Heute bringt mich der 4er-Bus bis zur Plaza Gomila im westlichen Teil der Stadt. Der Platz ist der beste Startpunkt, um Palmas Treppenviertel Es Terreno zu erklimmen.

Das Gebiet beschränkt sich im Wesentlichen auf drei Längs- und drei Querachsen, über die ich mich Stück für Stück den Hang hinauf bewege. Mal über normale Straßen, mal über kleine, teils recht steile Treppchen, die dem noblen Wohnviertel seinen Namen gaben.

Zur Zeit herrscht hier eine rege Bautätigkeit, die mir schon im unteren Teil direkt an der Plaza Gomila aufgefallen ist. Dieser Umstand schmälert etwas den Eindruck des ansonsten sehr beschaulichen Stadtteils. Dennoch kann ich mühelos nachvollziehen, dass dies hier eine wirklich tolle Wohnlage ist. Und irgendwann werden die Bauarbeiten ja auch beendet sein. Schöne Häuser in allen erdenklichen Stilen schmiegen sich hier an den Hang, gesegnet mit den entsprechenden Aussichten auf die tiefer gelegenen Teile Palmas bis hin zum Hafen. Nachdem ich mich an den zahlreichen Edeldomizilen und üppigen Gärten sattgesehen habe, …

Treppenhaus
Weißheit
Lila Laune
Zur Zierde

… folge ich dem Weg weiter nach oben, der mich alsbald durch eine schöne Grünanlage, vorbei an dieser schmucken Kapelle, …

Innehalten

… hoch zur Burg führt. Die kreisrunde, ehemalige königliche Sommerresidenz Castell de Bellver diente später als Gefängnis und beherbergt heute das Historische Museum. Konzerte finden hier ebenfalls statt. Dann lasst uns mal ein wenig in dem sehenswerten Areal herumlaufen, der Burg aufs Dach steigen und schöne Perspektiven entdecken!

Nach oben offen
Rundling
Wandelschatten
Open Air

Für all diejenigen unter euch, die sich weder für architektonische Schmuckstücke noch für Museales interessieren, gibt es dennoch einen triftigen Grund, hierher zu kommen: Die Aussicht! Einen besseren Blick auf Palma, die Bucht und die Berge im Hintergrund bekommt ihr sonst nirgends. Noch nicht mal von meiner genialen Hotelterrasse aus. Da drücke ich doch ausnahmsweise einmal dem nächsten vorbeilaufenden Passanten mein Mobiltelefon in die Hand und pose eine Runde vor dem Bilderbuchpanorama.

Mauerblümchen

In dem Zusammenhang noch eine beruhigende Nachricht für die Fußlahmen unter euch: ihr könnt natürlich auch mit dem Auto oder dem Bus direkt zur Burg hoch fahren, ohne euch den schönen, doch etwas beschwerlicheren Weg durchs Terreno zu bahnen.

Treppab zurück zur Plaza Gomila und mit dem Bus zurück Richtung Innenstadt. Absichtlich steige ich eine Station früher aus, weil der Abschnitt von hier aus bis zum Hotel so schöne Anblicke bietet.

Canale Grande

Es folgt ein kurzer Siesta-Stopp im Hotel. Ohne Schläfchen, wohlgemerkt. Dann treibt es mich wieder hinaus in die Welt und ins pralle Leben. Ich laufe noch schnell zur Deutschen Buchhandlung, um dieser meinen ausgelesen Krimi zu spenden – sie verkaufen viel Gebrauchtes dort -, und nehme dann den Bus 101 Richtung Westen nach Port d’Andratx.

Das kleine Hafenörtchen döst an diesem warmen Nachmittag träge vor sich hin. Ich laufe erst ein wenig ortsauswärts am Hafen entlang. Es wird kräftig an den Booten gewerkelt! Die Saison steht schließlich in den Startlöchern. Wenig später kapituliere ich vor meinem knurrenden Magen und lasse mich von eher ortsfremder Küche verführen. Der Inder soll es sein! Nach der ersten vorsichtigen Verkostung meines Biryanis rufe ich eilig den Feueralarm aus. Schnell spurtet der freundliche Kellner herbei und bringt Löschmittel in Form eines kühlenden Minz-Joghurts. Gerettet! Nun schmeckt das Mahl vorzüglich.

Frisch verbrannt gestärkt flaniere ich entlang der schönen Uferpromenade, die einige Restaurants, Cafés und Bars zieren. Es ist nicht zu voll, aber auch nicht ausgestorben. Gerade richtig und sehr angenehm!

Zum blauen Gaul
Sichere Bank
Geschlossene Gesellschaft
Mit im Boot

Am Ende der Promenade biege ich nach links ab und nähere mich dem eigentlichen Begehr, weswegen es mich nach Port d’Andratx verschlagen hat. Das futuristische Gebäude des Studio Weil ist mit seinen ungewöhnlichen Schrägen und Rundungen ein architektonischer Hingucker. Kein Geringerer als Stararchitekt Daniel Libeskind hat es für die 2018 verstorbene Malerin und Bildhauerin Barbara Weil gebaut. Schade, dass man es zumindest momentan innen nicht besichtigen kann. Doch auch der Blick auf das Äußere lohnt sich.

Kurvenstar
Malermeister
Jetzt aber zackig!

Zurück zur nahen Promenade. Eine Erfrischung muss her! Mein grüner Begleiter und ich laben uns im Schatten einer kleinen Bar an einem leckeren Frucht-Smoothie …

Der alte Mann und der Saft

… und nehmen am frühen Abend den Bus zurück nach Palma. Im Hotel angekommen, genehmige ich mir das Abend-Panorama von der Hotelterrasse aus, während ein kühler Aperol Spritz meine Kehle hinab rinnt. Das Leben ist gut zu mir 😎.

Palmas Schöne
Abendausgabe
Auf das Leben!

12 Gedanken zu “Mallorca: Tag 5 – Auf dem Treppchen

  1. Auf den Aperol Spritz mit Ausblick bin ich jetzt aber neidisch 🙂 So mache ich es auch, ausgelesene Bücher unterwegs irgendwo verschenken. Und mir neue holen… Und ja, ich bin auch der Meinung, dass man einen Ort am besten zu Fuß erkundet. Da fallen einem so viele Details auf. Die Aussicht, die ist ja herrlich. Sieht aus, als hättest du eine tolle Zeit gehabt.

    Gefällt 1 Person

  2. Oh, der „Canale Grande“ sieht ja hübsch aus. Zieht sich das durch die ganze Stadt? Der Blick vom Kastell, den das Mauerblümchen da genießen konnte, ist wirklich grandios! Sag mal, kannst du in den Ballerinas lange über das Kopfsteinpflaster laufen? Einen schönen Spaziergang hast du da unternommen, sowohl vor- als auch nachmittags. Und der Abschluss war auch nicht zu verachten. Prost!😅

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s