Heute ist der erste „richtige“ Tag der Reise, den wir in Nepal verbringen. Ab jetzt werden euch diese halbgeschlossenen Buddhaaugen mit ihrem scheinbar entrückten Blick bis zum Ende der Reise begleiten.

Augenblicke

Für alle verwirrten Leserinnen und Leser, die die Kategorie „Nepal“ auf meinem Blog aufrufen und an meinen mathematischen Fähigkeiten zweifeln, sei verraten, dass ich die ersten 15 Tage dieser Reise in Indien verbracht habe. Die Beiträge dazu findet ihr hier.

Ich bin heute schon früh auf den Beinen. Um 7 Uhr ist Abmarsch zum geführten Jungle Walk. Ein Alleingang empfielt sich nicht nur nicht, sondern wäre darüber hinaus auch recht gefährlich. Erlaubt ist es zudem auch nicht. Wir laufen hinunter zum Ufer und überqueren den Rapti River mit einem archaisch anmutenden Floß, das, wenn es mit uns voll beladen ist, gerade einmal fünf Zentimeter über die Wasserkante hinaus ragt. Flüchtig geht mir durch den Kopf, dass die hier heimischen Krokodile sicher schon nach einem nahrhaften Frühstück lechzen 😅. Doch die in schönes Morgenlicht getauchte Szenerie lenkt mich schnell ab.

Mystisch

Die Überfahrt ist schnell vorbei, und schwupps sind wir am anderen Ufer, wo der Chitwan National Park beginnt.

Ausufernd

Bevor es losgeht, gibt es erst einmal eine Sicherheitseinweisung durch unseren einheimischen Guide. Denn der Bengalische Tiger und die bereits im gestrigen Bericht erwähnten Panzernashörner sind hier zuhause – und wir die Eindringlinge, die gewissermaßen Hausfriedensbruch begehen.

Verstockt

Ich nehme es vorweg: auf dem insgesamt dreistündigen Spaziergang bleibt die „Tierausbeute“ unspektakulär: ein paar Hirsche, diverse Vögel und Käfer, Wildschweine und Pfauen. Von Rhinos und Tigern keine Spur. Na ja, so ganz stimmt das auch wieder nicht. Recht frische Exkremente und Pfotenabdrücke zeigen eindrucksvoll, dass sie nicht im Reich der Fantasie entspringen, sondern real sind. Doch ich bin ehrlich: dem Tiger möchte ich hier auch gar nicht Aug in Auge gegenüberstehen, solange ich mich zu Fuß bewege, ohne fahrbaren Untersatz in greifbarer Nähe 😅.

Und nun könnt ihr mich ruhig begleiten auf meinem Weg durch dschungeligen Wald am Wasser!

Morgendunst
Grüne Pracht
Entweiht
Hingeblättert
Verschlungen
Gefächert
Mach die Biege!
Angestachelt
Dunst am Ufer

Trotz des schwül-warmen Wetters und der überschaubaren Menge an Tieren genieße ich den längeren Spaziergang, denn ich habe in den letzten beiden Tagen für meinen Geschmack eindeutig zu viel gesessen! Es tut gut, mich wieder einmal länger zu bewegen.

Zurück zum Ufer, wo die Flöße …

In Ketten
Ausgebootet

… und die Kandidaten mit den scharfen Zähnchen auf uns warten.

Hoffentlich satt

Auf dem Rückweg zum Hotel werde ich Zeugin einer beliebten „Touristenattraktion“: Baden mit Elefanten. Ich mache keinen Hehl daraus: ich halte davon absolut nichts! Das mag für die Menschen ein großer Spaß sein. Für die Tiere, die dafür mit dem Stock oder Metallhaken gezüchtigt werden, ist es schlichtweg Quälerei. Ja, Elefanten mögen das Spiel mit dem Wasser. Aber nicht mit Fracht auf dem Rücken und durch Stockhiebe erzwungen. Zudem müssen sie alle paar Minuten in die Knie gehen, um die Touristen auf- und absteigen zu lassen. Doch schaut es euch ruhig an. Möge es dazu führen, dass es euch abschreckt und nicht zur Nachahmung animiert.

Einseitiges Vergnügen

Zurück zu den schönen Seiten des Lebens. Auf der Dorfseite des Flusses herrschen deutlich angenehmere Wetterverhältnisse. Die Temperatur ist mit 26 Grad identisch, aber es ist bei weitem nicht so schwül wie „drüben“ im Dschungel.

Ich schlendere gemächlich durch das Örtchen, denn ich habe heute nichts weiter vor. Die Menschen hier begegnen mir freundlich und zurückhaltend. Kein dauerndes Angequatsche und Gehupe wie in Indien. Es geht viel ruhiger und entspannter zu. Begleitet mich doch ein Stück des Weges!

Dorfidyll

Straßenkünstler
Morgen mehr davon!
Handverlesen

Appelliert
Das liebe Federvieh

Eingepfercht
Déjà vu!
Angebetet
In voller Blüte
Essen auf Rädern

Den Rest des Nachmittags verbringe ich damit, auf dem Balkon zu chillen.

Nicht meine Flasche! Nicht meine Blume!

Von hier aus habe ich einen schönen Blick über den Garten und den Fluß. Und auf alles, was sich unten am Boden sonst noch so abspielt.

Arbeitstier

Und während ich mich erhole, könnt ihr euch ein wenig weiterbilden. Hier ein paar Fakten zum Land.

Nepal

  • ist genau wie Deutschland eine parlamentarische Republik.
  • Nepali ist die Amtssprache, die auf regionaler Ebene durch weitere regionale Sprachen ergänzt wird.
  • ist etwas weniger als halb so groß wie Deutschland.
  • hat aktuell rund 28 Millionen Einwohner. Das ist ein Drittel derer, die in Deutschland leben.
  • hat wie Indien ein eindeutiges religiöses Schwergewicht: 81% Hindus, 9% Buddhisten und 4% Muslime. Die wenigen restliche Prozentpunkte teilen Christen und andere Minderheiten unter sich auf.
  • ist ein junges Land. Das Durchschnittsalter beträgt zur Zeit 21 Jahre. Zum Vergleich: in Deutschland liegt es bei 44 Jahren.

Kurz vor der Dämmerung mache ich mich auf den Weg Richtung Fluß. Aber meine Hoffnung, dass das Nashorn wie gestern noch einmal auftaucht, wird enttäuscht. Stattdessen bewundere ich diese gewagte Schaukelkonstruktion, die im unteren Teil des Hotelgartens zum Spielen einlädt.

Verschaukelt

Die Abendstimmung am Ufer genieße ich dennoch. Auch ohne gepanzerte Vierbeiner.

Stimmig

Mit ein paar Mitreisenden plaudere ich anschließend noch ein Weilchen auf der Terrasse, bevor ich mich zum Solo-Abendessen zurückziehe. In einem kleinen Restaurant im Ort lasse ich mir sehr leckere Momos munden. Ohne sie probiert zu haben, ist keine Nepalreise vollständig. Und wie schon im gestrigen Restaurant serviert man mir hier als kostenlose und nicht eigens bestellte Vorspeise eine Schale mit Popcorn 😅.

Gut gesättigt lasse ich den Tag alleine auf dem Balkon gedanklich Revue passieren und ausklingen. Bis morgen!

4 Gedanken zu “Tag 16: Chitwan – Ganz in Ruhe

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