10. Mai 2023

Morgens durchstreifen wir den noch stillen Meatpacking District im Süden Manhattans. Die Herkunft des Namens erklärt sich von selbst. Hier wurde früher Fleisch verpackt. Heute jedoch tummeln sich in den Lagerhallen des ehemaligen Gewerbegebietes edle Geschäfte, Galerien, angesagte Restaurants und Clubs. Doch um diese frühe Zeit ist bis auf wenige Cafés noch fast alles geschlossen.

Da hier noch kein Leben in der Bude ist, und wir mit Sicherheit an einem anderen Tag noch einmal hierher zurückkehren werden, laufen wir nur kurz durch diesen schicken Teil der Stadt. Stattdessen besuchen wir erst einmal Little Island, eine herrlich ruhige und idyllische Oase zwischen 10. Avenue und dem Hudson River, tolle Ausblicke auf New Jersey inklusive.

Idylle auf Stelzen
Theater mit Aussicht

Unser Blick auf die Wetter-App gleich nach dem Aufwachen ließ und lässt uns übrigens zufrieden auf die nächsten Tage blicken. So lässt es sich gut aushalten in der Stadt.

Passt!

Unsere nächsten beiden Ziele sind rein architektonischer Natur und liegen nur einen Katzensprung von Little Island entfernt. Sowohl für das IAC Building von Frank Gehry …

Schöne Hülle

… als auch für das Whitney Museum von Renzo Piano …

Alles für die Kunst

… hätten wir allerdings auch deutlich weitere Wege in Kauf genommen. Mit letzterem werden wir uns noch genauer beschäftigen. Doch das ist eine andere Geschichte, die an einem anderen Tag spielen wird.

Dann zieht es uns wieder ins Grüne. Etwas mehr als zweieinhalb Kilometer werden wir auf einer ehemaligen Güterzugtrasse siebeneinhalb Meter über dem Boden schweben. Ja, genau, ich rede vom High Line Park, der zwischen 2006 und 2023 sukzessive zu einer Parkanlage umgebaut wurde. Die neue grüne Lunge im Westen Manhattans führt durch den Meatpacking District und Chelsea und kann ohne Übertreibung als voller Erfolg verbucht werden. Kein Wunder, dass wir uns hier richtig Zeit nehmen!

Als wir, am südlichen Ende beginnend, den Park betreten, ist dieser noch recht leer. Später geht es belebter zu auf dem schmalen Grünstreifen. Doch von unangenehmer Überfüllung keine Spur an diesem Vormittag. Den Park, die ihn flankierenden Gebäude, die Ausblicke von dort oben zu beschreiben, ist gar nicht so einfach. Ich denke, dass ein paar Fotos – darunter auch welche, die auf dem einen oder anderen kleinen Abstecher nach unten auf die Straße entstanden sind – in dem Fall die deutlichere Sprache sprechen.

Nur die Guten!
Feiner Diner

Verästelt

Hach, dieser Spaziergang durch dieses idyllische Kleinod mitten in der Stadt war einfach wunderbar. Einziger Wermutstropfen ist und bleibt der Umstand, dass der letzte kleine Parkabschnitt ab The Shed bis zum Zugdepot der nahen Penn Station bis Ende des Jahres wegen diverser Restaurierungen geschlossen ist. So entgeht uns der sicher attraktive Blick gen Osten über die aufgereihten Züge im Vordergrund mit The Vessel, The Edge und The Shed im Hintergrund. Kommt Zeit, kommt nächste Reise 😎.

Unser Mittagessen nehmen wir im um die Ecke gelegenen Whole Foods ein. Von dessen im ersten Stock gelegener Terrasse aus verfolgen wir die gerade stattfindende Demo der in der Filmbranche Beschäftigten. Die Gag- und Drehbuchschreiber beklagen ihre Arbeitsbedingungen und ihre schlechte Bezahlung. Ein paar Wochen später wird sich der öffentlich geäußerte Unmut auch auf weitere Berufsfelder in der Branche ausdehnen. Ihr habt es sicher in der Presse verfolgt. So mancher Film, so manche Serie wird in diesem Jahr wohl mit Verspätung an den Start gehen.

Protest!

Nach einem kleinen Verdauungsspaziergang in der näheren Umgebung …

Bitte NICHT einsteigen, Stefan!
Hier geht’s rein

… machen wir uns am frühen Nachmittag auf den Weg nach Hause. Zeit für eine Siesta! Schließlich wollen wir für das heutige Abendprogramm fit sein.

Für den Abend habe ich Zeitfenster-Tickets für das Empire State Building um 18:15 Uhr erstanden. Diese Startzeit kann ich uneingeschränkt empfehlen. Denn ab 18:30 Uhr zahlt man satte 20 US $ mehr pro Nase, quasi als Abendaufschlag. Da die gebuchte Uhrzeit nur den Zeitpunkt des Einlasses definiert und es keine zeitliche Befristung für den Aufenthalt gibt, war das die beste Entscheidung, die wir treffen konnten. So nehmen wir das schöne Licht des Spätnachmittags, die Dämmerung und die Dunkelheit mit. Kurz: das volle Programm!

