Heute gibt die Sonne wieder alles. Schon früh sind 33 Grad erreicht. Egal, erst mal shoppen gehen bei On um die Ecke, denn dort befinden sich deren Headquarter und auch der Flagship Store. Dort erstehe ich ein rosa angehauchtes Paar Schuhe. Einmal Barbie, immer Barbie 😅.

Nachdem die Beute im Hotelzimmer verstaut ist, nehmen wir die Straßenbahn zur Shopping Mall Sihlcity. Schon wieder shoppen? Echt jetzt? Nein, natürlich nicht! Es lockt mal wieder interessante Architektur. Kaum jedoch haben wir das schön gestaltete Außenareal erreicht und unsere Kameras gezückt, haben wir gleich einen freundlichen Herrn vom Sicherheitsdienst an der Hacke. Was nun folgt, kennen wir schon. Privatinvestor, Hausrecht, Fotografierverbot. Ja, schon gut! Packen wir die Kameras eben ein. So spektakulär isses ja schließlich auch nicht. Drinnen wage ich eine verstohlene Aufnahme, …

Schöner shoppen

… und dann sind wir auch schon wieder weg. Weiter geht’s mit der Straßenbahn auf der Westseite des Sees. Den nächsten Stopp legen wir am Museum Rietberg ein, das wunderschön in eine kleine Parklandschaft eingebettet ist. Da uns keine der aktuellen Ausstellungen interessiert, schauen wir uns das Museum nur von außen an und chillen dann eine Runde im Schatten der Bäume im Park. Mann, ist das heiß heute! Und jetzt um die Mittagszeit herum ganz besonders.

Mit Pool
Ermattet

Anschließend laufen wir hinunter zum Seeufer, wo wir uns gemächlich gen Süden treiben lassen.

Bevor wir uns auf dem Gelände des heute beginnenden Theaterfestivals auf der Höhe der Saffa-Insel auf einem schattigen Plätzchen am Ufer niederlassen, gehe ich noch einem dringenden menschlichen Bedürfnis nach. Normalerweise äußere ich mich nicht näher zu meinen Besuchen auf öffentlichen Toiletten. Doch das Exemplar, das hier auf mich wartet, ist sowohl eine Erwähnung als auch ein Foto wert.

Die Kombi-Lösung

Na, habt ihr die geniale Zwei Fliegen mit einer Klappe-Lösung erkannt? Lasst hören! Ich bin schon gespannt auf eure kreativen Erklärungen oder auf eure blühende Fantasie!

Ein heißer Sommertag, genügend Zeit, ein schattiges Plätzchen am Seeufer. So schreitet der Nachmittag fort. Doch ich muss die Uhr im Auge behalten, denn ich habe noch was vor. Für den Rest des Nachmittags trennen sich nun Stefans und meine Wege. Während er der Giacometti Halle im Stadtzentrum seine fotografische Aufwartung macht …

Bei Giacometti

… und anschließend eine kurze Siesta im Hotel einlegt, nehme ich den Bus in die entgegengesetzte Richtung. Als seit meiner frühesten Kindheit schwer Abhängige des berühmtesten Exportschlagers der Schweiz lasse ich mir Lindt Home of Chocolate natürlich nicht durch die Lappen gehen. Zumal es sich dabei auch noch um meine liebste Schokoladenmarke handelt. Wie heißt es in der einschlägigen Bloggersprache so schön? Werbung ohne Auftrag – aber mit dem größten Vergnügen.

Her mit dem Süßkram!

Ich hatte mir eines der letzten verfügbaren Online-Tickets für heute schon mehr als eine Woche vor unserer Anreise gesichert. Die Alternative vor Ort wäre gewesen, Wartezeiten von bis zu zwei Stunden in Kauf zu nehmen. Denn der Heilige Gral der Schokoladenherstellung ist bekannt und beliebt.

Nun aber hinein mit mir in die gute Stube. Schon die Eingangshalle beeindruckt mit schöner Architektur und einer appetitanregenden Skulptur.

In der Ausstellung ist ordentlich was los. Doch sie ist richtig klasse, ebenso wie der Audio-Guide und die unvermeidliche Verkostung. Nun bin ich nicht nur praktisch, sondern auch theoretisch Schokoladenfachfrau. Hier ein paar Eindrücke von meinem Blick hinter die Kulissen meiner Sucht:

Von der Pike auf

Mit allen Sinnen

Am Ende meines Rundgangs durch das Paradies setze ich mich noch für ein paar Minuten auf eine Bank unten in der Eingangshalle und betrachte amüsiert das internationale Publikum. Die legalen Drogen aus dem angeschlossenen Shop werden gleich tüten- und kistenweise hinaus in die Hitze geschleppt. Ich hingegen bin schon nach den diversen Verkostungsstellen mit einer derartigen Zuckermenge angereichert, die einen Diabetiker auf der Stelle töten wurde. Hach, schön war’s! Informativ war’s! Und lecker sowieso 😎.

