Am Samstagmorgen gehen wir fremd. Nee, nicht was ihr denkt!

Wir werden lediglich dem Running Bear Pancake House untreu. Denn ich brauche unbedingt mal Abwechslung beim Frühstück.

So landen wir in einem anderen Café, das mich mit einer alternativen Speisekarte lockt. Hier herrscht halbe Selbstbedienung, sprich, man bestellt und bezahlt am Tresen und bekommt das Futter dann an den Tisch gebracht. Nun, es ist sehr lecker dort! Doch der Laden ist eher auf Take Away eingestellt und sammelt bei uns Minuspunkte wegen des Mülls, den wir wegen des komplett auf Einwegverpackung setzenden Cafés produzieren.

Für den Fußweg zurück zu unserer Unterkunft wählen wir die etwas längere Strecke über die Vorort-Ausläufer von West Yellowstone. Das ist insofern interessant, da wir so auch einmal einen zumindest oberflächlichen Eindruck davon bekommen, wie die lokale Bevölkerung wohnt. Neben normalen kleinen Häuschen sehen wir auffallend viele Wohnwagen mit festen An- oder Überbauten.

Angesichts der Tatsache, dass die Winter in dieser Gegend lang und frostig sind, erstaunt uns das schon ein wenig. Und nein, der fehlende Luxus-Touch und ganz allgemein die Ausstattung sprechen eher dagegen, dass es sich hier um Zweitwohnsitze betuchter Bewohner handelt, die den Winter in Palm Springs oder Miami Beach verbringen.

Nun aber los! Am letzten vollen Tag im Yellowstone NP wollen wir uns noch ein wenig was anschauen. Kurz vor dem Parkeingang beobachten wir das ewig gleiche Spiel. Am Eingangsschild fahren viele Leute kurz rechts raus, um sich und ihre Sippe vor, hinter, unter oder auf dem Schild zu fotografieren. Der Beweis, dass man wirklich hier war, muss unbedingt erbracht werden.

Unser heutiges Ziel ist schnell erreicht. So oft schon sind wir achtlos hier vorbeigefahren. Doch heute bekommt das Norris Geyser Bassin unsere volle Aufmerksamkeit. Das hat es auch verdient, denn es ist eines der aktivsten und spektakulärsten Geysirfelder des Parks. Sein Alter wird auf unfassbare 115.000 Jahre geschätzt. Bohrt man hier tief genug, sprich mehr als 300 Meter, kann man kuschelige Temperaturen von deutlich mehr als 200 Grad messen. Das Thermalwasser ist in diesem Areal nicht nur auffallend heiß, sondern auch außergewöhnlich sauer. Hier gilt entsprechend, was überall im Park zu beachten ist: Finger weg! Und kocht eure Hotdogs woanders.

Man kann das weitläufige Areal auf gleich mehreren Rundwegen erkunden, was wir auch ausgiebig tun. Trotz immer wieder auf- und abziehender Regenwolken, die letztendlich ihr kühles Nass woanders entladen. Es lohnt sich! Hier brodelt, spuckt, zischt und blubbert es ohne Unterlass. Die Natur gibt hier keine Ruhe.

Bevor wir uns auf einen weiteren Rundweg begeben, wollen wir noch schnell das Toilettenhäuschen oben am Parkplatz aufsuchen. Schnelligkeit ist tatsächlich das entscheidende Kriterium. Denn wenn ihr erkennt, dass da gerade eine komplette Busladung frisch Angekommener das gleiche Ziel anpeilt wie ihr, dann bleibt nur eins: rennt, so schnell ihr könnt! Ansonsten wird das hier zum Geduldsspiel.

Weiter geht’s, großteils durch sehr spärliche Vegetation. Kein Wunder! Die Lebensbedingungen hier sind hart. Doch zu sehen gibt es trotzdem genug.

Froh, dass wir doch noch die Kurve zum Norris Geyser Bassin bekommen haben, steigen wir ins Auto und fahren weiter in Richtung Hayden Valley. Ja, richtig, da waren wir bereits. Doch Stefan will unbedingt noch einmal auf Tiersichtung gehen. Na gut! Und so warten wir hier, schauen da, und entdecken tatsächlich die einen oder anderen Vierbeiner. Doch Bären bekommen wir auch heute nicht zu sehen. Zum Trost hier ein letztes Mal ein Bison für euch! Und die heute unter dramatischen Wolken liegende Landschaft ist ja auch immer wieder schön anzuschauen.

Am nächsten Tag, einem Sonntag, nehmen wir Abschied von diesem beeindruckenden Nationalpark. Auf unserer Fahrt durch den südlichen Teil des Yellowstone NP …

… legen wir noch einen kurzen Zwischenstopp am West Thumb Geyser Bassin ein. Das Areal liegt direkt an einer Ausbuchtung des Yellowstone Lake. Der Rundweg dort ist klein und überschaubar, doch mit schönen Aussichten gesegnet. Auch genießen wir es, uns zwischendurch einfach mal die Füße zu vertreten.

Wir verlassen den Yellowstone NP durch dessen Südausgang und fahren weiter nach Jackson Hole. Hier schließt sich unser Reisekreis. Doch bis zur Rückreise nach Deutschland sind es noch ein paar Tage hin. Schließlich haben wir hier noch was zu erledigen. Stay tuned!

Ein Gedanke zu “Yellowstone NP – Der ruhelose Gigant

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