Tag 5

Wir gehen den Tag gemütlich an, denn unser heutiges Ziel liegt nur etwas mehr als 100 Kilometer entfernt. Auf der N120, einer Art breiterer Landstraße, fahren wir gen Süden mitten durch den Naturpark Sudoeste Alentejano Costa Vicentina.

Die Landschaft des Alentejo erweist sich in unseren Augen als unerwartet unspektakulär: Bewaldete Hügel. Hübsch anzusehen, aber auch nichts Besonderes. Und so halten wir uns auch nicht weiter mit Zwischenstopps auf.

Auf dem Weg passieren wir ein Örtchen mit dem Namen Maria Vinagre. So so, hier treibt also die Essig-Maria ihr saures Unwesen! Zu unserer Verwunderung von Öl-Josef keine Spur.

Um die Mittagszeit erreichen wir Lagos. Lagos 😱? Kaum sind die beiden Desorientierten unterwegs, schon haben sie sich ordentlich verfahren … Ach nee, doch nicht! Um so schnell in Nigeria zu sein, hätten wir uns dann doch dorthin beamen lassen müssen.

Wir rollen auf den einzigen Stellplatz, der sich halbwegs in Stadtnähe befindet. Uns erwartet ein großer, staubiger Parkplatz mit einer Versorgungsstation für WoMos. Das heißt: Zu- und Abwasser sowie eine Entsorgungsstation für Chemie-Toiletten. Keine Toiletten, keine Duschen, kein Stromanschluss. Wie gut, dass wir das alles mit an Bord haben. Ein besser ausgestatteter Stellplatz hätte sich uns nur in einiger Entfernung geboten. Doch jedes Mal mit dem WoMo ins Städtchen fahren, wäre unter anderem an den nicht vorhandenen Parkplätzen im Zentrum für Gefährte wie unseres gescheitert. Da ist die kahle, staubige Prärie doch noch die bessere Wahl 😅.

Wüstenjunge

Nach etwa 20 Minuten Fußweg in sengender Hitze (34 Grad, nicht der Hauch eines Lüftchens) erreichen wir den Rand der Innenstadt und gönnen uns ein leckeres veganes Mittagessen im Café Fresco.

Feine Kost!

Beim Mittagessen beschließen wir, dass wir uns für die nächsten drei Tage hier Fahrräder mieten. Gesagt, getan! Bevor wir uns jedoch auf die Drahtesel schwingen, drehen wir eine erste kleine Runde durchs Städtchen am Rande der Altstadt und des Hafens. Schöne Street Art haben sie hier auch! (Zum Vergrößern bitte anklicken)

Wir werfen einen ersten Blick auf die Buchten in Stadtnähe und ahnen: diese Küste wird uns gefallen!

Schöner baden

Bei einem kühlen Getränk in einer Strandbar gleichen wir unseren Flüssigkeitsverlust aus und holen anschließend unsere Räder ab.

Unser erster Weg auf den Drahteseln führt uns zu Brico Marché, der portugiesischen Variante vom Bauhaus (nein, nicht das von Walter Gropius 😅). Da die Spacken vom WoMo-Verleih es versäumt haben, uns passende Aufsätze für den Wasserschlauch mitzugeben, müssen wir uns dieses wichtige Zubehör eben selbst besorgen. Zurück zum Stellplatz, wo sich im Laufe des Nachmittags noch ein paar vereinzelte WoMos zu uns gesellt haben. Zum Abendessen genießen wir den dramatischen Abendhimmel über der Staubwüste 😎. Feierabend!

Großes Kino

Tag 6

Rauf auf die Räder! Schnell wird uns klar, dass das Radfahren hier wegen des ständigen und teils recht steilen Auf und Abs großteils auf Kopfsteinpflaster und bei den hohen Temperaturen vor allem für mich eine Herausforderung werden würde 😅. Und so übernimmt Stefan heute die Vorhut, um in aller (Fotografen-)Ruhe zu checken, was die Algarve in der Umgebung von Lagos an Küsten-Spektakel zu bieten hat.

