Am Donnerstag starten wir unsere Tour an der Tower Bridge. Dieses Mal ist zur Abwechslung …

… das Nordufer der Themse dran. Die Ausblicke vom Süden aus kennen wir schon zur Genüge. Weit kommen wir heute nicht. Denn wir haben Lust darauf, uns in Details und unterschiedlichen Perspektiven zu verlieren. Das macht Spaß! Euch hoffentlich auch, auch wenn bestimmte Gebäude öfter zu sehen sind.

Hm, die Sache mit der Abstimmung kann ich nicht ohne ein paar erläuternde Worte stehen lassen. Denn ich vermute, dass nicht jede(r) von euch sowas schon gesehen oder davon gehört hat.

Die meist in auffälligem Gelb gehaltenen Wahlurnen stehen für ein Konzept, Raucher dazu zu animieren, ihre Zigarettenkippen ordnungsgemäß zu entsorgen, anstatt sie auf den Boden zu werfen. Um das zu fördern, kann mittels Kippeneinwurf über unterschiedliche Fragen abgestimmt werden. Tee oder Kaffee? Ronaldo oder Messi? Rock oder Klassik? Paris oder London? Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt.

Ziel des Ganzen ist es, Interaktion zu fördern und sich seiner eigenen Taten bewusst zu werden – ohne moralischen Zeigefinger. Durch die transparente Front der Box kann man verfolgen, zu wessen Gunsten die Abstimmung hinausläuft.

Untersuchungen zeigen in der Tat, dass durch derart spielerische Anreize bis zu 70% weniger Zigarettenkippen auf dem Boden landen. Diese Wahlurnen sind mittlerweile international im Einsatz. Sie hängen an Wänden, Geländern oder Laternenpfählen. Entwickelt wurde das Konzept jedoch von der britischen Umweltorganisation Hubbub.

An der Millennium Bridge angekommen, haben wir eine Weile zu tun. Und werden später noch zu Wiederholungstätern. Zusammen mit St. Pauls Cathedral und der Tate Gallery of Modern Art sind aber auch wirklich gleich drei attraktive Fotomodels auf engstem Raum versammelt. Im Dreiklang passen sie perfekt zueinander.

Nun aber doch erst einmal rüber zu St. Pauls. Stefans Vorab-Recherchen ergaben, dass die benachbarte Mall sowohl vom Erdgeschoss als auch von der Dachterrasse aus interessante Perspektiven auf die berühmte Kathedrale eröffnen. Nichts wie hin!

Schnell was futtern und dann gleich wieder zurück zur Millennium Bridge, wo Stefan sich für eine Langzeitaufnahme häuslich niederlassen möchte. Ich fotografiere vorher noch schnell, was mir hier in den Sinn kommt und mache dann den Weg frei.

Ich lehne entspannt am Geländer hinter Stefan und stelle mich auf eine längere Pause ein. Dit kann dauern! Doch die Meute zu beobachten, die sich hier herumtreibt, ist ein kurzweiliger Zeitvertreib. Aber es wird noch besser. Ein wenig später gesellt sich ein weiterer Fotograf zu mir. Es ist offensichtlich, dass er die gleiche Perspektive wie Stefan im Blick hat.

Es dauert nicht lange, und wir kommen ins Gespräch. Der junge Inder – leider habe ich es versäumt, nach seinem Namen zu fragen – hat eine Dienstreise privat verlängert und schaut sich ein wenig in England und Schottland um. London findet er toll, aber für seinen Geschmack sind hier viel zu viele Menschen unterwegs. Das ist er, der aus der wenig besiedelten Hochgebirgsregion von Ladakh stammt, nicht gewohnt.

Wir bieten ihm zwischenzeitlich an, sein Foto zu machen, weil es bei Stefan länger dauert. Doch er wartet gerne und unterhält sich stattdessen lieber mit mir, entspannt und geduldig.

Anschließend schauen wir uns ein wenig in der Tate Gallery of Modern Art um. Sie ist eines der weltweit größten Museen für moderne und zeitgenössische Kunst. Dass sie ihren Sitz in einem umgebauten Kraftwerk hat, macht nicht nur den Blick von außen, sondern auch den Besuch im Inneren noch interessanter. Später fahren wir hoch in den 10. Stock. Die dort gelegene Aussichtsterrasse ist jedoch leider auf unbestimmte Zeit gesperrt. Zum Glück aber sind die Fenster recht sauber, so dass wir getrost von innen fotografieren können.

Nun geht’s per U-Bahn zum Piccadilly Circus, wo wie immer das Leben tobt. Doch bevor ich es vergesse, möchte ich noch diese beiden Schnappschüsse hier platzieren. Aufnahmen von Leuten sind in diesem Beitrag bisher ja recht unterrepräsentiert 😁.

Stefan will auch am Piccadilly Circus …

… zu einer Langzeitaufnahme ansetzen. Doch bevor es dazu kommt, muss er noch eine fotografische Lehrstunde für einen jungen deutschen Touristen geben, der mit seinem Vater in London unterwegs ist. Die beiden sahen Stefan mit der Kamera und dem Stativ hantieren und sprachen ihn dann gleich an. Ich begnüge mich derweil damit, meine soziologischen Beobachtungen anzustellen und nebenbei ein kurzes Video zu drehen. Einmal 360 Grad am Circus, Stefans Lehrstunde inklusive? Bitteschön!

So, genug für heute. Ab ins Hotel. Morgen sehen wir weiter. Stay tuned!

2 Gedanken zu “London – Im Dreiklang

  1. Tolle Aufnahmen, wie immer! Sowohl die Architektur, als auch die Leute.

    Dass ein Inder in London zu viele Leute empfindet, ist ja schon Ironie. Ich hatte noch nie so ein eng bewohntes Land wie Indien gesehen. Aber klar, wenn man vom Land kommt. Und am Picadilly Circus war ja tatsächlich eine ganze Menge los.

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