Nun haben wir den CN Tower tagelang aus allen erdenklichen Perspektiven abgelichtet. Mal freiwillig, mal unfreiwillig. Er schiebt sich halt überall ins (Stadt-) Bild. Heute aber – gerade noch rechtzeitig an unserem letzten Tag in der Stadt – wollen wir sehen, was er von oben zu bieten hat.

Den Auf“stieg“ morgens in Angriff zu nehmen, stellt sich als gute Entscheidung heraus. Ohne Wartezeit und umgeben von einer noch erträglichen Menschenmenge lassen wir uns in 58 Sekunden im gläsernen Außenlift zum ersten Aussichtsdeck in 346 Metern Höhe katapultieren.

Der Tower war gut 30 Jahre nach seinem Bau 1975 mit 553 Metern der höchste freistehende Turm der Welt. Dann kamen diverse Bauten in Tokio und last but not least der Burj Khalifa in Dubai. Und weg war die Krone. Nichtsdestotrotz ist es ein tolles Erlebnis, Toronto aus dieser Höhe zu Füßen liegen zu haben. Seht selbst:

Eine Etage tiefer gibt es noch einen Glass Floor mit transparentem Fußboden, den wir natürlich auch ausprobieren. Schließlich trägt er noch größere Schwergewichte als uns.

Auf den Edge Walk hingegen verzichten wir großzügig. Mit einem Seil gesichert kann man open air in 365 Metern Höhe außen in Schräglage auf einem eineinhalb Meter breiten Rundumrost eine Umrundung wagen 😱. Die Versicherung ist dann im Preis inklusive …

Wieder unten, bewundern wir nicht nur das Türmchen vom Boden der Tatsachen aus, sondern zum wiederholten Mal die Geduld und Disziplin der Kanadier beim Schlangestehen, die die Touris aus aller Welt mehr oder weniger zwangsläufig hier übernehmen. Nicht nur beim Einsteigen in die öffentlichen Verkehrsmittel, sondern auch hier beim Ablichten beliebter Fotomotive mit Selfie-Anteil. Da gibt es kein Gedränge, Geschubse oder Gemecker. Man stellt sich hinten an und wartet geduldig, bis man dran ist. Sehr löblich!

Ein kurzer Stopp am alten Roundhouse (Lokschuppen) zu Füßen des Towers, …

… bevor uns der 121er Bus zum nächsten Ziel bringt. Am Distillery Historic District angelangt, sind wir schon wieder ziemlich ausgehungert und fallen erst einmal in ein Restaurant nach unserem Geschmack ein. Dann schauen wir uns in dem hübschen, überschaubaren Gelände um. Die alte Schnapsfabrik im Osten der Stadt ist heute ein Denkmal der Industriegeschichte. In den alten Ziegelbauten haben es sich diverse Cafés, Restaurants, Galerien und kleine Läden gemütlich gemacht. Aufgepeppt mit allerlei Kunst hier und da ist es wirklich hübsch anzusehen.

Was ich unbedingt in dieser Woche in Toronto noch gesehen haben wollte, sind die verschiedenen ethnischen Viertel um die Innenstadt herum, für die dieser internationale Schmelztiegel so bekannt ist. Von den heute rund sechs Millionen Einwohnern sind heute nur noch 30% angelsächsischer Herkunft. So wird Toronto seinem indianischen Namen, der „Sammelplatz“ bedeutet, voll und ganz gerecht.

Da es heute genau wie gestern drückend heiß ist, wählen wir die fußschonende Variante und erfahren einen Teil der Strecke mit einer der alten Straßenbahnen, um wenigstens einen ersten Eindruck zu bekommen. Zu mehr reicht die Zeit heute nicht. Wir beginnen in der Chinatown, wo wir natürlich auch aussteigen …

… und fahren dann weiter Richtung Little Italy. Der Charme des italienischen Viertels erschließt sich dem geneigten Besucher allerdings wohl eher abends, wenn die Restaurants bevölkert werden. Jetzt, mitten am Tag, geht es dort eher verlassen zu und nicht so quirlig wie in der Chinatown. Aber schöne Wohngegenden und auch eine hübsche Kirche erfreuen unsere Augen.

