Als ich heute morgen aus dem Fenster schaue, sehe ich nassglänzenden Asphalt und dramatische Regenwolken. Doch nach dem Frühstück hört der Regen auf. Der riesigen Blechbox schräg gegenüber ist das Wetter herzlich egal. Sie glänzt unverdrossen auch bei dem geringsten Hauch eines Sonnenstrahls.

Wetterleuchten

Ich laufe am Ufer des Nervión entlang bis zur Zubizuri-Brücke, überquere sie und verschwinde auf der anderen Seite in den Gassen des Viertels. Dort fallen mir die unterschiedlichen Baustile auf, die sich ohne Berührungsängste und durchaus harmonisch aneinander schmiegen.

Im Gegensatz

Zum Funicular de Artxanda ist es nicht mehr weit. Die 1913 erbaute Zahnradbahn bringt mich in drei Minuten die 770 Meter hinauf auf den Aussichtspunkt des Monte Artxanda.

Roter Blitz

Ist man oben angelangt und hat damit eine gewisse räumliche Distanz zur unten im Tal liegenden Innenstadt erreicht, so ist es schlicht unmöglich, zu vergessen, wo man sich befindet. Das Geländer erzählt es euch (siehe heutiges Titelbild)!

An diesem Morgen habe ich den Aussichtspunkt zunächst komplett für mich alleine. Als sich eine ganze Weile später unüberhörbar eine Schulklasse nähert, habe ich alles gesehen, genossen und fotografiert. Was für eine geniale Aussicht auf die Stadt und ihre grüne, hügelige Umgebung! Und dann diese dekorativen Wolken – hach!

Gute Aussichten
Nah …
… und näher
Das gleiche Spiel …
… noch mal

Weiter geht’s. Es soll hier oben noch einen zweiten Aussichtspunkt in etwa einem Kilometer Entfernung geben, der in der entgegengesetzten Richtung liegt. Ich vermute bzw. erhoffe mir einen guten Meerblick auf die etwa 20 Kilometer entfernte Küste. Doch die ist nur kurz von der Straße aus zu sehen. Stattdessen gerät vom Aussichtspunkt aus zu meiner Überraschung der schicke Flughafen von Bilbao in der Ferne ins Blickfeld. Doch Geduld! Fotos davon gibt es erst am Abflugtag.

Puh, es wird jetzt ganz schön schwül und drückend! Und mit 28 Grad nur unwesentlich kühler als die letzten beiden Tage, die „nur“ heiß waren. Zurück geht’s wieder mit dem Funicular nach unten auf den Boden der städtischen Tatsachen.

Alles klar?

Beim Blick von oben auf die Stadt ist mir schräg hinter dem Theater in der Altstadt ein grünes Gebäude auf Stelzen aufgefallen. Die eine oder der andere von euch hat es vielleicht auch schon auf den Fotos oben gesehen. Und wie so oft siegt meine Neugier. Da muss ich hin! Das grüne Etwas stellt sich als die Bilbao Arena heraus. Die Mehrzweckhalle beeindruckt auch aus der Nähe. Und so hat sich der kleine Aufstieg dorthin absolut gelohnt.

Metall-Echse

Als ich in Richtung Altstadt zurück schlendere, ziehen mich hier und da noch ein paar Street Art-Werke an. So etwas entgeht meinen ansonsten recht blinden Augen selten bis nie 😃.

Kämpferisch
Zähne zeigen

Auf meinem Rückweg komme ich direkt am Mercado de la Ribera vorbei. Diese sehenswerte Markthalle hatte ich euch von außen bereits in meinem Beitrag zu Tag 1 vorgestellt. Heute schaue ich sie mir von innen an und gönne mir dort als verspätetes Mittagessen – welche Überraschung! – ein paar Pintxos. Reges Marktgeschehen herrscht an diesem frühen Nachmittag nicht (mehr). Dafür bin ich definitiv zu spät dran. Doch die von einem Hauch Exklusivität umwehte Leere hat auch was. Findet ihr nicht? Die Pintxos-Ecke wird sich jedoch im Laufe des Nachmittags wieder deutlich füllen. Soviel ist sicher.

