24. – 25. Juli 2024

Am frühen Nachmittag erreichen wir die Stadt der Beatles und des Fußballs. Vom Bahnhof aus rollen wir unsere Koffer einmal quer durch die Stadt und bekommen so ganz nebenbei einen ersten Eindruck.

Wir wohnen bei den Docks und brechen kurz nach dem Check In gleich zu einem ersten Rundgang in der näheren Umgebung auf. Hier und jetzt entspricht das Wetter schon wesentlich mehr dem Klischee, das man England im Allgemeinen zuschreibt. Der Himmel zeigt sich mal bleich, mal grau. Der Wind sorgt für ein paar Grad weniger als in Manchester und Birmingham.

Am recht breiten Mersey River riecht und spürt man schon fast das Meer. Liverpool ist eine Hafenstadt. Das Setting erinnert mich ein wenig an Hamburg. Später wird uns ein zarter, aber beharrlicher Nieselregen wieder zurück ins trockene Hotelzimmer treiben. Doch bis dahin bleibt uns genügend Zeit, um Stadtwitterung aufzunehmen.

Wir sehen einige beeindruckende Gebäude unterschiedlichster Baustile – womit wir neben der industriellen Vergangenheit bei einer weiteren Gemeinsamkeit mit den beiden vorher besuchten Städten wären. Hier an den Docks entdecken wir eine gelungene Mischung aus Kunst, Kultur und Kommerz, ergänzt durch einige gastronomische Angebote. Wir genießen die lässige Atmosphäre und lassen sie auf uns wirken.

So ganz nebenbei spitzen wir schon mal die Ohren, um uns in den hiesigen Slang einzuhören. Waschechte Liverpudlians bezeichnen sich gerne als Scousers und sprechen Scouse, ein irisch geprägtes Englisch, das in unseren Ohren nicht nur exotisch, sondern vor allem unverständlich klingt. Kleine Kostprobe gefällig? Dieses Video gibt einen guten Überblick von der Historie bis hin zu praktischen Beispielen. Hört es euch ruhig mal an!

Am nächsten Morgen nehmen wir Anlauf zu einem Liverpool-Rundumschlag. Bei angenehmen 19 Grad und bewölktem, schön marmoriertem Himmel mit einem Hauch Drama-Faktor legen wir los. Dabei machen wir es uns einfach und folgen mehr oder weniger der in meinem Reiseführer beschriebenen Routenführung. Ein paar ungeplante Schlenker hier und da fügen wir elegant ein.

Ihr wollt Genaueres wissen? Dann empfehle ich euch die Lektüre von City Trip Liverpool vom Reise Know-How Verlag. Dort findet ihr den besagten Rundgang mit genauen Beschreibungen der Sehenswürdigkeiten, die auf dem Weg liegen. Ich serviere euch derweil ein paar optische Kostproben dieser lebendigen, abwechslungsreichen Stadt.

An dieser Stelle begeben wir uns eine Weile auf Abwege. Ihr erinnert euch vielleicht an den ersten Beitrag über unsere Tour durch England, den ich mit dem entscheidenden Hinweis auf den Grund dieser Reise begann. Nein? Dann schau gerne hier.

Natürlich ist es längst zu spät für Live-Begegnungen auf dem Platz. Doch Jürgen Klopp genießt wohl auf immer und ewig Kultstatus in dieser Stadt und auch in den Herzen vieler ihrer Bewohner. So haben sich über die Jahre zahlreiche Murals in der ganzen Stadt gehäuft, die dem so verehrten deutschen Trainer huldigen.

Und nun muss Stefan ziemlich tapfer sein. Habe ich doch die Standorte der bekanntesten Werke sorgfältig recherchiert, um sie alle live und in Farbe ansehen zu können. Am Ende der Reise wird er Kloppos Namen nicht mehr hören, sein Antlitz nicht mehr sehen können. Doch auch das hat er verkraftet 😁.

