An einem Mittwoch Anfang Februar mache ich mich auf den Weg in den Berliner Südwesten. Es ist ein heller, sonniger und eiskalter Tag, der mir ein Winterwetter wie aus dem Bilderbuch beschert. Es hat geschneit. Und wie! Nach meiner Erinnerung muss es sagenhafte zehn Jahre her sein, dass es in Berlin solche Schneemassen gegeben hat, die über mehrere Tage liegen blieben.

Ich bin, was Kälte anbetrifft, nicht sonderlich empfindlich. Aber bei diesen Temperaturen sehe ich doch lieber von einem ausgedehnten Ausflug ins Brandenburger Umland ab. Mehrere Stunden Aufenthalt im Freien ohne die Möglichkeit, mich zwischendurch in einem Café oder sonst irgendwo drinnen aufwärmen zu können, erscheinen mir dann doch nicht besonders attraktiv.

Brrrr!

Und so lande ich an diesem wunderschönen Morgen am Schlachtensee, der bequem mit der S-Bahn zu erreichen ist. An einem See innerhalb der Berliner Stadtgrenzen ist man auch unter der Woche tagsüber nicht gerade alleine. Trotzdem genieße ich meine Runde am Ufer entlang in vollen Zügen. Der Schnee und der vereiste See reflektieren die Sonnenstrahlen und blenden mich fast. So viel Helligkeit bin ich nach diesem bisher eher trüben, lichtarmen Winter gar nicht mehr gewohnt. Setzt eure Sonnenbrillen auf und kommt mit 😎!

Heute lieber nicht
Schilfgürtel
Frostbeulen
Tausendfüßler
Die Verbeugung
E.T.?
Quertreiber

Wie es sich für einen gut frequentierten See in dieser Lage gehört, gibt es an seinem Ufer auch ein Restaurant mit Biergarten, das ich nach etwa der Hälfte der Strecke erreiche. Es ist die Fischerhütte, die neben dem historischen Gasthaus auch eine Weinhandlung beherbergt. Der kleine Kiosk direkt gegenüber meldet „Schotten dicht“.

Zu!

Doch die Bude, die die Versorgung des Biergartens sichert, ist heute geöffnet. Das lasse ich mir doch nicht durch die Lappen gehen! Und so wärme ich Magen und Seele mit einem heißen Kakao. Damit er sich nicht so alleine fühlt, schicke ich noch eine Brezel als Gesellschaft hinterher.

Die gesamte Runde um den Schlachtensee ist rund sieben Kilometer lang. Im Sommer ist das Gewässer unter anderem wegen seiner guten Wasserqualität als Badesee beliebt. Auch Angler tummeln sich gerne hier. Können sie doch wegen des Fischreichtums im wahrsten Sinne des Wortes einen guten Fang machen.

Ich laufe weiter auf dem blütenweißen Naturteppich, der zart unter meinen groben Wanderstiefeln knirscht. Wie schön der Schnee doch alles abdämpft! Schritte und sonstiger Lärm werden einfach verschluckt. Und die Füße legen bei jedem Schritt obendrein noch eine weiche Landung hin. Immer wieder unterbreche ich meinen Spaziergang, um die Aus- und Ansichten, das Spiel von Sonne und Wolken zu genießen.

Wie gemalt
Anbaden
Verstapft
Der Durchbruch
Poolparty
Mir schwant was!
Weiße Pracht
Auf Partnersuche
Verbogen
Jetzt wird’s bunt!
Innere Werte

Was? Schon vorbei? Ja! Sieben Kilometer sind überschaubar, auch wenn man hier und da fotografiert und zwischendurch eine kulinarische Pause einlegt. Ein kurzer und doch lohnenswerter Ausflug liegt nun hinter mir. Meine Lunge ist prall gefüllt mit frischer Luft, Gesicht und Seele haben reichlich Sonne, Licht und gute Laune getankt. Zufrieden lasse ich mich in der S-Bahn nieder und fahre nach Hause. Schön war’s!