Ich hingegen biege bereits an der Praia Ana ab, stärke mich mit einem leckeren Kaffee und beobachte amüsiert das rege Treiben am Strand.

Anschließend schlendere ich gemächlich (anders geht es nicht bei dieser Bullenhitze 😅) durch das mediterran anmutende Lagos. Höchste Zeit, ein paar Worte über dieses wunderschöne Städtchen zu verlieren:

Lagos liegt am westlichen Teil der südlichen Atlantikküste, der so genannten Fels-Algarve. Schmucke Bürgerhäuser, eine verkehrsberuhigte Altstadt, unzählige gemütliche Cafés und Restaurants und die tolle Lage am Wasser machen dieses historische Kleinod zu etwas ganz Besonderem. Zu den 18.000 Einwohnern gesellt sich in der Saison ein Vielfaches an Besuchern. Wer will es ihnen und uns verübeln? Denn innerhalb weniger Kilometer bietet das Städtchen nicht nur eine charmante Innenstadt, sondern die wohl spektakulärste Felsenküste, die Europa zu bieten hat. Doch dazu morgen mehr!

Hier meine ersten Eindrücke von Lagos:

Pracht am Bau
Mit viel Liebe zum Detail
Scharfe Kurven
Zitronig
Pastellig
Ausdrucksstark
Im Zentrum
Leben in der Bude!
Street Art vom Feinsten

Mittag beim Mexikaner. „The Green Room“ serviert mir leckere Burritos in entspannter, freundlicher Atmosphäre. Auf zur nächsten Runde! Ich lasse mich Richtung Marina treiben und nehme mir Zeit, alles in Ruhe anzuschauen, was auf meinem Weg liegt.

Kirche Santa Maria
Sklavenmarkt (heute Museum)
Arabisches Stadttor (8. Jahrhundert)
Festung Ponta da Bandeira (ohne Antonio)
Im Innern der Festung
Der Festung aufs Dach gestiegen
Metallvogel, mal anders
Denkmal Dom Sebastião, ironische Ausführung
Kirche São Sebastião

Am späteren Nachmittag laufen Stefan und ich uns wieder über den Weg. Wir reißen noch ein Mittagessen für ihn und machen uns dann auf in Richtung Home Sweet Home. Ich bin schon gespannt, was er mir morgen alles zeigen wird! Ihr auch? Seine Andeutungen sind vielversprechend 😎.

15 Gedanken zu “Tage 5 und 6: Von Porto Covo nach Lagos – Olá Algarve!

  1. Achja, mein Lagos…..bekomme fast Heimweh. Wir sind ja nun die dritte Saison hintereinander an der Algarve gewesen, nur 34 Grad hatte es ab Mitte September nicht mehr. Wir kamen nicht über 26 :0). Freue mich auf den nächsten Bericht, bestimmt die Ponta da Piedade. LG Sandra

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  2. Es ist so schade, dass wir vorher nicht miteinander gesprochen haben!
    Das Alentejo ist so wunderschön, besonders die Strecke von Sines nach Lagos immer der Küste entlang. Dort gibt es traumhaft schöne WoMo Stellplätze. Ihr habt jedoch recht, sobald man sich von der Küste entfernt, wird es staubig. Wir haben gute 10 Tage in Sines gewohnt und haben von dort Ausflüge die Küste entlang unternommen. Uns hat es erst dann nicht mehr gefallen, wenn man von der fast menschenleeren Küste in Richtung des überfüllten Lagos kam. Wir haben uns im Alentejo hervorragend erholt 🙂
    Liebe Grüße von Susanne

