Nur 12 Kilometer von Varanasi entfernt befindet sich einer der vier heiligsten Orte des Buddhismus. Diese vier drehen sich natürlich allesamt um den Hauptdarsteller Gautama Siddharta. Im nepalesischen Lumbini wurde er geboren. In Bodhygaya erlangte er nach einer Meditationswoche die Erleuchtung. In Kushinagar starb er. Sarnath, wo er seine erste öffentliche Predigt hielt, werden wir heute besuchen.

Die fünf Gefolgsleute, die ihm vor 2.500 Jahren bei besagter Predigt ergeben lauschten, bildeten die Keimzelle seiner Lehre. Seit dieser Zeit ist eine Menge passiert. Sarnath teilte das Schicksal anderer ehemals bedeutender Stätten und verlor im Laufe der Jahrhunderte an Bedeutung. Die aus mehreren Tempeln und Stupas bestehende Anlage geriet in Vergessenheit und wurde im 12. Jahrhundert n. Chr. weitgehend zerstört. Im 19. Jahrhundert schließlich wurden die Überreste bei einer von den Engländern durchgeführten Restaurierung freigelegt. Zum Stupa an dieser Stelle nur eine kurze Erklärung: es handelt sich um ein Gebäude, das den Buddhismus symbolisiert. Wenn ihr mit mir erst einmal in Nepal angelangt seid, greife ich das Thema noch einmal genauer auf.

Heute pilgern überwiegend asiatische Buddhisten zu diesem berühmten und recht geschäftigen Wallfahrtsort. Entsprechend ist man dort nicht unbedingt alleine auf weiter Flur. Buddhistische Gelassenheit und eine friedfertige Haltung jedoch lassen den Besuch dennoch zu einem angenehmen Erlebnis werden 😎.

Gebetsmühlenartig
Goldene Zeiten

Flankiert
Gelenkig

Bevor ich mich weiter durch die Anlage treiben lasse, unternehme ich noch einen kurzen Abstecher zu dem etwas außerhalb gelegenen japanischen Tempel, der ebenfalls sehr sehenswert ist. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: die antiquierte Fahrradrikscha habe ich auf dem Weg dorthin nur fotografiert und nicht bestiegen! Die paar hundert Meter schaffe ich gerade noch zu Fuß 😎.

Antik
Japan calling
Gut gebettet
Torgewaltig
Fingerzeig

Zurück zum eigentlichen Ort des Geschehens. Der einem Bunker nicht unähnliche Dharmek-Stupa steht genau an der Stelle, an der Buddha seine erste Rede gehalten hat.

Runde Sache

Ich beschränke mich darauf, den imposanten Koloss nur aus der Ferne zu betrachten und schlendere stattdessen weiter in dem Gelände umher, wo Tempel und andere Kleinode auf mich warten. Hier meine Impressionen von dem Spaziergang:

Hoch auf dem gelben Wagen
Spitzenmäßig
Strenge Sitten
Shiva
Durchgängig
Guglhupf

Local Bus

Zur verabredeten Zeit zurück zum Bus. Bevor der programmfreie Nachmittag anbricht, stoppen wir noch bei einem Seidenhersteller. Ich bin ja von Natur aus immun gegen textile Versuchungen, betrachte aber dennoch fasziniert die aufwendige Kunst der Herstellung.

Flatterhaft

Zurück zum Hotel. Die letzten Tage waren faszinierend und beeindruckend, aber auch fordernd und anstrengend. Und so lege ich mich für zwei Stündchen zur Siesta im Wachzustand nieder und genieße die stille Ereignislosigkeit.

Danach bin ich wieder bereit für neue Aktivitäten. Zusammen mit zwei Mitreisenden wage ich das Abenteuer, zu Fuß zur zwei Kilometer entfernten Altstadt an den Ghats zu laufen. Der üblichen Verkehrssituation …

Verstopft

… ist es geschuldet, dass wir dafür 40 Minuten brauchen! Doch die Erfahrung lehrt, dass es mit einer Fahrradrikscha auch nicht schneller gehen würde. Der kleine Marsch, der jeden Funken meiner Aufmerksamkeit erfordert, lohnt sich jedoch wegen der wie immer vielen Eindrücke am Straßenrand.

Street Food
Verdichtet
Gelagert

Mengenlehre
Da geht die Post ab!

In der German Bakery – die kennt ihr schon von gestern – regenerieren wir uns auf der Dachterrasse bei lecker Kaffee und Kuchen, bevor wir zur nächsten Tat schreiten. Derweil nähern sich mein grüner Begleiter und sein neuer Freund einander an.

Ziemlich beste Freunde

Haben wir die Ganga Aarti gestern vom Wasser aus betrachtet, so soll es heute mitten rein ins Getümmel gehen. Ganga watt? Schon wieder keine Zeit gehabt, meinen Artikel von gestern zu lesen? Dann schau hier!

Inge ist schon länger an Ort und Stelle und hat ein paar Plätze sichern können, von denen ich einen ergattere. Die Vorbereitungen laufen!

Bühnenreif
Auf dem Teppich bleiben

Und dann geht das Spektakel los! Während der folgenden 45 Minuten werde ich zunehmend berauscht, und das nicht nur wegen der ganzen Düfte, die während der Zeremonie in die Luft gewedelt und geräuchert werden. Ich liebe dieses Brimborium ❤️!

In Ketten
Schall und Rauch
Show Time
Da brennt der Baum!
Rasselbande

Für diejenigen unter euch, die noch tiefer eintauchen und ein Live-Gefühl dafür bekommen möchten, habe ich ein Video gedreht:

Zeremonie

Mit dem Tuktuk zu viert zurück zum Hotel. Überflüssig zu erwähnen, welches Verkehrschaos es bis dahin zu durchqueren gilt! Nach dem Abendessen auf der Dachterrasse eile ich flugs ins Bettchen. Morgen geht es geradezu unanständig früh weiter 😅.

6 Gedanken zu “Tag 13: Varanasi – Buddha bei die Fische

  1. Nach Sarnath habe ich es bisher nicht geschafft, aber ich freue mich, dass du nun schon einmal Kontakt zu Gebetsmühlen hattest. Für mich ist das buddhistische Indien so ein ganz anderes Indien. An dem Tag hattest du ja tatsächlich sowohl in Sachen Buddha als auch in Sachen Shiva ziemlichen Overkill!

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