19. und 21. bis 27. Februar 2026
Schon während meiner Solo-Woche in San Sebastián hatte ich einen Tagesausflug ins berühmte Valle unternommen. Die pure Neugier trieb mich an. Zumal ich im Vorfeld nicht richtig abschätzen konnte, …
… ob mir in der zweiten Woche auf der Insel genügend freie Zeit bleiben würde, auf eigene Faust umher zu wandeln. Ihr ahnt es schon. Oops, I did it again! Die zweite Woche verbringe ich wieder mit einer Gruppe auf einer organisierten Wanderreise. Doch dazu mehr im nächsten Beitrag.
Für beide Fahrten ins Valle Gran Rey nehme ich die Schnellfähre. Denn der Bus ist zwar billiger, aber deutlich langsamer. Und vor allen Dingen ist unkalkulierbar, ob man im Bus auch einen Platz bekommt. Man kann vorab nicht reservieren, und Stehplätze sind aus Sicherheitsgründen tabu. Da sind die Busfahrer rigoros.
Als ich letzte Woche zum Tagesausflug aufbrach, scheiterte ich tatsächlich an einer großen Wandergruppe, die sich früher in die Warteschlange einreihte und einen Großteil der Busplätze in Beschlag nahm. Nach einem weltrekordverdächtigen Sprint schaffte ich die Strecke vom Busbahnhof zum Hafen dann gerade noch rechtzeitig zur Abfahrt der Fähre. Aus diesem Grund versuche ich es beim Umzug ins Valle Gran Rey erst gar nicht. Mit Gepäck im Schlepptau gestalten sich Hochgeschwindigkeitsläufe in der Regel etwas schwierig.
Ankunft im Valle beide Male um die Mittagszeit. Hier schlägt das touristische Herz der Insel. Die vier Ortsteile (das Hafengebiet Vueltas, La Puntilla, La Playa und La Calera) ziehen sich sowohl an der Küste als auch die steilen Hänge des Valle hinauf. Zwar leben hier nur rund 3.500 Einwohner – und während der Saison die unvermeidliche Touristenschar -, doch die Strecken, die man hier zurücklegen kann, können sich durchaus in die Länge und auch in die Höhe ziehen.

Kaum habe ich das Hafengebiet verlassen, nehme ich das tatsächlich immer noch präsente Hippieflair wahr. Hat sich tatsächlich so wenig verändert, seit ich das letzte Mal vor etwa 25 Jahren hier war? Nun, ein paar Unterkünfte, Restaurants und Bioläden sind schon dazu gekommen, die Hippies von einst sind älter und grauer geworden. Musikalisch und gechillt geht es immer noch zu. Auch sind viele Läden fest in deutscher Auswandererhand. Der Esoterik-Faktor ist weiterhin hoch, den Hippiemarkt gibt es auch noch. Und sonst? Fast business as usual!




Kurzum, eine Woche lässt es sich hier mehr als gut aushalten. Viele bleiben länger, doch für einen Unruhegeist wie mich wäre das nichts. Egal, wie lässig, schön und entspannt es auch ist. Lust auf eine Runde durchs Valle Gran Rey? Dann los!












Wer im Valle Gran Rey unterwegs war, wurde fast zwangsläufig mit dem berühmt-berüchtigten Insel-Magazin, dem Valle-Boten konfrontiert. Die anarchische Mischung aus Journalismus und Humor sorgte dafür, dass das unregelmäßig erscheinende Magazin als eine Art satirisches Zentralorgan für Aussteiger, Hippies und Touristen auf La Gomera fungierte.
Nein, kein Fehler bei der Zeitform des Verbs. Der Valle-Bote ist Geschichte! Denn der Herausgeber und einzige Mitarbeiter der legendären Postille, Claus Heinrichs, starb letztes Jahr im Alter von 88 Jahren. Nach 124 Ausgaben – zwei davon habe ich mir noch unter den Nagel gerissen – war die Geschichte damit auserzählt. Wer mehr wissen will, schaue gerne hier.



