On my own again. Erst fühlt es sich etwas komisch an. Doch dann …

… kommt das altbekannte, heiß geliebte Gefühl zurück: Freiheit! Keine Zeitvorgaben, keine festen Pläne. Morgens aufstehen und dann weitersehen. Nun wird aus dem Urlaub eine Reise.

Der Bus bringt mich ins nur wenige Kilometer entfernte Santa Cruz. Dort bin ich am frühen Nachmittag mit meiner Vermieterin Sonia verabredet. Sie spricht nur Spanisch. Doch meine Basiskenntnisse reichen aus, um ihre Erläuterungen zur Wohnung zu verstehen. Die Wohnung, die ich für vier Nächte gemietet habe, ist total schön und lichtdurchflutet. Zudem liegt sie sehr zentral am Rande der Altstadt und – Tusch! – direkt an der Strandpromenade mit Meerblick. Oben auf der gemeinsam genutzten Dachterrasse bieten sich auch Ausblicke auf die Stadt und die Berge.

Nachdem ich mich häuslich eingerichtet habe, drehe ich eine Runde durchs Städtchen, das sich gerade fieberhaft in Aufbaustimmung befindet. Denn heute, am Vorabend des Ersten Advents, steigt die große Party! Der konkrete und offizielle Anlass der Feierlichkeiten ist – haltet euch fest – der Start der Weihnachtsbeleuchtung! Wer einen Grund zum Feiern sucht, findet ihn. Sehr sympathisch!

A propos: einschlägige, saisontypische Fotos aus Santa Cruz und Los Llanos de Aridane habe ich euch bereits in meinem Beitrag zu Weihnachten 2025 gezeigt. Deshalb sucht ihr sie in diesem Beitrag vergeblich.

Die ganze Innenstadt zeigt sich in vollem Schmuck, an vielen Standorten gibt es Livemusik. Das wird ein langer und fröhlicher Abend! Gegen 21:30 Uhr wird ein Feuerwerk am eigens abgesperrten Strand gezündet. Doch das ist nur das Vorprogramm zur eigentlichen Attraktion: eine 10-minütige Drohnenshow, die richtig beeindruckend ist! Tatsächlich sehe ich sowas zum ersten Mal live. Und das auch noch exklusiv von meinem Balkon aus. Denn die Party steigt praktisch direkt vor meinem Fenster. Entsprechend spät falle ich ins Bett. Man muss die Feste feiern, wie sie fallen.

Sonntag, der Morgen nach der großen Party. Versonnen schaue ich von meinem Balkon aus zu, wie der Tag über dem Meer anbricht. Dann fällt mein Blick schräg nach links unten auf die Straße. Die Bühne, die dort gestern stand, wurde noch mitten in der Nacht direkt nach dem Konzert abgebaut. Eben war der Aufräum- und Fegetrupp da. Und nun, kurz vor acht, ist alles blitzeblank, als ob nie was gewesen wäre. Dit is Spanien! In Berlin brauchen wir für sowas Tage und Wochen.

Nun schaue ich nach rechts Richtung Hafen. Was ich dort sehe, oder besser gesagt, nicht sehe, gefällt mir ebenso: Kein Kreuzfahrtschiff!! Die Tage davor ankerten dort stets eine bis drei der schwimmenden Kleinstädte. Heute ist mein Glückstag, denn es droht keine überfüllte Altstadt.

Zeit für ein Frühstück. Ich kröne den kulinarischen Genuss mit einem Barraquito con todo, also mit Likör. Barra was? Schaut gerne hier.

Jetzt bin ich startklar und bereit für Santa Cruz. Mein erster Weg führt mich zum Ascensor de la Luz, der die Bequemen und Fußlahmen von der Unter- zur Oberstadt hievt. Der Fahrstuhlführer nimmt sich entspannt die Zeit, erst einmal in Ruhe mit den Aus- und Einsteigenden zu plaudern, bevor er die Kabine in Bewegung setzt. Tranquilo heißt das Zauberwort. Es klingt verheißungsvoll in meinen Ohren.

Oben angekommen, stehe ich vor der kleinen Ermita de la Luz. Schade, dass sie geschlossen ist. Doch auch ihr Äußeres gefällt mir sehr.

Von hier aus lasse ich mich durch die an diesem Sonntagmorgen noch recht verwaiste Altstadt treiben. Schnell fühle ich mich wie zuhause, so absurd es in euren Ohren klingen mag. Vieles wirkt eigenartig vertraut, als sei ich schon viele Male hier gewesen. Tatsächlich aber tauche ich heute zum ersten Mal richtig in die Stadt ein, während der Himmel über mir munter zwischen Grau und Blau hin und her wechselt.

Hach, ist das schön, mich in den Gassen zu verlieren und in den Tag hinein zu leben! Und recht schnell bin ich bereit, mich festzulegen: Santa Cruz de La Palma mit seinen rund 16.000 Einwohnern ist die Schönste unter den Hauptstädten der Kanarischen Inseln. Das Stadtzentrum steht unter Denkmalschutz, doch museal wirkt hier gar nichts. Kopfsteinpflaster, schicke Bürgerhäuser, reich und bunt bepflanzte Balkone, lauschige Plätze unter Palmen, eine gemütliche Atmosphäre und eine gute Mischung aus Lädchen, Gastronomie und Wohnhäusern passen perfekt zur großteils aus Fußgängerzonen bestehenden Altstadt. Ihr wollt noch einen Fotonachschlag? Bitteschön!

Was für eine Stadt! Kein Wunder, dass der Vormittag und der frühe Nachmittag gefühlt im Handumdrehen vergehen. Nach einer kurzen Siesta in der Wohnung und einem späten Mittagessen muss noch ein Strandspaziergang her. Wie praktisch, dass die passende Kulisse dazu direkt vor meiner Haustür liegt.

Abends mache ich es mir mit einem Gläschen Wein auf meinem Balkon gemütlich. Dabei habe ich sowohl die Wetteraussichten als auch die künstlerisch wertvollen Schattenspiele aufmerksam im Blick. Prost! Auf einen wunderbar lässigen Tag. Stay tuned!

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