20 Gedanken zu “Wednesday Walks: 9 – Winterwunderland am Schlachtensee

  1. danke für die schöne Winterwanderung !!! ja raus vor die Tür genau das richtige !!!
    Ein Foto ist mir besonders aufgefallen ! Das mit dem verlorenen Handschuh ! Warum schreibe ich das ? Ich habe diesen Winter auch schon mehrere getroffen und ich frage mich immer “ wie ist das möglich “ ? Ich muss doch merken wenn da einer abhanden kommt ! Allein schon wegen der Finger die frieren, ansonsten nehme ich schon mal gar keine mit !!!
    Dies aber nur so nebenbei !!!

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    1. Ja, das ewige Rätsel der verlorenen Handschuhe. Auf jeder, wirklich jeder Tour sehe ich welche! Mir selbst ist das ja auch schon passiert. Ich habe davon im Bericht Nummer 6 (Müggelsee) erzählt. Aber ich habe es ja glücklicherweise dann doch noch gemerkt, wenn auch nicht direkt. Manchmal packt man halt die Handschuhe ein, weil es kalt ist, wenn man morgens loszieht. Und dann wird es im Laufe des Tages wärmer – vielleicht zu warm für die Dinger. Und dann steckt man sie in die Jackentasche, von wo aus sie sich dann klammheimlich vom Acker machen. Oder man zieht sie aus für ein Foto (aufs Handy mit Handschuhen drücken kann ganz schön schwierig werden), weil sie beim Essen und Trinken stören oder ähnliches. Gelegenheiten dafür gibt es sicher viele. Was mich dabei wundert, ebenso wie dich: wieso merken das so viele nicht? Bzw., wieso gehen sie nicht zurück, wenn sie es dann irgendwann gemerkt haben? Zu billig, zu alt, zu häßlich. Wer weiß?

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      1. ja stimmt ! Ich gebe zu, kann mich zumindest nicht erinnern mal welche verloren zu haben !
        Letzten Jahre aber einen Sonnenbrille verloren. Habe ich runtergetan zum fotografieren und dann oben ins Hemd gesteckt. Irgendwie ist die rausgefallen beim bücken vermutlich. Tatsache ist, sie war weg. Habe es dann aber nach 5 oder 10 Minuten Gehzeit gemerkt und bin zurückgelaufen. Das war alles auf einer Wiese ! Ich habe sie trotz intensiven suchen nicht mehr gefunden. Vielleicht ist sie auch wo ganz anders rausgefallen !
        Sie war einfach weg !!!
        Ansonsten fällt mir gerade nichts ähnliches ein. Doch ich war mal bei Burger King und da bekommt man ja so ein rotes Tablett zum essen. Geldbeutel draufgelegt und mit der Serviette zugedeckt. Tabelett muss man ja abergeben in so einem Geschirrwagen. Gemacht und gegangen. Über 1 Std. später gemerkt dass der Geldbeutel weg war ! Bargeld wäre jetzt nicht so übel gewesen aber die ganzen Papiere die man hat. Ausweis, Bankkarte und ähnliches ! Ich habe bei Burger King in der Filiale angerufen und die hatten meinen Geldbeutel. Die Bedienung hat ihn auf dem Tabelett gefunden und beim Chef abgegeben. Ich war wirklich sehr sehr dankbar dafür !

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        1. So was passiert halt jedem irgendwann einmal, mit den unterschiedlichsten Gegenständen. Mein Dauerbrenner in der Angelegenheit: Schirme! Und zwar die, die man zusammenfalten kann. Da habe ich schon etliche liegen gelassen. Liegt vielleicht auch daran, dass ich die Dinger nicht mag … Wer weiß?

          Deine Geschichte vom Burger King ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass es so viele ehrliche und faire Mitmenschen gibt. Klasse, dass das so ausgegangen ist! Es wäre in der Tat eine größere Aktion geworden, all die Karten sperren zu lassen und neu zu beantragen.

