Den gestrigen Beitrag hatte ich mit einem Cliffhanger enden und euch damit im Ungewissen schmoren lassen. Schließlich war durch die Verspätung und auch die Zeitverschiebung – ich bin euch jetzt drei Stunden voraus – bereits ein neuer Tag angebrochen. Den ansehnlichen Flughafen von Dubai konnte ich nach der Landung leider nicht gebührend würdigen, denn das Zeitfenster für den Anschlussflug war gehörig zusammengeschrumpft. Sehr flotten Schrittes lege ich gefühlt mehrere Kilometer zu Fuß quer durch das Terminal 3 zurück. Zum Glück geht der Sicherheitscheck sehr flott über die Bühne, so dass ich es gerade noch rechtzeitig zum Boarding schaffe. Uff!

Nach knapp zwei Stunden Flugzeit landen wir in Salalah, wo sich ganze drei Mitarbeiter der omanischen Polizei ganz in Ruhe Zeit lassen, die rund 200 Passagiere unseres Fluges der Einreiseprozedur zu unterziehen. Beim Warten muss ich deshalb wieder an die bange Wartezeit von vier Tagen denken, die vor meiner Abreise zwischen Beantragung und Erteilung des Online-Visums lagen 😅.

Irgendwann habe aber auch ich meinen Stempel im krachneuen Reisepass und kann mein Gepäck einsammeln, das schon eine Weile seine Runden auf dem Band dreht. Sehr freundliche und gesprächige Security-Jungs erleichtern mir das abermalige Durchleuchten des gesamten Gepäcks – und dann bin ich drin 👍.

Und da steht auch schon Amur in seiner traditionellen und schönen weißen Dishdasha, um mich und meine drei Mitreisenden in Empfang zu nehmen. Wir begrüßen uns alle und düsen über die um diese Uhrzeit menschenleeren Straßen zum Hotel. Jetzt aber schnell ab ins Bettchen! Es ist schließlich schon nach fünf Uhr morgens 😱. Zum Trost wiegt mich das tosende Meer vor meinem Fenster in baldiges Koma.

Nach zwei, drei Stunden Schlaf hieve ich mich unter die Dusche und auf den letzten Drücker runter zum Frühstück, wo sich wenig später drei weitere hundemüde Gestalten zu mir gesellen.

Den Tag gehe ich gemächlich an. Bei schwülen 26 Grad schlappe ich den recht vereinsamten Strand mal die eine, mal die andere Richtung entlang. Wären da nicht die Palmen, die andersartige Bauweise (siehe Titelbild) und die schwüle Hitze, könnte die Szenerie auch an der heimischen Nordsee spielen 😎.

Der Rückweg führt mich an diesem Freitag (der unserem Sonntag entspricht) durch still daliegende Gässchen. Hier und da bleibe ich stehen, um in Ruhe zu schauen und/oder ein Foto zu machen.

Die 200.000 Einwohner Salalahs verteilen sich auf unendlich viele ausufernde Quadratkilometer, was das Erlaufen schwer bis unmöglich macht. Und so begnüge ich mich heute mit meinem unmittelbaren Umfeld, was ich auch schon recht spannend finde. Was mir auffällt: es gibt selbst in diesem etwas abseits gelegenen Eckchen unzählige Waschsalons mit angeschlossenem Bügelservice. Wie ich am Abend erfahren werde, ist es im Oman wohl unüblich, zuhause eine Waschmaschine zu haben und selbst zu waschen. Und ganz ehrlich: so eine Dishdasha möchte ich auch nicht gerne selbst bügeln 😅. Und dass sie gebügelt sein muss, versteht sich von selbst.

Nach einem ausgiebigen Mittagsschläfchen erleichtere ich meinen großen Rucksack um all jene Gepäckstücke, die ich auf der Wüstentour nicht brauchen werde. Sie dürfen ab morgen sehnsüchtig im Hotel auf meine Rückkehr nächste Woche Samstag warten.

Am Nachmittag wage ich mich wieder nach draußen. Eine leichte Brise sorgt für angenehme Temperaturen. Das Stickig-Schwüle hat sich verzogen. Und so verbringe ich den Rest des Nachmittags auf einer schattigen Liege mit Schirmchen am Strand.

