Die Bahnstrecke auf der Südinsel von Küste zu Küste quer über die Alpen gilt als eine der schönsten der Welt. Das lasse ich mir natürlich nicht durch die Lappen gehen! Um der Abwechslung Willen und weil die Bahnstrecke im Bereich der wunderschönen Schlucht bei Otira durch einen Tunnel führt, entscheide ich mich, die Hinfahrt von Christchurch an der pazifischen Ostküste nach Greymouth an der Westküste (Tasmanische See) mit dem Bus anzutreten. Für die Rückfahrt wähle ich den Zug. Das hat auch den Vorteil, dass mir in Greymouth ein etwas längerer Aufenthalt vergönnt ist.

Zusammen mit fünf weiteren Fahrgästen starten wir im Kleinbus Richtung Greymouth. Die alpine Strecke bis zur Westküste erfüllt heute das viel zitierte Klischee, dass es in diesem Gebiet vier Jahreszeiten gibt – an einem Tag wohlgemerkt. Der Schönheit der Landschaft tut dies keinen Abbruch.

Der Scheitelpunkt, also die höchste Stelle der Strecke, ab der es in beide Richtungen wieder abwärts geht, liegt am Arthur’s Pass Village, wo wir eine kleine Pause einlegen. Als ich aus dem Bus aussteige, fängt es heftig an zu regnen, so dass ich die Zeit bis zur Weiterfahrt in diesem heimeligen Etablissement verbringe.

Direkt hinter dem Arthur’s Pass stürzt sich die besagte Otira Gorge dramatisch in die Tiefe. Es regnet noch immer, aber die Einblicke sind trotzdem grandios. Ich hoffe, ihr bekommt trotz der Wasserflecken auf dem Foto einen Eindruck:

Etwa vier Stunden nach unserem Start im Christchurch landen wir kurz nach Mittag in Greymouth. Hier ist es trocken mit gefühlt minütlichen Wetterwechseln von grau bis sonnig. Ich habe rund eineinhalb Stunden Zeit, bevor ich mich in den Zug schwinge. Diese nutze ich für ein schnelles Mittagessen und einen Rundgang durch das sympathische, aber überschaubare Städtchen.

Zurück zum Bahnhof, wo der berühmte TranzAlpine schon auf mich wartet. Die Lok ist älteren Semesters (siehe Titelbild), aber die Passagierwaggons sind neu, modern und komfortabel.

Heute habe ich keinen Waggon für mich alleine, aber auch hier hält sich der Andrang in Grenzen. Die Menschenmassen, die den kleinen Bahnsteig überfluten, verteilen sich bald auf den langen Zug. Das hat den riesigen Vorteil, dass ich später während der Fahrt beliebig die Seiten wechseln kann und immer einen Fensterplatz habe, je nachdem, wo sich gerade die schönsten Aussichten bieten. Und davon gibt es eine Menge!

Auf jedem Platz liegt ein Kopfhörer, über den man Infos entlang der Strecke erhält, wenn man denn möchte. Zur Sprachauswahl stehen englisch und chinesisch.

Abfahrt! Kurz ein paar Fakten: Die Strecke von Küste zu Küste ist 223 Kilometer lang und zwingt den Zug, 730 Höhenmeter bis zum Scheitelpunkt am Arthur’s Pass zu überwinden. Dazu muss im Bereich des genannten Tunnels auch die Lok gewechselt werden. Die Landschaft ist traumhaft schön und wechselt häufig. Langeweile kommt hier wahrlich nicht auf. Doch seht selbst:

Ein letztes Zeichen von Zivilisation taucht auf, bevor unser Zug im fast neun Kilometer langen Tunnel verschwindet.

Kurzer Stopp oben am Pass, wo noch ein paar Passagiere einsteigen.

Und weiter geht es durch die unglaublich schöne Landschaft. Gerne hätte ich jetzt zwei Köpfe mit vier Augen, um auf beiden Seiten des Zuges gleichzeitig präsent zu sein. Nehmt das!

Wie ihr seht, ist auch das Wetter wieder gnädiger gestimmt.

Zumindest für eine ganze Weile. Dann zieht es sich wieder zu, was zu einer mystisch-düsteren Stimmung führt. Nicht bei mir, sondern draußen.

Nach viereinhalb Stunden Zugfahrt erreichen wir Christchurch. Ein toller Tag! Und trotzdem – oder gerade weil – ich den größten Teil des Tages nur herumgesessen habe, bin ich todmüde …

So, Leute, nicht einschlafen! Denn ich habe noch ein, genauer gesagt zwei besondere Schmankerl für euch parat, quasi eine Weltneuheit auf elkeunterwegs. Gesonderter Beitrag folgt …

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10 Gedanken zu “Tag 36 – Christchurch/ TranzAlpine: Einmal Westen und zurück

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