19. – 20. September 2024

Am gestrigen Abend sind wir nach dem Besuch des phänomenalen Goblin Valley State Parks (Verpasst? Dann bitte hier entlang) in Moab angekommen.

Wir beziehen unser Zimmer im vorab gebuchten Motel und sind direkt begeistert von der guten Lage. Das Zentrum des im Vergleich zu den bisherigen Ortschaften doch etwas größeren Städtchens befindet sich tatsächlich in Laufweite. Endlich können wir einmal zu Fuß irgendwohin gelangen!

Am nächsten Morgen laufe ich alleine durch Moabs Downtown. Ich lasse mich einfach treiben, schaue hier und da, gönne mir einen Kaffee in einem schönen Café. Wie sehr ich das genieße! Denn ich muss gestehen, dass ich nach zwei Wochen Natur pur und winzigen Versorgungsörtchen schon etwas Sehnsucht nach Stadtflair habe 😅. Hoch lebe die Abwechslung.

Für den frühen Nachmittag haben wir online ein Zeitfenster für den Arches NP ergattert. Er liegt fast direkt vor den Toren der Stadt. Ursprünglich hatten wir vor, gleich morgens reinzufahren.

Doch wer nicht schon am Vorabend um 19 Uhr, wenn die Zeitfenster für den Folgetag freigeschaltet werden, online ist und bucht, geht für die morgendlichen Zeiten ab sieben Uhr leer aus. Wer zu spät kommt … ihr wisst schon. Ach, versuchen wir unser Glück eben für den nächsten Tag. Denn es wäre schon schön, den Park unter unterschiedlichen Lichtbedingungen zu sehen.

Der rund 30 Kilometer lange Scenic Drive teilt sich im Park in zwei Teilstrecken. Heute biegen wir an der Gabelung in Richtung der Window Section ab. Mit diesem Bereich sind wir dann für den Rest des Tages auch vollkommen ausgelastet. Sowohl zeitlich als auch inhaltlich. Blicke hinter die Kulissen und Abenddämmerung inklusive.

Mit der einbrechenden Dunkelheit fahren wir zurück nach Moab. Her mit der Dusche! Denn unsere kleinen Wanderungen hinter den Kulissen haben für eine ordentliche Staub- und Dreckschicht gesorgt. Die sollte runter, bevor wir uns zum Abendessen im Restaurant blicken lassen 😁.

Ein paar Worte zum Arches NP, bevor der nächste Tag anbricht. Er ist bekannt für seine imposanten Steinbögen inmitten einer bunten, sehr abwechslungsreichen Felslandschaft. Wasser, Eis, extreme Temperaturen, Erosion und Zeit haben sie geschaffen. Viele Millionen Jahre hat es gedauert, bis die Bögen ausgeformt waren. Und sie werden eines Tages auch wieder verschwinden, denn die Natur stellt ihre einschlägigen Aktivitäten ja nicht ein.

Der Freitag bricht an. Mit dem Besuch des Nationalparks am früheren Morgen klappt es auch heute nicht. Gestern Abend um 19 Uhr (Freischaltung der Zeitfenster für den Folgetag) waren wir noch im Park unterwegs und hatten kein Netz. Aber immerhin rissen wir uns den allerletzten Slot für zehn Uhr, als wir im Hotel ankamen. Was die Lichtverhältnisse betrifft, ist diese Zeit ok, auch wenn es dann schon erheblich wärmer ist.

Ich bringe diesen abwechslungsreichen Tag kurz und knackig auf den Punkt: Wir laufen ein Stück im wunderschönen, wenn auch heißen Devil‘s Garden ganz im Norden des Parks herum, bewundern später den Broken Arch, den Sand Dune Arch und noch ein paar weitere schöne Steinbögen, schauen mal hier, mal da hinter die steinernen Kulissen.

Am späteren Nachmittag nehmen wir abschließend beide Aussichtspunkte mit Blicken auf den Delicate Arch (siehe Foto Delikat(esse)) in Angriff. Zusätzlich erklimmen wir auch noch einen weiteren Bergrücken für die noch bessere Aussicht. Denn die Wanderung bis hin zum Bogen selbst haben wir ausgelassen. Zu warm, zu voll, zu hungrig. Und das Teleobjektiv will auch mal zum Einsatz kommen 😁.

Ein paar Worte zum Delicate Arch. Der einzige vollständig freistehende Bogen im Arches NP ist 16 Meter hoch, zehn Meter breit und das Wahrzeichen des Parks. Insgesamt existieren rund 2.000 Bögen in diesem Naturschutzgebiet. Neue entstehen, alte zerfallen. Kommt Zeit, kommt Bogen.

Auf der Rückfahrt nach Moab räsonieren wir über ein paar Beobachtungen. So staunen wir immer wieder aufs Neue, wie sehr sich die Tierwelt auf veränderte Bedingungen oder unverhoffte Möglichkeiten einstellen kann. Die allgegenwärtigen Hörnchen kennen keine Scheu, wenn sie Menschen beim Essen „erwischen“. Da wollen sie immer was abhaben und klettern wahlweise auf Rucksäcke oder an den Hosenbeinen hoch.