Lichtgestalt
Suchtgefahr

Für den Weg zurück ins Hotel wähle ich die Strecke über die Gran Vía und schlage hier und da ein paar Haken über die Nebenstraßen wegen der vielen schönen Gebäude am Wegesrand.

Doppelkopf
Der Rat der Provinz

Zurück im Hotel am frühen Nachmittag. Dort falle ich in einen komatösen Tiefschlaf. Doch nennen wir es lieber Siesta. Hört sich besser an 😎.

Nach dem Aufwachen am späteren Nachmittag raffe ich mich wieder auf und schlendere am Ufer entlang. Dann buche ich spontan ein Ticket für die einstündige Bootstour, die mich stadtauswärts bis hin zu den alten Industrieanlagen im Hafen bringen wird. Was das Wetter betrifft, so bin ich zu dem Zeitpunkt noch optimistisch.

Bis wenige Minuten vor der Abfahrt sieht es ganz nach einer exklusiven Tour nur für mich alleine aus. So fragt der Bootsführer denn auch ganz fürsorglich, welche Sprache ich mir denn für die per Lautsprecher übermittelten Infos vom Band wünsche. Aus der bequemen Variante, nämlich meiner Muttersprache, wird dann letztendlich doch nichts, denn auf den allerletzten Drücker stürmen sechs spanische Touristen das Ausflugsboot und überstimmen mich bei der Sprachwahl. Doch alles halb so wild. Mein Spanisch mag nicht das beste sein. Doch der Text ist gut verständlich und vor allem recht langsam aufgesprochen. So komme ich dann doch zu den gewünschten Infos, auch wenn ich natürlich nicht alles verstehe.

Kaum zehn Minuten unterwegs, geht das längst überfällige Gewitter mit großem Getöse, ordentlich Regen und dunklem Drama am Himmel los! Alle flüchten vom Oberdeck. Doch zum Glück kann man unten halbwegs überdacht auch draußen stehen, schauen und fotografieren.

Lichtgestalt
Leuchtendes Beispiel

Nach etwa 15 Minuten ist der Spuk vorbei, und alle wagen sich wieder raus. Und so vergeht die Zeit.

Was? Die Stunde ist schon vorbei? Schade! Ich hätte mich noch ewig hier herum schippern lassen können. Denn die Tour war wirklich klasse und abwechslungsreich. Kleine Kostprobe gefällig? Stefan war so nett und hat mein – viel zu langes – Video auf ein leichter verdauliches Dreieinhalb-Minuten-Häppchen zusammengeschnitten. Danke! Und seinen Spaß mit den „Raff-Effekten“ hatte er dabei auch. Soviel ist sicher 😃.

Zurück nach Hause. Die Hotelbar lockt mich mit einem kühlen Bierchen. Etwas später läute ich, gemütlich auf dem Bett lümmelnd, meinen Leseabend ein, während draußen schon wieder die Welt bei Gewitter und Starkregen untergeht. Wie gut, dass ich hier auf dem Trockenen sitze.

8 Gedanken zu “Bilbao: Tag 3 – Neue Perspektiven

          1. prima liebe Elke – das war schön Ideenreich präsentiert, wußte bisher garnicht, daß die Videos hier angenommen werden, weil Grösse doch enorm ist, trotz Kompression. Kannst ja mal als Podcast versuchen, denn Deine Stimme klang ja damals mal „so schön beruhigend“, wenn ich mich noch recht erinnere, war mal was, wo ich‘ s mit Neujahrsansprache verglichen hab…wenn die kleinen grauen Zellen noch richtig gespeichert haben…Laß Dir’s bitte gut gehn…LG

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          2. Danke! Die Videos lade ich genau wegen ihrer Größe nicht mehr direkt hier im Blog hoch, sondern in YouTube. Dann nehme ich nur noch den Link zum YouTube-Video und binde ihn im Blogbeitrag ein. Und schon „frisst“ das nicht mehr so viel Speicherplatz. @Podcast: danke für das Kompliment. Podcasts sind nicht so mein Ding. Aber ein Video könnte ich echt mal wieder „besprechen“ 🙂. Lass es dir auch gut gehen!

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