Am frühen Abend treffen wir uns zur Vorbesprechung mit Jérôme, der uns ab morgen durch die Wüste führen wird. Nun hat sich noch eine fünfte Teilnehmerin zu unserer kleinen Gruppe dazugesellt. Als Amur und der dazu gekommene Ali mit dem Beladen der beiden Autos fertig sind, fahren wir alle gemeinsam ins Zentrum, wo wir es uns bei verdammt leckerem libanesischen Essen gut gehen lassen. Sollte sich jemand von euch einmal nach Salalah verirren und großen Hunger haben: bei Baalbeck wird euch sicher geholfen.

Ich erfahre an diesem Abend viele spannende Sachen, von denen ich euch willkürlich eine herauspicke: Wusstet ihr, dass es an der Universität in Muscat eine Quote für Männer gibt? Denn längst haben die Mädels die Jungs dort überholt: zahlen- und leistungsmäßig.

Zurück zum Hotel. Morgen geht’s los! Ich bin schon sehr gespannt. Ihr werdet nun eine Weile nichts von mir lesen. Aus Gründen 😎.

Und mit dieser Anblick aus meinem Hotelzimmer in der Abenddämmerung entlasse ich euch in die Nacht.

8 Gedanken zu “Tag 3: Dubai – Salalah und süßes Fast-Nichtstun

  1. Erstmal vorweg: nochmals meine Wünsche für eine erlebnisreiche, sichere und angenehme Abenteuertour in die Wüste!

    Hast du am Gate oder im Flugzeug auch mal geschielt, wer von den Mitreisenden deine Begleitungen sein könnten? Mir ging das damals bei der China-Reise so und einige „Verdachtsfälle“ trafen letztendlich auch zu.😅

    Die Warterei bei der Einreise ist ja nervig! Erinnert mich stark an meine letzte USA-Einreise.🙄 Da waren es aber drei Beamte für drei Maschinen, die innerhalb kürzester Zeit auf einen Beamten geschrumpft waren. Sowas hatte ich bis dato noch nie erlebt.😤

    Salalah finde ich, um ehrlich zu sein, nicht wirklich interessant oder ansehnlich. Das Einzige, was mir gefällt, sind die schönen Grundfarben auf deinen natürlich ansonsten gelungenen Fotos…himmelblau und lehmgelb. Na gut, die Moschee (ich vermute, dass es eine ist) sieht auch ganz hübsch aus.😉

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    1. Danke für die guten Wünsche! Gleich geht’s los. Bin schon etwas aufgeregt 😅. Ja, am Gate und im Flieger hatte ich tatsächlich mal geschielt, wer es denn sein könnte. Im Flieger habe ich dann auch eine „verdächtige“ Dame mit Wanderschuhen angesprochen. Aber die war auf dem Weg nach Sydney 😎.Letztendlich stellte sich heraus: die anderen drei waren aus München angereist und saßen erst im Flieger nach Salalah. Und da war ich zu müde zum gucken … Eine fünfte Teilnehmerin hat sich noch dazu gesellt. Sie war vorher aber schon in Muscat und kam einem Tag vor mir an. Und ja, das war eine Moschee auf einem der Fotos. Zu Salalah: ich habe ja nicht wirklich viel davon gesehen. Wir wohnen hier in einem Strandvorort. Von daher konnte ich euch auch nicht wirklich viel zeigen. Aber zum Ankommen nach einer langen Anreise und so gut wie keinem Schlaf war der Tag hier gestern am Strand genau richtig 😎.

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      1. Ja, das glaube ich auch, dass es der perfekte Ort zum Ankommen war. Es sieht sehr ruhig aus. Habe mal nach Salalah etwas gegoogelt – da scheint es doch noch sehenswerter zu sein. Die Bergkette im Hintergrund mit dem teilweisen grünen Tälern und Wasserfällen lassen sich so gar nicht vermuten.😊

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  2. Ah, Lawrenca von Oman, die Wüstentochter, ist unterwegs. Bin schon gespannt, auf die Berichte und Fotos. Schon blöd, das es dort kein Wlan gibt. Aber wahrscheinlich sind die mit dem Wlan-Ausbau in der Wüste eher fertig als wir mit der Beseitigung der Funklöcher hier. 😜

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  3. Schöne Grüße in die Wüste! Gerade konnte neben den ersten Oman-Beiträgen auch die Sylt-Berichterstattung nachholen. Jetzt weiß ich nicht, in welche Richtung die Reiselust mich mehr zieht… 🙂

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