Die Vögel hingegen klauen alles, was nicht niet- und nagelfest z.B. auf offenen Ladeflächen von Jeeps herumliegt. Dass die Muffins in der Regel noch in Cellophan verpackt sind, stört offenbar auch nicht weiter. Das alles kann man gut, schlecht oder bedenklich finden. Bemerkenswert ist diese Anpassungsfähigkeit allemal.

Ein weiteres Thema beschäftigt uns auch. In den Nationalparks sind in der Regel ziemlich viele Leute unterwegs. Das ist keine Klage, sondern lediglich eine Feststellung. Wir gehören ja schließlich auch zu der Meute der Touristen. Anstrengend wird es aber zuweilen an beliebten Stellen, wenn zu viele Leute wahlweise in den Selfie- oder Trödelwahn verfallen. Doch jetzt habe ich einen kreativen Gedanken: Die Welt braucht für solche Situationen einen akustischen Klapperschlangen-Simulator! Na, wer greift meine Idee auf und setzt sie um?

Unser Fazit zum Arches NP: Auch wenn wir uns körperlich und fotografisch wieder die Kugel gegeben haben, so haben wir den Schaufensterbummel durch die Welt der Steinbögen mit ihren spektakulären Rundungen sehr genossen. Ab morgen warten neue Entdeckungen auf uns. Stay tuned!

10 Gedanken zu “Arches National Park – Die Welt der Steinbögen

  1. Liebe Elke,

    der Arches NP ist schon ein besonderes Schmuckstück. Wir waren vor ca. 25 Jahren dort. Von Zeitfenstern, die man buchen muss, war da noch nicht die Rede. Wir waren mit dem Camper unterwegs und übernachteten im Park.

    Bezüglich der Menschanansammlungen hilft übrigens eine einfache Regel: Am Abend sind sie alle da, um den Sonnenuntergang zu bestaunen. Bei Sonnenaufgang trifft man fast niemand.

    Viele Grüße Horst

    Gefällt 1 Person

    1. Ja, der Arches NP ist wirklich klasse. Dass es abends voller ist als am frühen Morgen, liegt ja in der Natur der Sache 😁. Zweimal sind wir am ganz frühen Morgen los. Öfter hätte ich das allerdings nicht gebraucht, so schön es auch war. Man muss einfach viel zu früh aufstehen dafür. Dann lieber später am Tag unterwegs und die Leute in Kauf nehmen bzw. ihnen so gut es geht aus dem Weg gehen . Auf die Sonnenuntergänge am Abend sind wir beide gar nicht so erpicht. Die nehmen wir nur mit, wenn es sich auf dem Weg ergibt. Extra losziehen würden wir dafür nicht.

      Gefällt 1 Person

  2. Ja, das ist immer wieder verwunderlich, warum all die Leute genau das sehen wollen, was wir auch sehen wollen 🤔😉. Und dann trotz Zeitfenster noch so ein Andrang. Den Klapperschlangen Simulator würde ich patentieren lassen. Klingt für mich nach einer guten Idee. Viele Grüße

    Gefällt 1 Person

    1. Ach, das verlief bzw. verfuhr sich in diesem riesigen Park schon. Da war nicht so viel Gedränge. Mir geht’s dabei mehr darum, dass die Leute, die gerade um einen herum sind, zu viel trödeln und nicht aus dem Weg gehen, weil nur mit sich selbst und den Selfies beschäftigt. An der Sache mit dem K-Simulator bleibe ich dran 😂.

      Like

  3. Die Selfie-Orgien können echt ausarten. Ich nehme die *Sternchen* dann einfach mit aufs Bild. Die Posen sehen wahlweise recht amüsant aus, und die Aufnahmen müssen nicht so tun, als seien sie in völliger Einsamkeit entstanden 😉 Nur genieße ich solche Orte auch mehr, wenn ich alleine herumstreune, ohne Frage. Sag bescheid, wenn du mit dem Klappenschlangenimitator an die Börse gehst, dann investiere ich 😉

    (Das lässt mir jetzt keine Ruhe. Ich werde gleich mal schauen, ob es nicht eine App dafür gibt…)

    Gefällt 1 Person

  4. Da hattet Ihr ja ordentlich den Bogen raus 😮‍💨😇
    Mein Favorit: der glühende Kreuzbogen („Es glüht“) 👍🎃
    Und die Anpassungsfähigkeit des Tierreiches sollte vielmehr der angeblich so überlegenen Spezies Mensch zu denken geben – statt sich mehr denn je zurück ins Gestern zu stemmen (was leider allenthalben zu besichtigen ist, nicht zuletzt in Euerm Reiseland, und nicht nur dort).

    Gefällt 1 Person

Hinterlasse einen Kommentar