Ebenso legendär wie der satirisch angehauchte Valle-Bote ist die Abendstimmung im Valle. Das Licht, die Wellen, die Surfer, der Sonnenuntergang, die Trommler – all das hat was. Oder?


Das war mein Senf zum berühmt-berüchtigten Valle Gran Rey. Ich hoffe, es hat euch geschmeckt! Die nächste Folge wird wanderlastig. Stay tuned!
Sieht nach einem guten Standort aus. Bin gespannt, was du von dort alles unternommen hast. Hab ein bisschen den Überblick verloren, war länger nicht auf WP unterwegs. Warst du im Februar tatsächlich das zweite Mal auf La Gomera? Ggf. muss es dir dort beim ersten Aufenthalt richtig gut gefallen haben.
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Im Valle Gran Rey hat es mir richtig gut gefallen. Doch als Standort für Ausflüge fand ich die Hauptstadt San Sebastián, in der ich die Woche davor wohnte, besser. Vom Valle aus starteten für mich nur noch die Wandertouren im Rahmen der Gruppenreise.
Ja, ich war das zweite Mal auf La Gomera. Doch die erste Reise war so lange her (25 Jahre), dass ich kaum noch konkrete Erinnerungen an die Insel hatte.
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Das sieht sehr sympathisch aus. Alt-Hippies sind mir tausendmal lieber als diese fetten alkoholisierten Pauschaltouristen, die man andernorts oft antrifft. 😀 War mir gar nicht bekannt, dass es diesen Hotspot auf La Gomera gibt.
Die Bilder sind wieder sehr gut gelungen. Geben doch einen sehr guten Eindruck von dem Flecken.
P.S: So ein kleiner Zwischensprint im Urlaub hält fit. Aber mit Gepäck hätte ich das auch nicht gemacht.😉
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Ja, ich fand das Setting und die Leute im Valle auch sehr sympathisch. Schön, dass du meine Fotos mochtest 😎. @Sprint: das beruhigt mich ja 😅.
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Schöne Auffrischung von Gomera-Eindrücken, die auch bei mir schon über 1/4 Jahrhundert 😳🫣zurückliegen. Danke dafür. Anscheinend ebbt der Nachwuchs und Nachzug jüngerer Hippie-Aussteiger ab, mit Blick auf die ordentlich gealterten Freigeister dort. Und es würde mich wirklich immer noch brennend interessieren, was die kanarischen Einwohner tatsächlich über ihre schrägen Zauseln in ihrer Nachbarschaft damals dachten bzw. heute denken☺️😁😅
Erinnere mich sehr gerne an einen schweißtreibenden Aufstieg an der Westflanke des Barrancos, frühmorgens in der aufgehenden Sonne, wie in einem Solarofen. Herrliche Ausblicke von ganz oben und ein überraschend leckeres Ziegenragout (zumindest soll es Cabrera gewesen sein🥳🤣) in einem ziemlich abgelegenen kleinen Bauernhof waren es wert. Bin auf Deine Wanderberichte gespannt😎
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Die neu hinzu gekommenen „Jung-Hippies“ machten auf mich eher den Eindruck daueralkoholisierter Penner und weniger als langhaarige Love, Peace and Happiness-Anhänger in Latzhosen und mit Blümchen im Haar 😁. Aber die Neuen sind harmlos und stören nicht weiter, so mein Eindruck. Was die Einheimischen damals und heute über die Hippies in ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen denken und dachten, kann ich dir nicht sagen. Auf mich wirkte es, als ob die jeweiligen Gruppen einfach in ihren jeweiligen Bubbles friedlich nebeneinander her existieren. Ja, steile Anstiege bietet La Gomera zuhauf, wenn auch nicht ganz so krass wie La Palma.
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