9. – 10. November 2021

Für zweieinhalb Wochen entfliehe ich Mitte November dem deutschen Herbst. Auf nach Andalusien! Die Airline mit dem Kranich bringt mich via Frankfurt nach Málaga. Pünktlich und unspektakulär lande ich am Nachmittag im Süden Spaniens. Dort erwarten mich Sonne und 20 Grad.

Mit dem Zug gelange ich binnen zehn Minuten ins Zentrum. Dann noch ein kleiner Fußweg bis zum Hotel Mariposa, Gepäckabwurf im Zimmer …

Im grünen Bereich

… und los!

Viel Zeit mit Tageslicht bleibt mir nicht. Denn die Sonne geht zu dieser Jahreszeit natürlich auch hier im sonnigen Süden recht früh unter, nämlich gegen 18:30 Uhr. Doch das ist immer noch deutlich besser als in Berlin, wo es zu der Jahreszeit schon gegen 17 Uhr dämmert.

Ich wohne sehr zentral und lande innerhalb weniger Minuten an der schönen Hafenpromenade Muelle Uno. Auf dieser schicken, gerade einmal zehn Jahre alten Flaniermeile kann man shoppen, essen, trinken, Schiffchen und Leute anschauen, flanieren und das Leben genießen. Die tolle, relaxte Atmosphäre zieht mich sofort in ihren Bann.

Unter dem Sonnenschirm
Gläsern

Der Hunger treibt mich in eines der zahlreichen Restaurants. Als ich dieses nach Einbruch der Dunkelheit wieder verlasse, merke ich, dass es abends schon ordentlich schattig wird. Ohne Jacke wäre es recht ungemütlich. Zurück ins Hotel und Feierabend!

Doch da es noch recht früh am Abend ist, mute ich euch noch ein paar einleitende Worte zu Málaga zu. Die mit 570.000 Einwohnern zweitgrößte Stadt Andalusiens hat sich in den letzten Jahren entpuppt. Früher war sie der klassische Umschlagplatz für die Urlauber der Costa del Sol. Man landete am Flughafen, sprang in den Mietwagen und verließ die Stadt gleich wieder.

Doch vor rund 20 Jahren begann man, die Großstadt am Meer ordentlich aufzupeppen. Die Kunstszene wurde mit dem Museo Picasso, einer Dependance des Centre Pompidou und dem Museo Carmen Thyssen veredelt. Die bereits erwähnte Hafenpromenade mit ihrem eleganten Flair und eine rundum erneuerte Altstadt taten ihr Übriges. Heute lässt man Málaga nicht mehr einfach links liegen. Und das völlig zu Recht! Das werdet ihr gleich sehen.

Am nächsten Morgen mache ich mich gleich nach dem Frühstück auf den Weg. Es ist schon sonnig, aber noch kühl. Doch ab dem späten Vormittag schafft es das Thermometer auf 19 Grad. Mehr brauche ich auch nicht für eine Stadtbesichtigung 😎.

Moderat

Ich starte mit dem Besuch des ältesten und größten Marktes der Stadt, dem Mercado Ataranzanas. Wie gut, dass ich schon satt bin! Sonst würde ich mir hier ordentlich die Taschen füllen.

Markttag
Tempel der Köstlichkeiten

Von dort aus laufe ich einmal quer durch die mit wunderschönen Bauten und der ersten Weihnachtsdeko verzierten Altstadt, …

Edle Bleibe
Spalier stehen

… und stehe schon bald vor der beeindruckenden Kathedrale, die all ihre Seiten locker als ihre jeweilige Schokoladenseite bezeichnen kann. Die Bewohner der Stadt nennen sie liebevoll ‚die kleine Einarmige‘. Denn nach mehr als 250 Jahren Bauzeit und unzähligen gelöhnten Sondersteuern hatten es die Leute satt. Und so wurde der Bau ohne den zweiten Turm beendet.

Ein schöner Rücken

Als nächstes besuche ich die Alcazaba. Gemeint ist damit die Festung bzw. Zitadelle der Stadt. Dort bekomme ich ein erstes Gespür für die Architektur der Mauren.