Der Bus bringt mich zurück zu Bürkliplatz, wo ich ein Wiedersehen mit Stefan feiere. Was liegt näher, als bei dieser Hitze am Nachmittag aufs Wasser zu gehen? Und so beenden wir diesen entspannten Tag mit einer 90-minütigen Rundfahrt auf dem Zürichsee. Ein wunderbarer Abschluss dieses Städtetrips!

Wieder festen Boden unter den Füßen, treten wir die Rückfahrt Richtung Heimat an. Nein, ich rede noch nicht von Berlin, sondern von Zürich-West. Nach einem Abendessen beim Mexikaner in der Nähe unseres Hotels schaffen wir es dann genau pünktlich zum diesjährigen Auftakt der Bundesliga. Werder Bremen hat Bayern München zu Gast. Und das Bier aus der Minibar gibt’s gratis dazu.

Am nächsten Morgen fährt unser Zug zu sozialverträglicher Zeit kurz vor zehn Uhr ab. Die Tunnelsperrung, die uns auf dem Hinweg einen Umstieg in Basel verschaffte, ist Geschichte. So kommen wir auf der Rückfahrt in den Genuss, ohne Umstieg bis Berlin durchzufahren. Die Fahrt verläuft entspannt, unspektakulär und ruhig. Pünktlich landen wir nach rund achteinhalb Stunden in Berlin.

Mein Fazit zu Zürich und gleichzeitig zu meiner Schweiz-Premiere:

Zürich ist ein sehr schönes Städtchen, das einen Kurztrip lohnt. In der Altstadt geht es eher gediegen zu. Als willkommenes Kontrastprogramm haben wir den Bezirk 5 (Zürich-West, wo wir auch wohnten) empfunden. Das ehemalige Industrieareal ist schwer im Kommen. Die Schweizer haben wir als sehr entspannt und freundlich erlebt. Sie haben sich auch immer bemüht, das Schwyzerdütsch so abzumildern, dass wir zur Verständigung nicht auf Englisch ausweichen mussten. Kleiner Scherz, muss sein!

Die Stadt punktet mit ihrer genialen Lage am Wasser. Mit der Sihl, der Limmat und dem Zürichsee ist sie mehr als gut mit diesem Element ausgestattet. Schade, dass Zürich eine der teuersten Städte der Welt ist. Sonst könnte ich sie mir glatt als Viert- oder Fünftwohnsitz vorstellen. Die potenziellen Kandidaten für die Plätze Zwei und Drei sind schon anderweitig vergeben 😎.

Das Experiment, ohne Bargeld anzureisen – in Deutschland ein auf absehbare Zeit unerreichbarer Zustand -, ist hier voll geglückt. Wir konnten wirklich alles mit Kreditkarte zahlen. Sogar die zwei Franken, die wir physisch für den Spind in der Fotoausstellung von Salgado benötigten, haben das Experiment nicht scheitern lassen. Der nette Herr an der Kasse hat den Betrag einfach ebenfalls von der Karte abgebucht und uns in bar in die Hand gedrückt. Na siehste, geht doch! Beim nächsten Mal treten wir gerne eine Schweizrundfahrt im Zug an. Bis dahin gilt: sparen, sparen, sparen.

20 Gedanken zu “Zürich – Die Schokoladenseite

  1. ich habe irrtümlich den 2. Teil Zürich vor dem ersten Teil gelesen… dann den 2. Teil nochmal! Zürich stand nie auf meiner Liste, aber die Blogs von Elke machen Lust auf die Stadt. (vorher muss ich meine Aktienpakete auflösen). am schönsten sind die Fotos, die so Kleinigkeiten zeigen!!! Herrlich!

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  2. Hallo Barbie,
    Die Kombitoilette gefällt mir. Mir scheint das für inkontinente Sportler zu sein. Da kann man den schwarzen Bügel auf die Schulter absenken und dann Kniebeugen machen. Und falls man muss, kann man gleich das Urinal benutzen. Sehr praktisch!

    Home Of Chocolate könnte ich nicht durchhalten, ich würde sicher ins Zuckerkoma fallen. Aber natürlich hochinteressant. Lindt hat sicherlich das beste Marketing. Wenn man die Werbung sieht, denkt man, jede Tafel sei einzeln vom Maitre persönlich handgefertigt.

    Tja, Zürich, eigentlich eine extrem coole Stadt, aber inzwischen glaub die drittteuerste Stadt der Welt. Übrigens ist das die Geburtsstadt des SinnlosReisenden.

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    1. Deine Interpretation des Kombi-Klos erweitert das Gebrauchsspektrum noch einmal beträchtlich 🤣. Du hast zweifellos eine praktische Ader! @Lindt-Marketing: stimmt! Die erwecken wirklich den Eindruck, jede einzelne Tafel werde liebevoll und individuell vom Chef persönlich erschaffen. Du bist in Zürich geboren? Echt jetzt? Der Sinnlosreisende ein Schweizer! Wie sieht’s denn da mit der Schweizer Staatsbürgerschaft aus? Haste die automatisch, wenn du dort das Licht der Welt erblickst?

