18. – 19. Oktober 2023

Heute starte ich den Tag im Alleingang. Währenddessen gönnt sich Stefan einen gemütlichen Vormittag in der Wohnung.

Auf dem Weg zum Frühstückslokal beobachte ich mit einem kleinen Anflug von Neid, dass bei den Tauben dieser Stadt schon aufgetischt wurde. Den Konkurrenzkampf, der dabei offensichtlich entstanden ist, möchte ich allerdings nicht erleben müssen. Beim Essen hört bei mir bekanntlich jede Freundschaft auf!

Wenig später bin ich besänftigt. Im Café La Rollerie serviert man mir ein leckeres Frühstück, nach dessen Genuss ich energiegeladen in den Tag starten kann.

Guter Start in den Tag

Ich könnte mit der U-Bahn bis zum Museum Reina Sofía fahren. Doch ein Verdauungsspaziergang hat meines Wissens noch niemandem geschadet. Und die Häuschen auf der Strecke erfreuen zudem das Auge.

Schinkenmuseum

Beim Museum angekommen, bin ich dank des vorher gebuchten Online-Tickets schnell und ohne Wartezeit drin. Zum wiederholten Mal wundere ich mich darüber, wieso sich noch immer so viele Leute vor Ort in die Schlange vor dem Ticketschalter einreihen. Nun, mir soll es recht sein.

Bevor ich Zeit und Raum vergesse und in die fantastischen Ausstellungen eintauche, drehe ich draußen im Hof eine kleine Runde.

Als ich mich den ersten Räumen nähere, stelle ich erfreut fest, dass weniger los ist als vermutet. Nur vor Picassos Guernica ist es etwas voller. Das berühmte Mahnmal gegen den Krieg misst beeindruckende 3,50 x 7,80 Meter und hat an Aktualität bis heute nichts eingebüßt. Hier verweile ich etwas länger und sauge jedes Detail in mich auf.

Noch immer aktuell

Ja, was soll ich sagen? Viele der hier gezeigten Werke beeindrucken mich sehr. Die Ausstellungen und Sammlungen des Reina Sofía sind einfach hochkarätig! Nur mühsam kann ich mich beherrschen, nicht ständig auf den Auslöser zu drücken. Doch Kunst wirkt auf Fotos in kleiner Auflösung nicht ansatzweise so gut wie live. Aber eine Ausnahme will ich noch machen. Wer kann schon einem Picasso widerstehen? Ich jedenfalls nicht!

Mit Ecken und Kanten

Als ich alle Räume angemessen gewürdigt habe, steige ich dem Museum noch aufs dekorative Dach. Dieses bietet nicht nur weitere Kunst in Anlehnung an die Bremer Stadtmusikanten, sondern auch gute Aussichten auf die Umgebung.

Zum Abschluss schaue ich mich noch ein wenig unten auf dem Boden der Museumstatsachen um, wo ich Roy Lichtensteins Pinselstrich bewundere.

Gestrichen

Weiter geht’s. Zur Markthalle Mercado Antón Martín ist es nur ein kurzer Fußweg den kleinen Hügel hinauf.

Markttag

Dort genehmige ich mir ein Stückchen Tortilla, bevor ich meinen Weg durch den nördlichen Teil von Lavapiés fortsetze.

Festlich

Einige Zeit später lande ich wieder am Sol, …

Iglu aus Glas

… und lasse mich von dort aus ziellos durch die angrenzenden Gässchen und über die Plaza Mayor treiben. Hier ein hübsches Häuschen, dort ein interessantes menschliches Fotomotiv – ja, da bin ich in meinem Element und vergesse die Zeit.

Feierabend!
Unausweichlich

Am späteren Nachmittag sammle ich Stefan vor seinem geliebten Schweppes-Gebäude ein, wo er gerade von einer jungen Spanierin umgarnt wird. Doch das Gespräch ist nur von kurzer Dauer, denn die sprachlichen Hürden erweisen sich als zu hoch. Nun kann sich Stefan wieder voll auf seine Langzeitaufnahme konzentrieren.

Völkerverständigung
Des Meisters Werk

Anschließend ziehen wir gemeinsam noch eine Weile fotografierend durch das Zentrum der Stadt. Und so vergeht der restliche Nachmittag im Handumdrehen.

Bibelstunden gratis

Blues Sisters

Szenenwechsel!