Der Andrang dort hält sich angenehm in Grenzen – bis mir dann doch eine größere Gruppe die Art von Gesellschaft leistet, auf die ich gerne verzichtet hätte 😅. Doch ich will mich nicht beklagen. Denn während der Hauptsaison spielen sich hier sicher ganz andere Massenszenen ab. Ich finde die gesamte Anlage sehr schön!

Trutzig
Wasserspiele

Jetzt wird es sportlich. Auf zum Castillo de Gibralfaro! Natürlich zu Fuß, denn ich bin zu stolz, den Bus zu nehmen. Puh! Auch 18 Grad können sich hier in praller Sonne plötzlich heiß anfühlen. Zumindest, wenn es ordentlich bergauf geht.

Doch die Anstrengung wird belohnt. Die Burg beschert mir geniale Ausblicke auf die Stadt, den Hafen und die Stierkampfarena. Und die Anlage selbst ist auch sehr sehenswert. Hier ist schon deutlich mehr los als „unten“ in der Alcazaba. Doch die Menge verläuft sich in dem weitläufigen Gelände.

Eingereiht

Stadt und Hafen
Stier und Kampf

Kurz nach Mittag lasse ich mich den Berg hinunterkullern. Ich passiere das prächtige Rathaus und das römische Theater …

Schöner regieren
Zugetextet

… und lasse mich durch die lauschige Altstadt treiben. Hier ein hübsches Kirchlein, da ein charmanter Platz, dort ein prächtiges Haus. Und dann auch noch das Museo Picasso – vielleicht schaffe ich es am Schluss der Reise dort noch hinein! Mein Weg führt mich entlang der Haupteinkaufsstraße Marqués de Larios, inklusive Abstecher in die eine oder andere Nebenstraße. Was für eine schöne Stadt!

Mitten im Leben
Schwebebalken
Gotisch

Zeit für ein Mittagessen. Beim Andino serviert man mir ein leckeres, sehr sättigendes veganes südamerikanisches Gericht. Danach bin ich bereit zum Platzen 😅.

Satt!

Anschließend begebe ich mich auf die Jagd nach guter Street Art. Da bin ich im Viertel Soho, wo ich auch wohne, goldrichtig.

The beauty
Gezwirbelt

Unweigerlich zieht es mich am fortgeschrittenen Nachmittag wieder zum Hafen, wo ich zum wiederholten Mal an der Hafenpromenade entlang flaniere. Dort post der moderne Bau des Centre Pompidou in schönstem Gegenlicht und wirft mir seine kunterbunten Spiegelungen buchstäblich vor die Füße.

Im Kasten
Farbenfroh

Jetzt habe ich mir ein Eis am Strand verdient. Dort ist niemand (mehr?) im Wasser. Doch am Strand ist durchaus noch Leben in der Sandbude. Ich schaue mich um und betrachte die typischen, architektonisch verhunzten Bettenburgen aus den 1970er Jahren, die hier wie an so vielen anderen Stränden der spanischen Mittelmeerküste hochgezogen wurden.

Gestrandet

Entspannt lehne ich mich an eine Palme und genieße eine ganze Weile die sanften Strahlen der Spätnachmittagssonne. Danach laufe ich an der Promenade entlang zurück, während sich der Tag seinem Ende nähert.

Stadtansichten
Zitadellig

Kurz nach 18 Uhr setzt die Dämmerung ein. Keine halbe Stunde später ist es dunkel. Zurück zum Hotel und Füße hochgelegt! Sie haben es sich redlich verdient.

17 Gedanken zu “Málaga – Summer reloaded

  1. Erst Frankreich und jetzt Spanien. Mein lieber die lässt ja auch nichts aus, aber das ist auch gut so ! Malaga kennt man natürlich vom hören und sagen aber jetzt bekommt man doch einen kleinen Einblick ! Da wird sicherlich noch mehr kommen ! Danke

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  2. Mein lieber Scholli, du schaffst ja immer ganz schön viel Strecke… 😉 Wie ich deine Beiträge so lese, habe ich Lust, irgendwohin zu entschwinden, irgendwo, wo es warm und sonnig ist…

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