In dem ehemaligen Industriegebiet Baltic Triangle, in das ich uns jetzt führe, ist auch jede Menge Street Art zu sehen, die glücklicherweise nicht nur den Ex-Trainer des FC Liverpool zeigt. In den alten Lagerhäusern rund um die Jamaica Street sind heute zahlreiche Start-Ups angesiedelt. Darüber hinaus haben auch ein Kunstzentrum, ein paar Restaurants, Cafés und Bars, ein Garten für Outdoor-Events sowie ein Skate-Park ihren Platz gefunden.

Am fortgeschrittenen Nachmittag landen wir wieder in der quirligen Innenstadt, die sich gen Feierabend so langsam füllt.

Am Ende unserer heutigen Tour wird es wieder Beatles-lastig. Die vier Liverpooler, die Musikgeschichte geschrieben haben, prangen an Hauswänden …

… und sind neben anderen Größen der Musikwelt bis heute in der Kneipenszene des Cavern Quarter präsent. Die Pubs interessieren uns allerdings weniger als die Kunstwerke, die auch hier die Wände zieren.

Nun ist es nicht mehr weit bis zu unserem Hotel, wo wir nach mehr als acht Stunden Unterwegssein in der Stadt den Feierabend einläuten. Wir legen die Füße hoch und blicken auf diesen so abwechslungsreichen und tollen Tag zurück. Die Tour war anstrengend, hat sich aber voll gelohnt!

Mit einem Blick aus unserem Hotelfenster auf das Royal Liver Building in der Abenddämmerung verabschieden wir uns für heute von euch. Bis morgen!

12 Gedanken zu “Liverpool – Yeah! Yeah! Yeah!

    1. Da tun sich die Abgründe meiner missratenen Seele auf, wa 🤣? Ja, Scouse ist wirklich mehr als gewöhnungsbedürftig. Wir hatten uns im Hotel mit einer amerikanischen Angestellten unterhalten, die zugab, fast ein Jahr gebraucht zu haben, bis sie dem Slang inhaltlich folgen konnte. Wenn sogar englische Muttersprachler straucheln …

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  1. Armer Jürgen, von Erdinger muss er jetzt auf die glibbrige Red Bull-Plörre umsteigen. Im „Der Werbeblock“ sind auch Kloppos übergroße Implantat-Kauleisten verewigt. Möglich dass der Zahnarzt in Stefan sich auch daran etwas irritiert zeigt. Aber offenbar hat er ja den Walk-of-Fame zu Jürgens Ehren gut überstanden.
    Ansonsten, wie immer, eindrückliche Bilder, danke. Meine Manchester-Zeit ist ewig her. Birmingham kenn ich nur im Januar (regelmäßig zu einer Fachmesse dort gewesen). Und in Liverpool war ich nicht.

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    1. Ach, der Kloppo wir sich schon zu helfen wissen. Nur er weiß, was er sich in den Flachmann füllt 😁. Ja, die legendären Kauleisten. Die erfreuen den Zahnarzt natürlich sehr! Und ja, er hat den Walk of Fame tatsächlich gut weggesteckt. Spoiler: der ging ja am nächsten Tag noch weiter 🤣. Freut mich natürlich sehr, dass dir die Fotos gefallen haben. Manchester würdest du vermutlich kaum wiedererkennen nach so langer Zeit. Birmingham ist im Sommer deutlich attraktiver als im Januar. Und Liverpool solltest du unbedingt mal einen Besuch abstatten. Im Sommer, versteht sich.

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  2. Diese Stadt hätte mir richtig gut gefallen mit ihrem rauen Charme, der Streetart, den Pubs und den Startups. Genau meine Welt, in der es an jeder Ecke was Neues zu entdecken gibt. Der liebe Stefan hat ja deine Begeisterung ziemlich gut verkraftet. Tja, es gibt Dinge, da müssen die Partner eben durch 😉

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    1. Vielleicht verschlägt es dich ja eines Tages mal nach Liverpool. Z.B., wenn du den kompletten Osten abgegrast hast und dir nach was anderem ist 😁.

      Ja, der arme Stefan – ist viel Kummer und Leid mit mir gewohnt! Den haut so schnell nichts mehr um.

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