24. – 25. November 2025
Wusstet ihr, dass 40% der Fläche von La Palma bewaldet sind? Nicht ohne Grund gilt die westlichste Insel der Kanaren …
… auch als die grünste. Was die Größe betrifft, schafft sie es allerdings nicht aufs Treppchen. La Palma ist die fünftgrößte der insgesamt acht Inseln. Zum Vergleich: Teneriffa als größte Kanareninsel ist dreimal so groß.
Wenn wir gerade schon einmal dabei sind, lasse ich euch noch weitere Zahlen da. La Palma ist 46 Kilometer lang und 29 Kilometer breit. 1.370 Kilometer trennen die Insel vom spanischen Festland. Da ist die Küste Afrikas mit 455 Kilometern schon bedeutend näher dran.
Der höchste Berg der Insel, der Roque de los Muchachos, ragt stolze 2.426 Meter in die Höhe. Er ist der höchste Punkt und gleichzeitig Teil der nördlichen Abbruchkante der Caldera de Taburiente. Dieser Krater wiederum weist sagenhafte neun Kilometer Durchmesser auf und ist damit einer der größten Erosionskrater der Welt.
Weg von den Superlativen, zurück zum Grünen. Am heutigen Montag steht eine Waldwanderung im Lorbeerwald Cubo de la Galga auf dem Programm. Was für ein Kontrast zur kargen Vulkanlandschaft, in die wir gestern eingetaucht sind! Bis zu 30 Meter hohe Lorbeerbäume stehen hier dicht an dicht, ergänzt durch üppige Farne und anderes Grünzeug, das ich mangels botanischer Bildung nicht näher benennen kann. Jedenfalls geht es hier derart dschungelig zu, dass ich keineswegs überrascht wäre, wenn uns der eine oder andere Dinosaurier in dieser Jurassic Park-Kulisse über den Weg stapfen würde.
Gar nicht so leicht zu laufende 500 Höhenmeter hoch und runter erwarten uns auf teils nicht ganz einfachem Untergrund. Ohne meine Wanderstöcke wäre ich verloren.
Auf der Verliererseite landen stattdessen meine fotografischen Ambitionen. Denn erstens ist es ziemlich dunkel in diesem dichten Wald. Zweitens muss ich höllisch aufpassen, nicht auszurutschen oder falsch aufzutreten. Drittens brauche ich beide Hände für die Wanderstöcke (siehe zweitens). Viertens kostet es zu viel Zeit, jedes Mal die Wanderstöcke irgendwo zu deponieren, um das Handy zu bedienen und gute Fotospots zu beehren (Thema: schwups, ist die Gruppe schon über alle Berge). Und fünftens ist es generell gar nicht so einfach, einen Wald zu fotografieren. Doch so ganz ohne Grünzeug will ich euch natürlich nicht auf der Strecke lassen.




Und glaubt mir: dieser Wald ist wirklich wunderschön! Ich habe die Tour trotz des Gefälles und der teils schwierigen Wegbeschaffenheit sehr genossen.
Oben am Mirador angekommen, werden wir mit der Erkenntnis belohnt, den höchsten Punkt erreicht zu haben. Auch auf eine ausgedehnte Pause dürfen wir uns freuen. Doch die erhoffte gute Aussicht präsentiert sich heute nur bescheiden. Danke, Calima!


Bevor hier Missverständnisse entstehen: Calima ist nicht etwa eine der Mitreisenden, sondern eine auf den Kanarischen Inseln häufig vorkommende Wetterlage, bei der starke Winde feinen Sand und Staub aus der Sahara über den Atlantik tragen. Die Folgen sind sehr trockene Luft, stark steigende Temperaturen und drastisch sinkende Sichtweiten durch den Dunst. Oft sieht der Himmel dann gelblich-braun aus.
Am Ende der Wanderung wieder unten im Tal auf dem Boden der Tatsachen angelangt, bringt uns unser Bus zum Puerto Espindola. Dort wartet eine sportliche Herausforderung auf uns, denn die knappe Zeit kann mit gleich drei Aktivitäten verbracht werden: eine Schwimmrunde in den Naturpools, ein Besuch in der Rumbrennerei und/oder ein Cafébesuch.
Wer schafft diesen Triathlon binnen einer Stunde? Wohl keiner! Also laufen die einen hier, die anderen da und der Rest dort hin.


Ich hingegen trete in keiner der genannten Disziplinen an. Stattdessen schlendere ich einfach nur ein wenig am Meer entlang. Ihr ahnt es schon. Ich brauche etwas Zeit für mich.
Als alle wieder versammelt sind, beenden wir den Tag mit einem einfachen, kurzen Spaziergang entlang einer schönen Meerespromenade, …


… die uns in ein richtig schönes, kleines Dörfchen namens San Andrés führt. Schon nach wenigen Minuten ist klar, dass ich nächste Woche noch einmal alleine hierher zurückkehren werde, um mich in Ruhe umzusehen. Fotos von diesem charmanten Kleinod folgen deshalb entsprechend später.
Der nächste Tag ist ein Ruhetag. Und den habe ich auch bitter nötig! Heftiger Muskelkater im Hintern und in den Waden geben mir schon gleich nach dem Aufstehen das Gefühl, nicht mehr allzu weit von der Einstufung als Pflegefall entfernt zu sein. Als Flachlandbewohnerin bin ich es schlichtweg nicht gewohnt, Höhenmeter bewältigen zu müssen. Zum Glück jedoch bin ich abends schon wieder weitgehend genesen.
Ich nutze den etwas bewölkten Tag dazu, die direkt vor unserem Hotel verlaufende Meerespromenade entlang zu schlendern, die kleinen, schwarzen Strände von Los Cancajos zu besuchen, gedankenversunken aufs Meer zu schauen, ein paar Runden im Hotelpool zu drehen, mich gemütlich auf einer Poolliege zu räkeln und meinen Krimi zu lesen.






Ein schöner, entspannter Sanatoriumstag! Morgen ist wieder mehr Action angesagt. Stay tuned!