Der Muezzin von gegenüber hat heute offenbar verpennt. Erst um 5:50 ruft er zum Gebet. Zu spät für mich. Wie gut, dass ich mich nicht auf ihn verlassen habe und zusätzlich den Handywecker aktiviert hatte, der mich um 5:30 Uhr aus den Federn haut. Fix unter die Dusche, Gepäck geschnappt und rein ins Taxi. Um diese unchristliche und offenbar auch unmuslimische Zeit ist die Situation auf den Straßen Abu Dhabis noch entspannt. Die Fahrt zum Flughafen verläuft ohne Verzögerungen und gestaltet sich auch sehr kurzweilig. Heute habe ich einen Fahrer aus Marokko, mit dem ich mich gut unterhalte und auch viel lache. So fängt der Tag doch glänzend an 😎.

Kurz bevor wir zum Flughafen abbiegen, passieren wir noch die wunderbare Shaikh Zayed Moschee, die mir verführerisch im Morgenlicht zublinzelt. Beim Check In versuche ich mein Glück mit einem besseren Sitzplatz als dem, den ich gebucht hatte. Und siehe da: es klappt! Und das ohne Aufpreis. In der ersten Reihe der Economy hat Etihad ein Plätzchen am Gang für mich übrig. Meine Beine sind viel zu kurz für den Raum, der sich vor mir ausbreitet. So lässt es sich doch gut die rund sieben Stunden bis Amsterdam aushalten.

Bis zum Abflug habe ich noch etwas Zeit. Und so streune ich ziellos an den vielen Läden im Terminal vorbei. Kurzer Stress mit dem Alten Sack: will der doch tatsächlich noch ein Kamel mit nach Hause nehmen! Ich jedoch finde, dass die neue Frau schon ausreicht als Neuzugang in unserer kuriosen Familie.

Pünktlich und unspektakulär geht es nach Amsterdam, ebenso am Nachmittag von dort nach Berlin. Zu meiner Überraschung habe ich auch auf dem innereuropäischen Flug von KLM plötzlich einen neuen Platz bekommen. Notausgang mit fetter Beinfreiheit. Hat sich die Dame von Etihad in Abu Dhabi doch echt ins Zeug gelegt! Dabei hatte ich nur für die Langstrecke nach einem besseren Platz gefragt. Zuhause angekommen, trifft mich der erwartete Kälteschock hart. Es wird dann auch ein paar Tage dauern, bis ich wieder akklimatisiert bin. Die erwähnte kuriose Truppe rund um den Alten Sack legt großen Wert auf ein Familienfoto. Na gut. Können sie haben. Allerdings ohne mich. Denn von den Größenverhältnissen her wäre diese Konstellation ähnlich schwierig bis unmöglich abzulichten wie der Burj Khalifa neben all den Bonsai-Hochhäusern um ihn herum. Und ohne Abaya werde ich dem Szenario eh nicht gerecht.

Schön, dass ihr Leser wieder virtuell dabei wart! Es war sicher nicht mein letzter Besuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Es hat mir dort sehr gut gefallen – und ich habe lange nicht alles gesehen, was ich eigentlich sehen wollte. Dubai und Abu Dhabi, ich habe euch im Vorfeld echt unterschätzt! Das passiert mir nicht noch einmal. Auf ein Neues!

8 Gedanken zu “Tag 11 – Going home

  1. Ja auch mir hat es sehr gefallen. Ich konnte erneut einen tollen Einblick in sonst unbekannte Regionen der Welt werfen. Gibt es hier auch noch so einen schönen Epilog wie nach Neuseeland? Ich weiss, dass macht viel arbeit, aber so für die geneigten Leser … 😛🤗
    Was wird denn die nächste Reise sein, die wir hier mit begleiten dürfen? Gibt es da schon Pläne???

    Gefällt 1 Person

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