Nun geht’s nach Hause zum Kofferpacken. In der Dämmerung zieht es uns jedoch noch mal hinaus in die Stadt. Den ganzen Tag über wehte schon ein überaus kräftiger Wind, der auch am Abend nicht nachlässt. Da fühlen sich selbst die immer noch 20 Grad frisch an. Die Jacken müssen her! Es ist ein Vorgeschmack darauf, was uns ab morgen Abend wieder in Deutschland erwartet 🙈.

Wir drehen eine kleine Abschiedsrunde durch die nähere Umgebung, wo die üblichen Verdächtigen gewohnt professionell posieren. Tschüss, Palacio Réal, Kathedrale, Oper und Plaza de España. Wir kommen wieder!

Für den Abreisetag verspricht die Wetter-App durchgehend Regen. Sie hält ihr Versprechen. Madrid hat sich das schlechte Wetter bis zu unserem Abflugtag aufgehoben und macht uns damit auch den Abschied leichter.

Ein späteres Auschecken aus der Wohnung ist nicht möglich. Deshalb müssen wir spätestens um 11 Uhr hinaus ins Nasse. Wir entscheiden uns dagegen, unser Gepäck in einem nahegelegenen Locker mit Self Check In zu deponieren. Zwar hätten wir dadurch noch zwei Stunden in der Stadt herausschlagen können. Doch das Wetter ist alles andere als verlockend.

Stattdessen geht’s gleich zum Flughafen. Dort ist es trocken, wir sind das Gepäck los, es gibt was zu essen und lange Flure und Hallen zum Laufen. Dazu haben wir nun ausreichend Zeit, denn wir sind natürlich viel zu früh dran für unseren Abflug um 16 Uhr.

Das war eine gute Entscheidung. Denn kaum sind wir dort, geht draußen die Welt unter – vom Nieselregen zur Sintflut in wenigen Minuten. Und das bleibt auch so bis zu unserem Abflug. Wir wären draußen förmlich abgesoffen! Und so laufen, essen, sitzen und lesen wir uns durch den Nachmittag. Gefühlt kennen wir nun fast jeden Winkel des Flughafens.

Zu den vier Stunden, die wir vor Abflug am Flughafen herumlungern, gesellen sich wetterbedingt noch zwei weitere. Der Flieger kam schon eine Stunde zu spät aus Berlin. Dann drang hier am Flughafen irgendwie Wasser in einen in den Boden eingelassenen Kerosintank. Fragt mich nicht, wie sowas passieren kann. Ich will auch gar nicht weiter darüber nachdenken 😁.

Und wegen eines schon in Berlin erfolgten Flugzeugwechsels sind dann auch unsere gebuchten Plätze am Notausgang weg, da der Ersatzflieger eine andere Bestuhlung hat. Doch all das reicht bei weitem nicht, um uns aus der Ruhe zu bringen.

Letztendlich geht alles glatt. Wir landen zwar zwei Stunden später, aber immer noch zu einer moderaten Uhrzeit am Abend bei feuchtkalten sechs Grad in Berlin. Durch den aktuellen Pendelverkehr auf unserer ÖPNV-Strecke zieht es sich dann doch, bis wir gegen 23 Uhr zuhause sind. Das war ein langer Tag, an dem wir zwar fast nichts gemacht haben, nun aber trotzdem erschöpft sind 🤣. Doch das ist mehr als nebensächlich nach dieser tollen Woche in Madrid. Und am nächsten Morgen können wir ausschlafen. Den Glücklichen schlägt bekanntlich keine Stunde 😎.

2 Gedanken zu “Madrid – Die Schlussrunde

  1. Na, hoffentlich hat dir Niemand dein Frühstück streitig gemacht, wie die beiden Tauben!
    Das Schweppes-Gebäude ist genial, tolles Foto, hat sich gelohnt!
    Das mit der endlosen Rückreise kenne ich auch. Man denkt, das sind doch nur 2 Stunden Flug, ein Pappenstiel, und dann zieht sich das den ganzen Tag hin. Bei der Anreise ist das irgendwie noch erträglich, weil man ja den ganzen Urlaub noch vor sich hat. Aber bei der Rückreise bin ich meist eh schon übel gelaunt (ja, das Wetter), und dann nervt das doppelt.
    Zum Glück vergisst man das bald wieder und kann sich auf die nächste Reise freuen.

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    1. Nee, an mein Frühstück hat sich niemand herangetraut. So lebensmüde war keiner 😅! @Schweppes: ja, da hat der Meister mal wieder gut abgeliefert. Stimmt, diese endlose Ausdehnung der Zeit bei der Rückreise ist schon manchmal crazy. Aber solange wir uns davon nicht weiter beeindrucken lassen und unbeirrt immer wieder losziehen, isses ja halb so wild.

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