Ein Blick auf die Uhr: jetzt aber hurtig zurück zur Wohnung! Schließlich haben wir heute Abend noch was vor. Der Fahrer der 506er Busses hört leider zu früh auf, die jeweils nächste Haltestelle anzusagen. Und so steigen wir etwas zu weit östlich aus. Auf dem nun etwas längeren Fußweg nach Hause entlang der Dundas Street packen wir die Kameras weg und beschleunigen unsere Schritte, denn dieser östliche Abschnitt der langen Straße ist wenig anheimelnd und mit Elend gepflastert. Toronto hat eben nicht nur die schöne Kulisse, die ich euch so gerne mit meinen Fotos unterjubele. Es ist eben eine typische nordamerikanische Großstadt wie andere auch mit mehreren Seiten der Medaille.

Sehr kurze Siesta in der Wohnung, kurz dieses hübsche Häuschen um die Ecke bewundert, …

… dann auf Richtung Rogers Centre, wo wir heute zusehen wollen, was die heimischen Blue Jays gegen die favorisierten Gäste aus Philadelphia reißen können.

Das Baseball-Stadion liegt direkt neben dem CN Tower. Die weiße, runde Schüssel links davon ist euch bestimmt schon auf diversen Fotos aufgefallen. 60.000 Leute passen hier rein. Das 11.000 Tonnen schwere Dach lässt sich in nur 20 Minuten öffnen oder schließen. Die Wetterverhältnisse sind ja sehr facettenreich in dieser Stadt …

Wir sind opportunistisch und jubeln für das Heimteam mit, das unerwartet 4:2 gewinnt. Wir haben gute Plätze, die Stimmung ist bombig, das Spiel spannend. Was wollen wir mehr? Gleich drei Home Runs dürfen wir erleben, was nicht so oft vorkommt. Dabei wird der Ball (zumindest in den Fällen, die wir heute Abend sehen) über die Spielfläche hinaus geschlagen. Wer es genauer wissen will: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Home_Run

Und damit sich auch die Zuschauer während eines durchaus länger dauernden Spiels einmal bewegen, gibt es die schöne Tradition, im siebten von insgesamt neun Innings (Spieldurchgängen) DIE Ode an den Baseball zu singen. Hört her!

Viel zu schnell ist das Spiel dann vorbei.

Parallel dazu versucht der benachbarte CN Tower, uns mit seiner bunten Lichtshow zu beeindrucken und vom Spiel abzulenken.

https://elkeunterwegs.files.wordpress.com/2018/08/img_5928-2.mov

Nach dem Spiel würdigen wir ihn dann noch etwas ausführlicher.

Wow, es ist spät geworden! Die auch zu dieser fortgeschrittenen Stunde brechend volle Straßenbahn bringt uns in Kombi mit der U-Bahn kurz vor Mitternacht nach Hause. Ein langer, aufregender Tag liegt hinter uns. Jetzt aber ab ins Bettchen!

10 Gedanken zu “Tag 8: Toronto – High in the sky und Home Run

  1. Schön! So ein Spiel mal live zu erleben hat schon was. Der CN Tower kann sich sehen lassen, schöne Aussicht. Aber ob mir der gläserne Außenlift so gefallen würde?🙈 Bei den Videos hast du leider zweimal das gleiche gepostet (das von der Ode) oder mein WordPress spinnt. Viel Spaß auf eurem Roadtrip!

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  2. Was für ein aufregender Tag. Sehr schöne Eindrücke der Megacity….3640 Wildgänse können schnell mal zusammen kommen 😜.Und dann noch das Baseball-Spiel 😮das war doch ein Highlight für Stefan, nicht wahr? Danke, für die Eindrücke 😘😘

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