Der heutige Tag verläuft in bester James-Bond-Manier. Geschüttelt, nicht gerührt.

Um 5 Uhr morgens sind wir bereits auf der Piste, um Chaos und Stau beim Verlassen der Stadt zu vermeiden. Das gelingt uns auch. Kaum sind wir aus der Stadt hinaus, dämmere ich weg.

Doch von wegen Schlaf nachholen! Beim Höllenritt durch sehr dichten Morgennebel entgehen wir nach riskantem Überholmanöver unseres Fahrers nur um ein Haar einem Unfall mit einem LKW. Nach der Vollbremsung, bei der mein Schädel Bekanntschaft mit dem oberen Teil der Sitzlehne vor mir macht, bin ich dann endgültig wach 😎.

Kurze Teepause irgendwo im Nirgendwo. Das heimelige Ambiente …

Die gute Stube

… treibt mich trotz freundlichem Tee- und Kaffeeangebot nach draußen. Dort warten diese beiden Fashionistas bereitwillig auf eine Fotosession.

Modebewusst
Vorzeige-Model

Der weitere Verlauf des Tages ist schnell erzählt. Für die insgesamt rund 280 Kilometer werden wir schlussendlich fast 13 Stunden brauchen. Die Beschaffenheit der Strecke ist die mit Abstand schlechteste der ganzen Reise. Fast durchgehend holpern wir über Schotterpiste mit Schlaglöchern. Weg vom Fenster mit den Armen und dem Kopf! Sonst drohen Beulen und blaue Flecken.

Im Gegensatz zu den bisherigen längeren Fahrten hält sich auch das Entertainment am Straßenrand in Grenzen. Nur hier und da ein paar liebevoll dekorierte LKWs …

Schwere Fracht
Hupkonzert

… oder andere ansehnliche Verkehrsteilnehmer.

Gegenverkehr

Auch die Landschaft ist eher zum Gähnen.

Wie in Brandenburg
Am Ende des Tages

Alle sind durch, als wir am frühen Abend mitten in der Pampa endlich im Hotel landen. Nur der Busfahrer macht noch einen recht frischen Eindruck 😅. Ich will dennoch ein positives Fazit für diesen Tag ziehen: es ist nichts passiert, und wir sind heil angekommen. Das ist ja auch was wert. Duschen, Abendessen, Bett. Uff!

Morgen früh werden wir die nahegelegene Grenze nach Nepal passieren. Und das ist auch der einzige Grund, weswegen es uns nach Shivpati Nagar verschlagen hat.

6 Gedanken zu “Tag 14: Varanasi – Shivpati Nagar

  1. Beschwer dich mal nicht über die Teepausen-Location. Im Vergleich zu so manchem Tea Wallah ist die doch sehr nobel.

    Und ja, Hupkonzert: Die hupen tatsächlich nicht aus Spaß oder Ungeduld, sondern fahren echt nach Gehör. Das Hupen ist Zeichen nach vorne über die Bergkuppe, dass gleich auf der Gegenfahrbahn Gegenverkehr kommt. Und wenn man selbst hupend überholt, weiß der Überholte, dass er nicht selbst ausscheren darf.

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    1. Eine richtige Beschwerde war das auch nicht 😎. Es gibt wahrlich schlimmere Buden. In der Aussicht auf weitere etliche Stunden sitzend im durchgerüttelten Bus habe ich dennoch einen Besuch bei den Tieren vorgezogen.

      @ Hupen: weiß ich. Dort ist es kein Zeichen von Aggression wie bei uns, sondern das Mittel der Wahl, um im Straßenverkehr konstruktiv zu kommunizieren. Dennoch finde ich es witzig, dass die „Blow Horn“-Aufforderung wirklich jede Art von Transportfahrzeug ziert, obwohl es doch alle wissen und praktizieren 😅.

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