Der 801er Bus bringt uns bequem zum etwas außerhalb gelegenen Musée des Beaux Arts. Auf dem kurzen Fußweg von der Bushaltestelle zum Museum bummeln wir durch die charmante Avenue Cartier, die nicht nur nette Läden und Cafés, sondern auch Kostenloses für geneigte Leseratten zu bieten hat.

Am Museum angelangt, schleichen wir eine ganze Weile um den mehrteiligen Gebäudekomplex mit weitläufigen Grünanlagen herum, der außen eine Menge zu bieten hat. Kommt doch einfach mal mit auf unseren Erkundungsgang!

So langsam die Uhr im Blick – wir müssen heute noch einen Termin einhalten – machen wir uns anschließend zu Fuß auf den Weg durch angenehm schattiges Grün Richtung Wasser …

… und Altstadt. 35 Minuten später erreichen wir rechtzeitig das Ausflugsschiff, das uns eineinhalb Stunden auf dem üppigen Gewässer des hier rund 800 Meter breiten St. Lorenz Stroms herum schippern wird, und wir mit vielen interessanten Infos vom kostümiertem Live-Moderator beschert werden.

Der Tidenhub des insgesamt 2.900 Kilometer langen Flusssystems reicht bis hinunter nach Montréal, obwohl es von dort aus noch mehrere hundert Kilometer bis zur Mündung sind. Hier in Québec besteht der Fluß noch aus Süßwasser. Weiter nördlich wird es salzig.

Nicht nur in der Stadt, auch auf dem Schiff ist es nicht besonders voll. Die beginnende Nachsaison lässt grüßen. Das ist uns sehr recht, gewährt es uns doch volle Bewegungsfreiheit und viel Auslauf auf dem Schiffchen. Und so genießen wir mal stehend, mal sitzend die Aussicht auf die Landschaft, die die Stadt umgibt, zur Île d’Orléans führende Brücken, einen Wasserfall, den wir in ein paar Tagen noch etwas näher unter die Lupe nehmen werden, etwas anders geartete Schiffchen vor Industrieanlagen …

… und last but not least die völlig andere Perspektive auf Québec, die erst richtig deutlich macht, wie erhaben und strategisch günstig vor allem die Oberstadt platziert ist. Ach, und schön ist die Aussicht nebenbei auch noch 😎.

Runter vom Schiff. Während sich der Himmel morgens bis zum frühen Nachmittag in tristes Grau hüllte, kommt nachmittags die Sonne raus bei drückend schwülen 28 Grad.

Wir schlagen uns quer durch die Gässchen der Unterstadt und nehmen die Dienste des Funiculaire in Anspruch, der uns schnell und bequem hoch in die Oberstadt katapultiert. Die Standseilbahn von 1879 überwindet auf 64 Metern Länge einen Höhenunterschied von 59 Metern. Die maximale Neigung beträgt 45%. Ursprünglich war sie als Wasserballastbahn konzipiert, wurde dann aber 1907 elektrifiziert.

Oben an der Terrasse Dufferin angekommen, schlendern wir durch die Sträßchen und über die Plätze, die wir bisher noch ausgelassen hatten.

Auch die Place de l’Hôtel de Ville (Rathausplatz) fehlt noch in unserer Sammlung.

Und schon stehen wir wieder an der Stadtmauer, an der vorgestern unser erster Rundgang durch Québec begann.

Abstieg in Richtung Hotel. In der Rue Saint-Joseph, von der ich euch im gestrigen Beitrag bereits vorschwärmte, kehren wir in einem einschlägigen Laden ein. In Québec gewesen zu sein, ohne das hiesige Nationalgericht probiert zu haben? Geht gar nicht! Im Poutine-Ville (schaut euch ruhig mal die Details unter der Rubrik „Food“ an) genehmige ich mir mutig eine der kleineren „Basisvarianten“ einer Poutine, die mich für den Rest des Tages ins totale Fresskoma befördert. Mein Urteil: kann man mal probieren, grenzt aber in größeren Mengen an Körperverletzung 😅. In diesem Sinne: bis morgen!

2 Gedanken zu “Tag 20: Québec – Schöne Künste und neue Perspektiven

    1. Ja, die Schifffahrt hat sich alleine schon wegen des tollen Blicks auf das Große und Ganze der Stadt gelohnt. @ Poutine: genau, Pommes mit Käsebrocken, das ganze ersäuft in Bratensoße. Beliebig erweiterbar durch andere fettige Perversionen. Schau dir mal die Speisekarte von dem Laden an 😱.

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