          Mir ist vor ein paar Jahren auch mal was Ähnliches passiert. Ich war auf dem Weg zu meinem Fitnessstudio und hatte, warum auch immer, mein ganzes Zeug in einen anderen Rucksack gestopft als sonst. Der war dann auch so prall gefüllt, dass er kaum noch zu schließen war. Ich war dann so schlau, ausgerechnet den Geldbeutel ganz obendrauf zu packen. Als ich im Studio ankam, stellte ich mit Schrecken fest, dass der Rucksack oben ziemlich weit offen stand. Der Geldbeutel war weg. Mein erster Gedanke: da hat mir einer auf dem Weg hierher im Getümmel von hinten den Rucksack geöffnet und reingegriffen. Doch ich hatte mich geirrt. Nachmittags kam ein Anruf (ich hatte einen Zettel mit meinen Kontaktdaten im Geldbeutel drin). Eine ältere Dame hatte ihn in der Einkaufspassage, in der mein Studio liegt, im Durchgang auf dem Boden gefunden. Große Erleichterung! Und es kommt noch besser: ich habe dann einen Termin mit ihr für den nächsten Tag ausgemacht, um das verlorene Stück bei ihr zuhause abzuholen. Als ich mit meinem Blumenstrauss dort ankam, erwartete sie mich nicht nur mit meinem Geldbeutel, sondern auch mit Tee und einem frisch gebackenen Kuchen! Ich habe dann einen wunderbar interessanten und unterhaltsamen Nachmittag bei ihr verbracht. Solche Geschichten vergisst man nicht!

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          1. ganz ganz tolle Geschichte mit der älteren Dame und deinem Geldbeutel !! Schöner kann man seinen Geldbeutel nicht verlieren.
            Ja oft ist das nicht das Bargeld sondern der ganze Ärger der dranhängt. Karten sperren, Ausweise neu beantragen , Führerschein eben einfach alles. Das ist schon sehr übel und geht zusätzlich ums Geld den umsonst bekommst du auch keinen neuen Ausweis oder ähnliches !
            Ist ja alles noch gut gegangen !!!

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  2. Hi Elke,
    Ich bin der absolute Wintermensch. Nicht wegen Wintersport oder dem verreisen in trendige Orte.
    Ich habe ein Naturschutzgebiet nur 500 Meter von meiner Haustür entfernt. Das reicht mir als Rückzugsort..
    Ich mag die Stille und die Reduktion auf eine Farbe. Schnee dämpft den Schall und das ständige Weiße um einen herum beruhigt mich. Und ich mag die Kälte! Alles über 20° Celsius empfinde ich als zu warm. Ich bin fast so ein kleiner Mr. Freeze aus den alten Batman- Filmen..
    Die Fotos sind schön geworden – hoffentlich kommt noch mal ein Kälteeinbruch – so 20 Zentimeter Neuschnee fänd ich toll. Gerne auch im Juni – wenn er dann auch 2 Wochen liegenbleibt.. 😉
    CU
    Peter

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    1. Hi Peter, da hast du ja die für dich passende Umgebung gefunden – oder bewusst danach gesucht. Klasse! Ich mag den Schnee auch, wegen der von dir beschriebenen Eigenschaften. Die weiße Pracht hat was Magisches! Im Juni könnte ich aber auf einen neuerlichen Schneefall gut verzichten 😅!

      Was Hitze anbetrifft, so habe ich auch meine Schmerzgrenze. Sie liegt allerdings etwas höher als deine. Meine „Lieblingstemperatur“ (wenn man das so sagen kann) liegt bei 25 Grad. Angenehm warm, aber nicht zu heiß. Richtiges „Leid“ kommt bei mir aber erst jenseits der 30-Grad-Marke auf. Das brauche ich dann echt nicht.

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