18. Oktober 2025
Bevor wir nach Berlin zurückkehren, schauen wir uns noch ein wenig in Bangladesh um. Nichts leichter als das, wenn man …
… wie wir im East End wohnt und das in weiter Ferne vermutete Land direkt um die Ecke vorfindet. Und da unser Rückflug erst am Abend stattfindet, haben wir keinerlei Zeitdruck.
In der etwa einen Kilometer langen Brick Lane schlägt das historische Herz der British Bangladeshi Community, auch als Banglatown bekannt. Nach der großen Einwanderungswelle der 1960er und 1970er Jahre entwickelte sich die Gegend zu einem kulturellen Zentrum, das für seine Curry-Küche, bengalischen Geschäfte und Schilder in einschlägiger Schrift bekannt war und ist.
Dazu gesellen sich etliche Vintage-Läden, alternative Märkte und Gastronomie aus gefühlt aller Herren Länder. Berühmt ist die Brick Lane samt ihrer angrenzenden Straßenzüge auch für hochkarätige und häufig wechselnde Streetart. Kurz: ein gefundenes Fressen für uns!
Schon auf den ersten Metern geht es an diesem Samstagmorgen gut los. Wir wundern uns über eine sehr lange Schlange, die sich vor einem etwas abgeranzt aussehenden Geldautomaten gebildet hat. Geduldig und ohne Drängelei warten die überwiegend jungen Leute, bis sie dran sind. Hm, hier im Land der Kartenzahler? Merkwürdig! Das müssen wir doch etwas genauer unter die Lupe nehmen.
Neugierig und direkt, wie ich bin, spreche ich einen der Kandidaten an, der gerade den Automaten benutzt hat. Bereitwillig klärt er uns auf und zeigt seine Beute. Von wegen Geldautomat: das ist ein raffiniertes, ausgeklügeltes und für beide Seiten lukratives Kunstverkaufsprojekt! Man zahlt 25 Pfund ein und bekommt dafür einen künstlerisch umgestalteten (ebenfalls echten) Fünf-Pfund-Schein, einen Aufkleber und eine schicke Quittung. Da muss man erst mal drauf kommen!


Höchst amüsiert ziehen wir weiter und lassen die Gegend in und um die Brick Lane herum genüsslich auf uns wirken. Im Laufe des Vormittags kehrt auch immer mehr Leben ein. Lange ausschlafen, einen Kaffee ziehen, dann ab ins Getümmel. So in etwa könnt ihr euch das vorstellen.














Ja, das Mekka der Alternativ-, Kunst- und Gastroszene liefert! Alte Gebäude neu und innovativ genutzt, unfassbar gute Streetart überall, Kunstmärkte, exotisches Essen, Klamotten und last but not least ein sehr facettenreiches Publikum. Wir finden es richtig cool hier! Und meine Kamera sieht das genauso.













Auf dem Rückweg zum Hotel ziehe ich mein ganz persönliches Fazit zu London: Wir haben in dieser Woche wirklich viel Gutes gesehen und erlebt. Doch die heutige Tour durch Banglatown war für mich DAS Highlight. Das Beste zum Schluss. So soll es sein.
Zurück zum Hotel, wo wir noch ein halbes Stündchen in der Hotellobby herumlungern. Dann ist es Zeit für den Aufbruch. Per U-Bahn und Zug geht’s zum Flughafen Gatwick. Von dort aus fliegt uns EasyJet zurück nach Berlin, wo wir am späten Abend landen.
Schön war’s! Im Rückblick erscheint es uns noch unverständlicher, dass wir so viele Jahre nicht mehr hier waren. Bis zum nächsten Besuch werden ganz sicher keine 13 weiteren Jahre vergehen. Versprochen!
Doch erst einmal steht ein anderes Ziel in den Reisestartlöchern. Stay tuned!
Das ist ja eine ausgesprochen sympathische Gegend! Und du hast mal wieder tolle Menschen abgelichtet, sehr cool.
Die Idee einen Fünf-Pfund-Schein für 25 Pfund zu verkaufen ist ja übergenial! Warum bin ich da nicht selbst drauf gekommen?
Danke für deine Eindrücke, das nächste Reiseziel ist auf der (viel zu langen) Liste gelandet.
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