Heute ist der letzte Tag der feierlichen Nachwehen des Día de la Hispanidad. Da überlassen wir die Innenstadt letztmalig doch gerne dem Rest der Welt. Die U-Bahn bringt uns an diesem Sonntagmorgen in den Süden der Stadt. Dort wartet der Schlachthof auf uns. Ja, richtig gelesen!

1921 wurden die Ziegelsteinbauten errichtet, um Viehhandel zu treiben und den Schlachtbetrieb durchzuführen. Mit diesem blutigen Geschäft war in den 1980er Jahren Schluss. Die riesigen maurisch anmutenden Hallen beherbergen heute das Centro Cultural Matadero Madrid. Sie bieten reichlich Platz für Theater, Kino, Konzerte. Lesungen, Ausstellungen und Künstlerateliers. Wer eine Pause braucht, flaniert am Fluss entlang oder tobt sich beim Shoppen in der Mall jenseits des Rio Manzanares aus. Das Areal ist riesig und wunderschön anzusehen. Kein Wunder, dass wir es dort eine ganze Weile aushalten.

Belesen

Bitte rechts vorbei

Direkt nebenan zieht der Invernadero del Palacio de Cristal de la Arganzuela unsere Aufmerksamkeit auf sich. Eine kompliziertere Bezeichnung fiel den Namensgebern auf die Schnelle offenbar nicht ein. Der schicke Wintergarten bietet tropischen Pflanzen und Kakteen ein dekoratives Obdach. Gelegentlich werden die edlen, lichtdurchfluteten Hallen auch für Kunstausstellungen genutzt.

Wintergarten

Die andere Flussseite erreichen wir über die kuppelförmige Puente Cáscara Matadero. Hier lohnt sich auch ein Blick nach oben. Denn an der Decke geht es sportlich zu! Modell standen hier übrigens echte Akteure, die hier im Arganzuela Park ihrem Bewegungsdrang nachgeben.

Überspannt
Bewegte Zeiten

Tunnelblick
Gewölbt

Direkt hinter der Brücke befindet sich die bereits erwähnte Shopping Mall, der wir uns jetzt nähern. Denn in Ermangelung unmittelbar greifbarer Alternativen wollen wir im dortigen Food Court ein Mittagessen zu uns nehmen.

Shop till you drop

Nachdem die Mägen gefüllt sind, sind wir wieder in der Lage, uns anderen Dingen zu widmen. Die da wären: der tolle Panoramablick auf die Brücke und den Schlachthof, ein riesiges, buntes Mural und last but not least auf unterschiedliche Größenverhältnisse ausgerichtete Männertoiletten.

Der Überblick
Der Kuss
Die Keramikabteilung

Auch wenn es heute wieder drückend warm ist, sind wir noch nicht ausgelastet. Und so entscheiden wir uns dafür, das nächste Ziel zu Fuß anzupeilen. Die Strecke bis zum Parque de Enrique Tierno Galván ist zwar nicht sehr lang, zieht sich aber etwas hin. Der Himmel indes zieht sich eher zu. Sogar der eine oder andere zarte Regentropfen geht auf uns nieder. Doch die Dusche bleibt zum Glück mehr als unergiebig.

Als erstes schauen wir uns das mittlerweile ausgemusterte IMAX-Kino an, ein Lost Place vom Feinsten! Das Gelände ist abgeriegelt, doch zum Glück sind die Maschen im Zaun groß genug, um unsere Objektive durchzuschieben.

Ausrangiert

Weiter geht’s den Hügel hinauf, über den sich der weitläufige Park erstreckt. Dort hat sich das Planetarium (siehe auch heutiges Titelbild) die Pole Position unter den Nagel gerissen. Im Gegensatz zum Kino ist es jedoch noch im aktiven Betrieb.

Stern, warte!

Nun setzt ein feiner Nieselregen ein, die Luft wird immer feuchter. Wir schauen noch kurz bei diesem mysteriösen Gebilde hinter der Sternwarte vorbei …

Mit Durchblick

… und nehmen dann die nächste U-Bahn zur Puerta del Sol. Die Innenstadt hat uns wieder! Und so langsam scheinen sich auch die Massen in alle landesweiten Richtungen zu zerstreuen.

Das Herz der Stadt
Gemischtes Doppel

Puh, jetzt reicht es aber für heute. Ab nach Hause! Es war ein sehr beeindruckender und schöner, aber auch etwas anstrengender Tag. Morgen mehr!

,

6 Gedanken zu “Madrid – Vom Schlachthof zum Planetarium

  1. Die Brücke mit den sportlichen Gestalten an der Decke gefällt mir richtig gut. Auch der Schlachthof mit seiner neuen, kulturorientierten Bestimmung. Ihr schafft es immer wieder, etwas neues zu entdecken 🙂

    Gefällt 1 Person

Hinterlasse eine Antwort zu sinnlosreisen Antwort abbrechen