällt mir

          1. 😉😀
            Ja, so geht es auf dem Dorf zu. Als die Grenzen 1989 geöffnet wurden, machte sich mein Onkel und meine Tante aus dem Spreewald aus dem Dorf Straupitz auf den Weg nach Berlin Reinickendorf zu meinen Eltern. An der Grenze in Rudow fragte er den Grenzer wie er zu Zeidlers Günter käme und er war erstaunt, dass der Grenzer Papa nicht kannte.
            So ist es, wenn ein Dörfler die große Stadt erkundet.
            Liebe Grüße von Susanne

            Gefällt 1 Person

  4. Auch die stressgeplagten Eltern haben sich sehr gefreut, ihre Tochter mal wieder in Natura zu sehen und nicht nur über whatsapp.Fast ein Jahr ist eine lange Zeit und wir freuen uns jetzt schon auf ein Wiedersehen im Sommer. @Elke: die Vorratskammer, die Tiefkühltruhen sind wieder gefüllt worden und der Grill ist auch wieder einsatzbereit. Wir freuen uns.

    Gefällt 1 Person

    1. Schön, dass die Freude nicht nur auf meiner Seite war 😘! Und passt schön auf, dass die Vorratskammer, die Truhen und auch der Grill bis zum nächsten Mal in voller Einsatzbereitschaft bleiben.

      Gefällt mir

  5. “Ei wie scheen!”
    (für alle Nichtmuttersprach-Sprechenden unter den Followern: Ausdruck der Verzückung auf Saarländisch…😁) Das sind doch wunderbare News aus der „alten“ Heimat. Die strahlend-weiße Ev. Kirche, die Kapelle bei Hirtel, der elterliche Garten mit Bahnanschluss 😉, und nicht zuletzt die beiden Parenten. Gut zu sehen, dass alle wohlauf sind! Die Episode vom Geisterzug spricht Bände – die Deutschen sind halt doch sehr diszipliniert und haben das Reisen wohl wirklich eingestellt. „Lok down“ quasi 🤔🤫😅
    @Bernd Tesche: Sehr gut, gleich die Grill- und Drinkvorräte wieder aufzufüllen. Bei uns Saarländern muss man doch immer „gerischt sinn“ 👍🏼 (das übersetz‘ ich jetzt nicht).
    Grüße ins Saarland und nach Berlin!
    Andreas 🤗🙋🏼‍♂️

    Gefällt 1 Person

  6. Hallo Elke,
    wie verliert man eine Socke beim Wandern? Ich wundere mich langsam über gar nichts mehr.

    Ich habe mir übrigens erlaubt, deinen tollen Blog auf meiner Blogroll zu verlinken. Immer unten an den Beiträgen erscheint die Liste mit den Links. Ist das OK für dich?
    Viele Grüße
    Marco

    Gefällt mir

    1. Ja, über die Socke habe ich mich auch gewundert. Vielleicht von einem Mordopfer übrig geblieben? Oder doch nur von einem Barfußläufer? Wir werden es nie erfahren 🤷🏽‍♀️.

      Herzlichen Dank für die Verlinkung auf deiner Blogroll! Das freut mich ja total. Ich habe sowas bisher ja noch nicht. Wenn ich sie mal einführe, landest du selbstverständlich auch auf meiner 😎.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s