Startschuss! Am Donnerstag, den 14. November sitze ich morgens im Zug nach München, wo ich pünktlich ankomme. Strahlende Sonne und eine kühle, klare Luft empfangen mich in der bayrischen Landeshauptstadt.

Schön, dass ich mit einem üppigen Zeitbudget gesegnet bin! So kann ich noch eine großzügige Runde durchs Städtchen drehen und mir die Beine vertreten, bevor ich stundenlang im Flieger sitzen werde.

Downtown München

Am späteren Nachmittag befreie ich mein Gepäck aus dem Schließfach im Hauptbahnhof und fahre mit der S-Bahn zum Flughafen. Ich bin immer noch reichlich zu früh dran, hatte jedoch gehofft, dass ich zeitig bei Oman Air mein Gepäck loswerden und dann entsprechend erleichtert durch den Flughafen streifen kann.

Da dieses Kalkül jedoch nicht aufgeht, muss Plan B ran. Und so chille ich entspannt zwei Stunden im Napcab mit Bettchen, Tisch, Ruhe und Privatsphäre, …

Klein, aber mein

… bis der Check In öffnet. Gepäck, Alter Sack und Elke sind bereit zum Abflug!

Gepackt

Nach sechseinhalb Stunden Flugzeit landen wir am frühen Morgen in Muscat, der Hauptstadt des Omans. Zwei Stunden lang kann ich dort in schönen Erinnerungen an meine diesjährige aufregende Reise durch dieses tolle Land schwelgen, bevor mich der nächste Flieger in weiteren drei Stunden Flugzeit nach Delhi bringt.

Am frühen Nachmittag pünktliche Landung in Indiens Hauptstadt. War ich euch in Muscat bereits drei Stunden voraus, so vergrößert sich mein Vorsprung hier auf viereinhalb Stunden.

Der Blick auf die Stadt beim Landeanflug fällt aus. Die Luftverschmutzung ist seit ein paar Wochen hier so stark, dass meine Weitsicht nur auf intellektueller Ebene stattfinden kann. Angenehm jedoch: moderate Temperaturen und geringe Luftfeuchtigkeit.

Besser nicht lungenkrank

Heraus aus dem Flieger, hinein in die Einreiseprozedur. Da ich mir ein „klassisches“ Papier-Visum und kein E-Visum besorgt habe, komme ich in den Genuss eines seltenen Privilegs: ich bin die Einzige am Schalter für die Einklebe-Visa und habe von daher null Wartezeit zu überbrücken. Endlich mal ein Beispiel dafür, dass die Digitalisierung nicht immer ein Vorteil ist 😅.

Die einzige Hürde, die ich nehmen muss, besteht darin, die zwei Typen zu wecken, die in trauter Gemeinschaft selig hinter dem einen Schalter schlummern: der eine in aufrechter Haltung im Sitzen, der andere von mir abgewandt mit hochgelagerten Füßen. Als einer von beiden wieder bei Bewusstsein ist, geht es flott voran. Und so ziehe ich ganze zwei Minuten später lässig vorbei an der langen Schlange für die E-Visa.

Am Ausgang warte ich auf meine sechs Mitreisenden (ab Tag 4 bekommen wir Zuwachs) und den Mitarbeiter der lokalen Agentur, der uns aufsammelt, jedem von uns eine Atemschutzmaske aushändigt und ins Hotel bringt. Die Strecke zu unserer Unterkunft ist überschaubar, dauert aber wegen der speziellen indischen Verkehrssituation eine geschlagene Stunde. Immerhin habe ich …

… schöne Aussichten, …

… wenn ich nach vorne schaue.

Da wir nur langsam vorankommen, ist genügend Zeit, die ersten Eindrücke von draußen durch die Distanz des trennenden Busfensters aufzunehmen. Viel Elend auf der Straße, Slums mitten auf großen Kreisverkehren und entlang der großen Ausfallstraßen, Verkehrschaos, Gewusel, Dauergehupe.

Ja, der erste Eindruck bestätigt viele der gängigen Vorurteile: Lärm, Dreck, Gestank, Elend, zu viele Menschen auf einem Haufen.

Doch für ein Urteil ist es viel zu früh. Ich bin übermüdet durch den schlafarmen Nachtflug und nach langer Anreise in einem Land gelandet, das sich kaum krasser von meiner deutschen Heimat unterscheiden könnte. Der Kulturschock war vorhersehbar – und ist überwindbar.

Unser Hotel liegt zentral im relativ gepflegten Stadtteil Karol Bagh. Ich bin müde und werfe sehnsüchtige Blicke auf mein Bett. Doch die Dusche, die partout nicht warm werden will, weckt immerhin meine Lebensgeister.

Am frühen Abend ziehen wir zu viert durch das lebendige Viertel mit kleinen Geschäften und netten Restaurants, essen lecker und gar nicht so scharf „beim Inder“. Wo sonst 😎? Hier ein kleiner Eindruck vom Straßenleben in der erstaunlich beschaulichen Fußgängerzone:

Schon klar, Diwali-Nachwehen. Kein Weihnachten!

Wir laufen ansonsten immer auf der Straße. Diese erscheint uns sicherer als die maroden Bürgersteige, in deren Unebenheiten man gefühlt einen Kleinwagen versenken könnte. Dann lieber den Rikschas, Mofas, Händlern, Kühen, Hunden etc. ausweichen!

Eines ist schon jetzt klar. Es gibt hier nur zwei Verkehrsregeln, an die sich jeder hält: erstens gilt immer das Recht des Stärkeren und zweitens ist die Hupe in allen erdenklichen Situationen im Straßenverkehr das Mittel der Wahl.

Überall begleiten uns geschäftstüchtige Händler. Als besonders hartnäckig erweist sich ein Bürstenverkäufer. Er heftet sich an die Fersen desjenigen von uns, der definitiv keine Haarbürste nötig hat. Wir drei „Behaarten“ werden ignoriert. Den amüsierten Hinweis auf das fehlende Haupthaar wischt das Marketing-Genie lässig beiseite. Schließlich, so erfahren wir, taugen seine Bürsten ja auch hervorragend zur Körpermassage. Ja, wir müssen wohl dringend unsere Abwehrstrategien überarbeiten 😅.

Genug für heute. Zurück zum Hotel und ab ins Bettchen. Morgen ist ein neuer Tag! Die Kamera steht schon in den Startlöchern, bereit, das Schnappschuss-Handy abzulösen.

4 Gedanken zu “Tage 1 & 2: Berlin – München – Muscat – Delhi

  1. Hallo Elke, schön von dir zu lesen… Ja wuerde gerne deinen Block bekommen U wie du die Reise so empfunden hast… Dir schöne Feiertage U guten Rutsch… LG Andreas… Andy….

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Andy, ich habe dir per Email eine Einladung geschickt. Wenn du auf „Einladung annehmen“ klickst, biste dabei und bekommst bei jedem neuen Beitrag eine Info-Email. Dir auch noch eine gute Zeit über die Feiertage und einen guten Start in 2020!

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