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    1. Wir waren ja für eine Übernachtung südlich von Sines, in Porto Covo. War nett für einen Nachmittag. Aber die Küste an der Algarve ist nun mal wesentlich spektakulärer. Stefan hatte ja im Vorfeld eine Liste der Küstenabschnitte erstellt, die fototechnisch interessant sind und die er sehen wollte. Da war nichts im Alentejo dabei. Als ich von einem Stopp auf der Strecke nach Lagos sprach, meinte ich deshalb auch nur, mal für eine halbe Stunde oder so anzuhalten für eine Pause und ein wenig Aussicht. Ein längerer Aufenthalt dort war eh kein Thema. Diese Zeit hätte uns für anderes wiederum gefehlt. Ich glaube dir gerne, dass es dort auch schönere Stellplätze gab. Aber wir wollten unsere Ziele ja nicht nach Stellplätzen aussuchen. Eher sollte es umgekehrt sein: wir wussten, wo wir hin wollten und mussten dann halt nehmen, was es dort gab. Und es stellte sich dann heraus, dass die Algarve nicht wirklich für Reisende mit WoMo geeignet ist. Den Schluss, den ich letztendlich daraus gezogen habe: Wohnung und Auto wären besser gewesen in unserem Fall. Lagos und Umgebung fand ich im übrigen toll! Kam ja auch hoffentlich in meinem Beitrag zu Tag 5+6 heraus 😎.

      Liken

      1. Da hast du recht, Elke, ich höre so oft, dass die WoMo Fahrerinnen und Fahrer nach den Stellplätzen und nicht nach den Zielen gehen. Ich glaube, dass die Art in einem WoMo zu reisen eine ganz andere Art ist als mit Auto und verschiedenen Wohnungen, kleine Hotels oder Hostels. Mir gefällt das Fahren mit kleinen Autos oder öffentlichen Verkehrsmittel besser als im WoMo. Ich denke, Micha und ich sind keine WoMo Typen. Noch dazu, wo man in Zeiten vom Internet sich seine Reisen so perfekt zusammenstellen kann.
        Ich glaube, dass ich über Micha und meine Portugalreise nicht im Blog berichtet habe, vielleicht bringe ich unser Fotobuch zu unserem nächsten Treffen mit 🙂
        Ja, das du Lagos und Umgebung toll fands, das kam gut aus deinem Beitrag heraus. Wie voll war es an der Algarve?

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        1. Wir sind ganz sicher auch nicht die klassischen WoMo-Fahrer. Und für mich ist das Thema auch definitiv durch. Ich bin da ganz bei dir: lieber Hotel/ Wohnung und Auto bzw. noch lieber der Zug. Ich würde mich freuen, wenn du dein Fotobuch übernächste Woche zu unserem Treffen mitbringst! An der Algarve war es Ende August/ Anfang September noch recht voll. Spanier und Portugiesen hatten bis fast Mitte September noch Schulferien. Und somit hatten wir die Klientel um uns herum, die wir sonst immer erfolgreich vermeiden: Familien mit Kindern. Wir fahren ja immer Ende August bis Mitte September und hatten das so in der Masse bisher noch nie.

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          1. Ich bringe sehr gerne das Fotobuch mit, Elke, ich glaube, ich schaue es mir gleich gemütlich im Bett liegend vorab schon mal an.
            Wir versuchen auch immer außerhalb der Saison zu verreisen, immer lässt es sich nicht vermeiden besonders beliebte Highlight scheinen das ganze Jahr hindurch voll zu sein.

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          2. Ja, so ist es: an manchen Orten ist mittlerweile durchgehend Saison. Wir verreisen ja wie gesagt immer um diese Zeit herum. Doch so voll wie in Portugal haben wir es selten erlebt. Hattest du ein gemütliches Schmökern und Schwelgen in Reiseerinnerungen 😎?

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  3. Tolles Graffiti! Ich mag den Piloten und den Schirmmützenraucher!👍
    Ach wie schön ist Lagos! Ich fand es dort auch super! Die Stadt ist wirklich etwas besonderes!
    @Stellplatz und Fahrräder: ja, das ist der Nachteil an den Dingern. Innerhalb der Stadt findet man nirgends Parkplätze.😣 Du wieder auf dem Drahtesel.😅 Kann mir vorstellen, wie ätzend das bei 34 Grad war. Alles über 30 Grad ist mir eh viel zu viel.

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    1. Die Graffiti und überhaupt die ganze Stadt hatten es mir auch sehr angetan. Da war ich auch bestimmt nicht zum letzten Mal! Und ja, ich brauche auch keine Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke 😅. Es können auch gerne „nur“ 25 Grad sein.

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