Am frühen Morgen steige ich in den Kleinbus, der mich in das Tal bringt, das Neuseelands höchstem Berg demütig zu Füßen liegt. Netterweise legt der gesprächige Fahrer auf dem Weg dorthin noch einen Fotostop am Gletschersee Lake Pukaki ein, der mit einer beeindruckenden Hintergrundkulisse punkten kann. Er ist etwa genauso alt wie der Lake Tekapo, allerdings etwas größer.

Nach rund eineinhalb Stunden erreichen wir das Mount Cook Valley, das quasi als „Basiscamp“ für die zahlreichen hier startenden Wanderwege dient. Da ich wegen des frühen Startes heute morgen noch nicht gefrühstückt habe, mache ich mich erst mal im Restaurant des Hotels The Hermitage breit. Mit gut gefülltem Magen mache ich mich anschließend auf den Weg. Ich habe mich für den geriatrisch einfachen Hooker Valley Track entschieden, der, wie der Name schon sagt, durch ein Tal führt und somit kaum Höhenmeter aufzuweisen hat. Man läuft etwa drei bis vier Stunden hin und zurück, je nach persönlicher Geschwindigkeit und Fotografierintensität.

„Jetzt wird sie aber echt faul“, höre ich manche von euch lästern. Ich habe mich aber für diesen Weg entschieden, weil er tolle Ausblicke auf die unterschiedlichsten Bergszenarien bietet und am Ende des Hinweges der Mount Cook wartet – sofern er die Güte hat sich zu zeigen. Denn rund 70 % des Jahres hüllt er sich diskret in Wolken ein.

Nun aber los! Schon auf den ersten Metern wird die These widerlegt, dass Asiaten nicht wandern gehen.

Auch ansonsten ist auf der Strecke verglichen mit den anderen Tracks, die ich bisher gelaufen bin, recht viel los. Das tut dem Vergnügen allerdings keinen Abbruch, denn der Weg und die Aussichten sind einfach toll!

Wasser gibt es natürlich auch jede Menge. Nicht nur in meinen Flaschen, sondern auch im Hooker River und im Mueller (!) Lake.

Die Pflanzenwelt zeigt sich auch recht üppig.

Und so tappe ich vergnügt bei heftigem Wind vor mich hin, …

… schwanke über insgesamt drei Hängebrücken …

… und laufe weiter ins Tal hinein. Hier wird es auch nicht gerade häßlicher.

Zwischendurch führt der Weg über einen höhergelegenen Holzsteg.

Und dann ist der Hinweg geschafft. Er endet an einem kleinen Gletschersee, in den sich kunstvoll geformte Eiskreationen gestürzt haben (siehe auch das heutige Titelbild). Der Mount Cook ist auf dem zweiten und vierten Foto rechts oben zu sehen. Es ist der mit den vielen Schneestellen. Für seine Verhältnisse zeigt sich der 3.724 Meter hohe Koloss heute recht offenherzig.

Hier gönne ich mir eine halbe Stunde „Mittagspause“ und lege mich gemütlich an den steinigen Strand. Ab und zu blinzele ich in die Gegend, denn sie ist ja viel zu schön!

Auf dem Rückweg eröffnen sich mir neue Perspektiven.

Über die unvermeidlichen Hängebrücken …

… nähere ich mich dem Ausgangspunkt meiner Wanderung.

Sehr schön war’s! Bis zur Abfahrt des Busses bleibt mir noch etwas Zeit, einer Masse von chinesischen Touristinnen die Funktionsweise der Wasserhähne auf der Damentoilette zu zeigen und auf der Terrasse einen Obstsalat zu genießen. Die Aussicht von dort verleitet zum ewigen Bleiben, …

… doch dann schiebt sich der Bus um die Ecke und es geht zurück zum Lake Tekapo. Unterwegs verdüstert sich der Himmel und zaubert wunderbare Wölkchen über dem Lake Pukaki hervor.

Wieder „zuhause“ angelangt, kehre ich nach einem kurzen Boxenstopp in einem der Restaurants in mein Motel zurück. Vor dessen Garten spielt sich dann in der einsetzenden Dämmerung dieses Szenario ab. Möge dieser Sommer nie vergehen!

5 Gedanken zu “Tag 32 – Lake Tekapo/Mount Cook: Hooker Valley Track

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