Auf der Ostseite der Insel bei heftigem Regen in den Wettertunnel hinein, …

… im sonnigen Westen wieder hinaus. Der Spitzname des Tunnels macht seinem Namen alle Ehre! Das La Palma-Klischee vom feuchtgrünen Osten und der westlichen Sonnenseite stimmt. Das bestätigte sich letzte Woche auch schon, als wir mit der Wandergruppe den Tajo Gaite besucht hatten. Und wie mir meine Wetter-App versichert, wird sich daran auch bis zu meiner Abreise am Samstag nichts Wesentliches ändern.

Ankunft in Los Llanos am frühen Nachmittag nach etwa einer Stunde Fahrzeit. Die Sonne bleibt treu an meiner Seite. Mein Hotelzimmer ist schon bezugsfertig. Die Lage direkt gegenüber vom archäologischem Museum ist ruhig und gleichzeitig sehr zentral.

Ich bin voller Tatendrang und mache mich gleich auf ins Städtchen, von dem ich mir letzte Woche im Rahmen der Gruppenreise schon ganz kurz einen Eindruck verschaffen konnte.

Ein paar Worte zu Los Llanos de Aridane. Das Städtchen liegt inmitten eines sonnenverwöhnten Tals in unmittelbarer Nähe der Caldera und hat, was die Einwohnerzahl betrifft, die Hauptstadt Santa Cruz längst hinter sich gelassen. Rund 21.000 Bewohner wissen die Lage und das lebendige und gleichzeitig lässige Flair von Los Llanos zu schätzen. Und so gilt die Stadt als heimliche Hauptstadt von La Palma – ohne die Schönheit von Santa Cruz hier in Abrede stellen zu wollen.

Durch die palmenbestandenen Boulevards, das reichhaltige Angebot an Läden, Geschäften, Gastronomie und der engagierten Kulturszene strahlt Los Llanos insgesamt noch etwas mehr Stadtflair aus. Nur der unmittelbare Zugang zum Strand fehlt. Doch auch von hier aus ist das Meer nicht allzu weit entfernt.

Mein erster Weg führt mich heute in den traumhaft schönen Parque Gómez Felipe. Beim Anblick der knallbunten Mosaikfassaden, der Blumengirlanden und fantasievollen Echsen muss ich gleich an die Werke von Gaudí in Barcelona denken. Ich flaniere gemächlich durch die kleine, schattige und durch kleine Wasserbecken aufgelockerte Parkanlage, sonne mich ein wenig auf einer Parkbank und genieße dieses tolle Kleinod.

Mühsam reisse ich mich los, überquere die Hauptstraße zusammen mit originell gekleideten Mitmenschen …

… und nähere mich dann der Altstadt. Seinen vollen Charme entfaltet Los Llanos abseits der lebhaften Boulevards. Sobald man in die historische, fast vollständig als Fußgängerzone gestaltete Altstadt eintaucht, ist es schwer bis unmöglich, der Stadt nicht zu verfallen. Ich jedenfalls kann ihr nicht widerstehen. Das hatte ich letzte Woche nach meinem ersten flüchtigen Besuch bereits geahnt.

Nun verliere ich mich im historischen Zentrum von Los Lllanos. Ich lasse mich planlos treiben und sauge die entspannte Atmosphäre in mich auf. Insgesamt wirkt die Stadt wenig touristisch und verströmt schönen Kleinstadtflair. Ich vergesse Raum und Zeit und fühle mich hier auf schwer zu erklärende Weise gut aufgehoben. Der an diesem frühen Nachmittag recht leere Eindruck wird sich schon wenig später relativieren. Das Städtchen ist quicklebendig!

Innerhalb der recht kompakten Altstadt entdecke ich auch erstaunlich kreative Streetart.

Am späteren Nachmittag zurück ins Hotel. Vom Balkon aus schaue ich zu, wie der Mond aufgeht und die Sonne in den Feierabend entschwindet. Das Spiel der Wolken und des Lichts über dem Bergpanorama ist so viel besser als Fernsehen 😎. Zwischen diesen beiden Fotos liegen tatsächlich nur 22 Minuten. Faszinierend!

In der Dämmerung zieht es mich wieder raus ins Städtchen. Die liebevoll gestaltete Weihnachtsbeleuchtung habe ich euch bereits in diesem Beitrag gezeigt. Deshalb hier keine weiteren Fotos dazu. Ich laufe die nun belebte Fußgängerzone auf und ab. Die Passanten schlendern ohne Eile, die Geschäfte sind alle geöffnet. Ich gönne mir zwei Empanadas auf die Hand und lasse mich von der gemächlichen Gangart anstecken.

In einem der Schmuckläden gönne ich mir als bekennender Shoppingmuffel neue Ohrringe. Da habe ich gerade Lust drauf. Ein schönes Gespräch mit der netten Inhaberin gibt es gratis dazu. Nach einer abschließenden Runde über den kleinen Weihnachtsmarkt mache ich es mir auf meinem Balkon im Hotel bequem. Von dort aus betrachte ich den üppig bestückten Sternenhimmel. Auch der Mond gibt alles. Er hat seine Lampe auf die höchste Stufe gestellt. Die Stadt indes wird immer stiller.

Auch in der Dunkelheit sehe ich, wie sich die schneeweißen Passatwolken über die Bergrücken legen und sie liebevoll zudecken. Gutes Stichwort! Auch mich zieht es nun unter die Decke. Stay tuned!

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