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  3. Hi Elke!
    Das ist mal cool! Lindt&Sprüngli.. ich liebe die LINDOR-Schokolade!
    Aber bei 33° C Schokolade verkosten? Da kann man die ja schon fast trinken. Kakaobutter schmilzt bei Körpertemperatur. Woher ich das weiss? Warenkunde aus meiner Vergangenheit im Lebensmittel-Einzelhandel..
    So einen Schokobrunnen könnte ich mir aber ganz gut in meinem Wohnzimmer direkt neben dem Kaffee-Vollautomaten vorstellen. Dass da Fotografierverbot besteht finde ich aber albern – Schweizer halt…
    Die Doppelfunktion des Klos habe ich aber nicht herausgefunden. – habe kurz überlegt, ob die Brille, die aussieht wie ein Geschirr für Pflug-Pferde eine gewisse.. na sagen wir BDSM-Funktion inne hat. Verwarf das aber schnell wieder – doch nicht in der Schweiz!
    Dieses epochale Decken-Säulen-Wunder hat mich aber echt geflasht! Wer baut denn sowas? Ist echt der Hammer. Würde ich bei mir auch glatt ins Arbeitszimmer einbauen lassen – wenn es groß genug dafür wäre.. 😉
    Wir lesen uns!
    CU
    P.

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    1. Ah, noch ein Lindt-Junkie 👍! Die Außentemperaturen waren kein Problem, denn das Haus of Chocolate ist klimatisiert. Da ließ es sich hervorragend verkosten. Ein Schokobrunnen würde deinen Kaffee-Vollautomaten sicher wunderbar ergänzen. Dann hättest du noch einen Grund mehr, die Casa Dr. Nerd noch seltener zu verlassen 😁. Das Geheimnis des Klos beruht darauf, dass es gleichzeitig als Waschbecken dient. Sobald man das Klo in seiner ureigenen Funktion genutzt hat, klappt man den Deckel hoch und betätigt linker Hand den kleinen Wasserhahn und den Seifenspender (siehe grün umrandete Knöpfe mit den einschlägigen Aufschriften), der sein sauberes Nass dann ebenfalls in die Schüssel entsorgt. Genial, oder? Was die Abmaße deines Arbeitszimmers betrifft, so könntest du zur Abwechslung ja mal wieder umbauen 😁.

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  4. Ich gebe zu, ich habe einen Moment drüber nachgedacht in welcher Reihenfolge, dass Combi-Klo zu bedienen ist. Und ob man sich auch die Haare drin waschen oder Zähneputzen kann. Kann man?? 😉

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  5. Danke, liebe Elke, für die schönen und interessanten Berichte aus Zürich. Bin immer wieder erstaunt, was ihr neben den klassischen Sehenswürdigkeiten besichtigt und unternehmt.
    Zürich habe ich im Rahmen meiner Museumstour durch die Schweiz, die mich 2017 nach Bern, Basel/Riehnen und zum Schluss nach Zürich führte. Großartige Sammlungen der klassischen Modern gibt es in der Schweiz, auch wenn viele Kunstwerke aus Raubkunst und Notverkäufen von Emigranten stammen (wurde aber häufig zumindest gekennzeichnet). Was Zürich betrifft, erinnere ich mich vor allem an den sonnigen Nachmittag im November, den man am Zürichsee ganz entspannt mit herrlichen Ausblicken über das Wasser und in die Bergen verbringen konnte. Damals nahm ich mir vor, in die Schweiz zu einem Wanderurlaub zurück zu kehren, was in gewisser Weise verwirklicht habe, als ich auf dem Camino durch das Land pilgerte.
    PS: Nach 5,5 Jahren bin ich das Bloggen etwas leid. Es bietet mir einfach nicht genug Abwechselung. Werde daher in den kommenden Wochen oder länger ruhig bleiben und schauen, wie sich das anfühlt. Wahrscheinlich werde ich auf deine Beiträge dann nicht so schnell reagieren, aber aufgeschoben ist ja bekanntlich nicht aufgehoben.

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    1. Liebe Inga, sorry erst einmal für die späte Antwort! @Zürich: immer gerne 😎. Schön, dass dir die Berichte gefallen haben. Und ja, wir legen immer auch einen Fokus auf die nicht so bekannten Dinge, wenn wir auf Reisen sind. Du hast von der Schweiz ja schon mehr gesehen als ich. Schön, dass dich der Camino durch das Land führte. @Blogmüdigkeit: kann ich gut verstehen. Eine Auszeit nehmen und schauen, wie sich das anfühlt, ist da sicher die richtige Entscheidung. Ich hoffe allerdings, dass du nicht komplett mit dem Bloggen aufhörst. Ich würde deine Reisebeiträge sehr vermissen!

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  6. Eine bargeldlose Stadt, oh ich liebe es jetzt schon. Wie viel einfacher wäre doch das Leben, wenn man auch hier nicht nach Kleingeld kramen müsste und sich die missbilligenden Blicke der Verkäuferinnen einhandeln würde, so nach dem Motto, wer geht denn ohne (Bar)Geld aus dem Haus… Zürich hat verstanden, wie die Zukunft läuft.

    Wieee, dann haben sich die Schweizer denn gar keine Mühe gegeben? Oh oh… 🙂

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