Ein Aufenthalt in Lissabon ohne einen Ausflug in den Stadtteil Belém ist undenkbar. Berühmte Bauten, renommierte Museen, die grandiose Lage am Téjo kurz vor seiner Einmündung in den Atlantik und nicht zuletzt die famosen pastéis de Belém (Vanillecreme-Pasteten) ziehen in ihren Bann. Und auch ich erliege dem Charme des Ortes trotz seiner sehr touristischen Infrastruktur. 

Die Tramlinie 15 bringt mich bequem hin. Ich steige aus und staune nicht schlecht. Wo auch immer ich hinschaue, sehe ich nur Kloster. Und zwar immer dasselbe. Das Hieronymus-Kloster, eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Lissabons, macht sich sagenhafte 300 Meter entlang der Straße breit. Selbst mit dem fettesten Weitwinkelobjektiv wäre es schwierig bis unmöglich, das komplette Teil frontal auf den Chip zu bannen. Bleiben die Einzelteile:
 

 
 Zumindest dachte ich das, bis ich im Garten des Museums Berardo stand. Denn von dort bietet sich dann doch ein unverstellter Blick auf die komplette Anlage. Volle Breitseite!
 

 
 Und weil’s so schön ist, hier noch mal als Spiegelung in einem der Kunstwerke im Garten: 
 

 
 Als nächstes zieht es mich zu dem modernen Komplex des Kulturzentrums. Kaum betrete ich den Innenhof, ist es schon um mich geschehen. Ein Kunstwerk von Calder (siehe heutiges Titelfoto)! Ein anderes Werk von ihm hat mich schon letzten Herbst in Chicago begeistert. Auch ansonsten kann sich das Zentrum sehen lassen.
 

 
 Eigentlich gibt es in Belém draußen so viel zu sehen, was mich interessiert, dass ich Museumsbesuche auf den nächsten Besuch/ bzw. Schlechtwettertage verschieben wollte. Aber das Museum Berardo ( Sammlung Moderne Kunst) reizt mich dann doch zu sehr. Warhol, Richter, Moore, Picasso – alles dabei, was Rang und Namen hat.
 

 
 Dieses Werk drängt sich dann noch für ein Selfie auf:
 

 
Vom Garten des Museums aus fällt mein Blick noch auf dieses hübsche Werk, direkt neben einem schnöden Parkplatz gelegen.
 

 
 Raus an die frische Luft! An diesem Wochenende findet ein Fest statt. Es ist schon am späten Vormittag in vollem Gange. 
 

 
 Doch nun hält mich nichts mehr auf dem Weg zum Wasser auf. Das Erste, worüber ich stolpere, ist das Denkmal der Entdeckungen, in seiner sozialistisch-monumentalen Optik mehr kurios als wirklich schön. Doch im Detail betrachtet hat’s was …
 

 
 Schlendert man am Ufer des Téjo weiter stadtauswärts, landet man unweigerlich am Wahrzeichen Lissabons, dem Torre de Belém. Da wird endlich auch der Alte Sack munter und drängt sich als Model in den Vordergrund.
 

 
 Fast nahtlos schließt sich dahinter das Militärmuseum an, flankiert vom Märtyrerschrein.
 

 
 Hier hört der touristisch relevante Teil in westlicher Richtung auf. Doch ich fröne meiner alten Angewohnheit, noch ein paar Meter weiter zu laufen. Das lohnt sich auch in diesem Fall, denn sonst wäre mir dieses architektonische Schmuckstück durch die Lappen gegangen. Ihr wisst ja, ich habe eine gewisse Schwäche für Moderne Archtektur … Darf ich vorstellen: die Stiftung Champalimaud!

 

 
 Etwas geflasht von diesem spektakulären Architektur-Schätzchen drehe ich um und wandele wieder Richtung downtown Bélem. Mein Mittagessen, das ich in einem der Cafés am Ufer einnehme, besteht nur aus einer Kleinigkeit, sodass ich mich schon bald dem nächsten Highlight des Ortes hingeben kann: die Única Fábrica Pastéis de Bélem. Zum Glück hat mich mein Reiseführer davor gewarnt, mich von den langen Schlangen vor der Tür abschrecken zu lassen. In der Tat will die Masse nur Take-away. Drinnen bekomme ich recht schnell einen Tisch! Der von außen recht klein aussehende Laden entpuppt sich innen als ein nicht enden wollendes Labyrinth und Geflecht von unzähligen Sälen mit insgesamt 400 (!) Sitzplätzen! Doch genug gelabert. Es war köstlich!

 

 
 Abgefüllt mit Mittagessen und Nachtisch fühle ich mich mit diesem Wandschmuck in einer Gasse um die Ecke durchaus angemessen repräsentiert:
 

 
 Wieder zurück zum Wasser. Das Museu de Arte, Arquitetura e Tecnologia, kurz und knackig bekannt als MAAT, kann ich mir beim besten Willen nicht durch die Lappen gehen lassen. Zumindest nicht von außen – für einen Besuch drinnen ist es zu spät. Seit Herbst 2016 hat das alte Gebäude einen spektakulären Anbau bekommen: ein Haifischmaul! Was soll ich sagen: es ist großartig. 

 

 
Uff, eigentlich bin ich schon total breit von den vielen Eindrücken und dem vielen Rumlaufen. Allerdings noch nicht so breit wie das Kloster. Da geht noch was! Vorbei an diesem Schmuckstück …

 

… trabe ich weiter den Fluß entlang Richtung Innenstadt. Der Brücke des 25. April und der dahinter stehenden Christusstatue habe ich ja schließlich auch noch keine Aufwartung gemacht.
 

 
 Jetzt reicht’s aber! Zurück zum Hotel mit der Tram. Um 9 Uhr los, um 19 Uhr zurück. Reif fürs Sanatorium. Schön war’s!
 

 

9 Gedanken zu “Tag 4 – Bethlehem

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