Ich war 2015 bereits hier und stelle angenehm überrascht fest, dass es heute zwar gut besucht, aber dennoch nicht annähernd so voll ist wie damals. Seitdem sind eben mit The Edge und The Summit zwei neue Konkurrenten auf dem begehrten Markt der Aussichtsplattformen hinzugekommen. So scheinen sich die Besuchermassen etwas besser zu verteilen. Ich nehme es vorweg: egal, wie toll die beiden „Neuen“ sind: der große Vorteil des Empire State Buildings und auch des Rockefeller Centers ist schlicht und ergreifend, dass zwischen dir und der Aussicht keine Glasscheiben sind. Das macht das Schauen und natürlich auch das Fotografieren so unendlich viel attraktiver!

Für den Rest des Abends fehlen mir die Worte. Schaut euch die Fotos und das Video an, und ihr wisst, warum! Der Besuch des Empire State Buildings ist eines DER Highlights dieser Reise. Es ist unfassbar schön, Manhattan von oben und im Wechsel des Lichts zu sehen. Was für eine Stadt♥️!

Die Südspitze
Dachvergnügen

Schwarzer Block

The Summit

Als es dunkel wird, schlägt Stefans Stunde. Die Nachtfotografie gehört ihm. Nur das Titelfoto stammt von mir. Schließlich bin ich schon genug damit beschäftigt, einfach nur zu schauen und zu genießen. Ihr auch?

Spitze!

Am späteren Abend geht es wieder abwärts, zurück auf den Boden der Tatsachen. Wir wollen noch kurz zum Times Square, um die abendlichen Fotooptionen für Stefan zu checken. Doch heute Abend wird das nichts mit den beiden! Denn Stefan ist so abgeschreckt von dem Overkill an Bling-Bling und Halli Galli, dass ihm jegliche Lust aufs Fotografieren vergeht.

Auch ich muss gestehen, dass ich den Times Square am Abend nicht so krass in Erinnerung hatte von den letzten beiden Besuchen. Vielleicht werden wir aber auch einfach alt 😅. Wie dem auch sei: Nichts wie weg von hier! Stattdessen kehren wir beseelt von diesem wunderbaren Abend auf dem Empire State Building zurück in die heimatliche Bronx und betten unsere müden Häupter auf die bequemen Kissen. Good night!

16 Gedanken zu “New York City – Her mit der Abwechslung!

  1. Die Architektur ist ja der Wahnsinn. Die Kunst – ja, das kann man gelten lassen diesmal 😉 Vor allem der rote Baum sticht unglaublich heraus. Und die Bilder bei Nacht sind so, wie man Manhattan tausendundein Mal gesehen hat und wie man es sich vorstellt. Einfach wunderbar.

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          1. Ja, die lieben Schubladen 😉 Ich finde nur, heutzutage wird so ziemlich vieles als „Kunst“ deklariert, wo man dann dasteht und sich am Kopf kratzt und sich fragt: „Was wollte uns der Künstler damit sagen?“ Siehe Anges Martin, „Der rote Vogel“ oder diese eine Ausstellung mit der essbaren Banane, die an einer Wand klebte. Ich weiß nicht mehr, ob ich die Details zusammen kriege, jedenfalls hatte ein Besucher die Banane einfach gegessen. Gab natürlich einen Riesenärger. Ach was. Ich hätte die Banane auch gegessen 😉

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          2. Ich sehe gerade, sowas ähnliches ist 2011 in Dortmund passiert. Vermutlich ist daraus der Spruch „Ist das Kunst oder kann das weg“ entstanden 🙂

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  2. Als ich die Fotos gesehen habe bin ich sofort vom Reader auf deine Website gewechselt. Im Reader kann ich die Fotos nicht vergrößert anschauen auf der Website schon !
    Es ist unbeschreiblich schön die Nachtfotos vergrößert anzuschauen. Da fehlen einem schon die Worte ! Auch die s/w Foto “ Summit“ hat es mir sofort angetan.
    Tja von diesen Eindrücken kann man wirklich eine Weile „zehren“.
    Ein grandioser Beitrag mit mega gelungenen Fotos !

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  3. Wieder einmal fantastische Bilder! Die Nachtfotos von Stefan sind überwältigend. Und danke für den Tipp mit dem Zeitfenster am Empire State Building. Wusste gar nicht, dass es abends teurer wird.
    Der High Line Park scheint mir eine super Idee zu sein. Da kann man mal abseits der Straßen spazieren gehen. Und das Foto mit dem roten Baum vor den Hochhäusern ist preisverdächtig!

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    1. Danke! Habe dein Lob auch an Stefan weitergegeben. Dass es abends teurer wird auf dem ESB, muss eine neuere Entwicklung sein. Ich war beim letzten Besuch 2015 auch gegen Spätnachmittag/Frühabend dort und kann mich nicht an derlei Preisstaffelungen erinnern. Ja, der High Line Park ist wirklich klasse. Idyllisch zu laufen und doch mittendrin! Mit dem roten Baum hatten wir Glück. Der ist neu! Ein paar Tage zuvor noch war der Bereich gesperrt, weil da noch am Baum gewerkelt wurde.

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